„Hey, hör mal zu. Ich dachte naja- ich meine du bist mit ihm zusammen, ich dachte er hätte dich schon mitgenommen und das du auch drauf stehst", stammelte Lou nach guten 15 Minuten Fahrt, in denen niemand was gesagt hatte.
„Das tut sie auch, sie weiß es nur anscheinend noch nicht", mischte sich Alexander ein, der mich anscheinend gar nicht kannte. War ich so blind gewesen, dass ich nicht gemerkt habe, dass wir nicht zusammen passen? Ich wusste zwar, dass es bestimmt Dinge gab, die er brauchte und die mir nicht gefallen und damit wäre ich klar gekommen, aber das? Das war zu viel Gegensätzlichkeit.
Seine Hand, die sich nach nicht einmal 2 Minuten im Auto auf meinen Oberschenkel geschlichen hatte, wurde verbannt, was nur mit einem Augenrollen seinerseits kommentiert wurde.
„Alles gut, Lou. Du konntest es nicht wissen. Aber für dich gilt das nicht", wandte ich mich nach Lou wieder an Alexander. Doch er reagierte genau so wenig, wie Alessandro Interesse an der ganzen Situation zeigte.
„Na freust du dich schon auf ihr schlechtes Gewissen dir gegenüber, wenn sie merkt, dass Swingerclubs doch ihr Ding sind? Du solltest jetzt schon gut überlegen, was sie als Entschuldigung machen darf", begann er das Gespräch mit ihm und hatte dabei natürlich auch ein überhebliches Grinsen für mich übrig.
„Ihr wird schon etwas gutes einfallen", antwortete er und ergriff die Chance seine Hand zurück zu führen und mich seinen festen Griff spüren zu lassen.
Konnte das wirklich sein? Würde ich meine Meinung ändern wenn ich es sehe? Immerhin kannte ich es nur aus Filmen und das die nicht immer die Realität abbildeten, war ja bei vielen Dingen der Fall. Aber nein immerhin war es trotzdem ein Ort an dem mehrer Leute miteinander Sex hatten.
Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Ob man dort überhaupt irgendwas anfassen konnte, ohne dass je irgendwelche Körpersekrete darauf waren?
„Layla du musst dich echt beruhigen, das drin ist es besser als in jedem Puff und die sind ja auch für jeden in Ordnung", versuchte Lou ihr Glück mich auf andere Gedanken zu bringen aber vergebens.
„Liebling, du musst es sie gleich einfach selbst sehen lassen. Denk an dein erstes Mal dort", sprach Alessandro ihr zu, um sie kurz darauf zu sich an die Brust zu ziehen und ihr einen Kuss auf die Stirn zu geben.
Es versetzte mir einen Stich in der Brust, ob ich je wieder so in Alexanders Armen liegen werde? Oder ist nach dieser Nacht alles vorbei? Mein vielleicht baldiger Exfreund schien zu bemerken, was ich mich wünschte und begann zu sprechen: „Ich bin hier, Kleines. Trauere nicht etwas hinterher, was nicht weg ist."
Erstaunt über seine Auffassungsgabe wandte ich mich zu ihm und das erste Mal seit dem ich aus dem Zimmer gegangen bin, konnte ich wieder lächeln. Und da war mehr. Mir wurde klar, dass dieser Gegensatz nicht zu groß war. Ich wollte ihn und wenn das bedeutete, dass ich ihn in solche Clubs gehen lassen muss dann ist das so. Nur ich werde nicht dabei sein.
Gefasst richtete ich mich auf um ihm zu sagen, dass er mir das nicht zeigen musste, weil egal was ich gleich sehe es wäre ok für mich, weshalb wir einfach nach Hause fahren sollten, doch durch Fenster erkannte ich ein riesiges Schild mit der Aufschrift „La passione". Das musste es sein.
Mit Leons Aussage: „Wir sind da, Sir", bestätigte sich meine Annahme und alles, was ich gerade glaubte zu wissen, löste sich in Luft auf.
Mein Körper verkrampfte sich und ich verspürte den Drang mich irgendwo im Auto festzukrallen, um da ja nicht rein zu müssen, aber ich würde so oder so irgendwie in diesem Club landen.
Nachdem sich die erste Tür öffnete und eine Frau Mitte dreißig uns herein ließ, war ich erstaunt darüber, kein Stöhnen zu hören oder irgendwelche anderen obszönen Dinge zu bemerken. Es war, als würde man einem gedämpften Club lauschen und ich fragte mich wie sie das anstellten.
Alexander und Sebastian wurden auch hier erkannt und durften direkt weiter, wogegen Lou und Alessandro nach einem Ausweis gefragt wurden. Da sie daraufhin elegante schwarze Karten mit silberner Schrift vorzeigten meinten sie wohl keinen Personal Ausweis.
„Und Sie sind heute das erste Mal in einem Club?", sprach mich der Mann an, während er die Karten zurück gab.
„Ähm ja", antwortete ich, wobei meine Stimme kaum zu hören war.
„Normalerweise gibt es Events mit Führungen in Alltagskleidung aber ich schätze, du hast ganz gute Begleiter dabei, so dass dir gar nicht auffallen wird, dass dir der Einstieg fehlt", erklärte er mit einem milden lächeln welches ich erwiderte.
„Darf ich fragen, wie Alt du bist?", sein Blick richtete sich prüfend auf die vier hinter mir, die sich allerdings nicht einmischten.
Oh Gott, bitte lass es hier kein anderes Mindestalter geben.
„Äh 19. Ist das zu jung?", fragte ich schon fast in der Hoffnung, er würde ja sagen.
„Nein, nein, das geht in Ordnung." Alexander entging mein Seufzer nicht, was sich durch sein Räuspern deutlich erkennen ließ. Aber auch meinem Gesprächspartner schien nicht zu entgehen, wie eingeschüchtert ich war.
„Gut, also die wichtigste Regel hier ist: „Alles darf aber nichts muss" und das ist uns hier wirklich ernst. Jeder hat zu Fragen, bevor er etwas mit dir machen möchte und wenn jemand auf dein nein nicht hört, gehst du einfach zur Bar und es wird sich darum gekümmert, dass er rausgeworfen wird. Ansonsten ist wichtig zu wissen, dass du alles an Sachen in der Umkleide lässt-"
„Alles?", piepste ich ihm geschockt entgegen und konnte förmlich spüren wie mein Herz einen Aussetzer machte.
Irgendwie tut Layla mir leid. Alle machen sich voll den Spaß daraus, dass sie ein falsches Bild von dem Thema hat...
Denkt ihr sie wird gefallen an dem Club finden?
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Chained to the Past
RandomWas passiert, wenn man beim swipen nicht mehr drauf achtet, wer auf den Profilen zu sehen ist? Layla hatte schon längst aufgegeben, das wieder zu finden, was sie vor 2 Jahren hatte. Eine Befriedigung all ihrer Bedürfnisse. Es war nicht so, dass ihr...
