I'm too shy to ask, I'm too proud to lose. But sooner or later I've got to choose. And once again I'm thinking about taking the easy way out
[Westlife - If I let you go]
Zwei Tage später war es soweit. Magdalenas Wecker hatte früh geklingelt und sie war noch müde. Doch nach einer Dusche hatte sich die Müdigkeit etwas gelegt und sie freute sich sehr auf dieses Wochenende mit Sergio.Ihr Trolley stand schon im Flur, fertig gepackt für ein Wochenende. Rasch packte sie noch das wichtigste in ihre Tasche, welche sie als Handgepäck in den Flieger nehmen würde und trank dann auf die Schnelle noch einen Kaffee.Kaum hatte sie die Tasse in die Spüle gelegt, klingelte es auch schon. Sofort eilte die junge Frau zur Tür um sie aufzumachen. Davor stand ein breit grinsender Sergio, der mit zwei Flugtickets vor ihrer Nase herumwedelte. „Na, bist du soweit?", fragte er und Magdalena nickte. „Natürlich! Ich freu mich", versicherte sie ihm. „Hallo überhaupt", sagte Sergio dann leise, beugte sich zu ihr runter und küsste sie sanft auf die Wange. „Hey", gab sie zurück. „Warte, ich bin gleich soweit!" Mit diesen Worten drehte sie sich um und eilte zu ihrer Tasche und zum Trolley, um beides zu nehmen. Sie freute sich jetzt immer mehr auf die nächsten Tage. „Wir können los!", grinste sie und Sergio nahm ihr sogleich den Trolley ab. Sie stiegen in den Aufzug, fuhren nach unten und dann mit Sergios Wagen zum Flughafen Barajas.
Die Fahrt dorthin verlief relativ ruhig, Magdalena wusste nicht so genau, über was sie mit Sergio sprechen sollte. Und ihm schien es genauso zu gehen wie ihr.So waren beide erleichtert, als das riesige Flughafengebäude in ihr Blickfeld trat und sie, nachdem Sergio seinen Wagen geparkt hatte, aussteigen konnten.Sergio hievte das Gepäck aus dem Kofferraum, dann griff er nach Magdalenas Hand. „Komm." Ganz bewusst hatte er ihre Hand genommen. Denn er konnte sich vorstellen, was los sein würde auf dem Flughafen, sollte man ihn trotz seiner Sonnenbrille, die fast sein halbes Gesicht verdeckte, erkennen. Und wenn dies der Fall sein sollte, wollte er Magdalena bei sich haben und sie nicht im Getümmel verlieren. Die junge Frau biss sich kurz auf die Lippe, als Sergios Finger sich um ihre Hand schlossen und er sie hinter sich herzog. Ihr Herz schlug viel zu schnell und Aufregung machte sich in ihr breit. Was tat er bloss mit ihr? Er hielt doch bloss ihre Hand, damit sie sich nicht verloren! Warum spielte ihr Körper dann gleich verrückt? Sie unterdrückte einen leisen Seufzer, als sie den Flughafen betraten und sah sich um. Die Halle war voller Menschen, die entweder irgendwo hin fliegen wollten oder gerade zurückkamen.Sergio zog Magdalena zum Check-In, wo sie ihr Gepäck abgaben und dann weiter zur Passkontrolle gingen. Zu Sergios Erleichterung schien niemand Notiz von ihm und der jungen Frau an seiner Seite zu nehmen.Und als sie schliesslich eine Stunde später im Flieger sassen, fühlte sich Sergio wieder besser. Niemand hatte ihn und Magdalena erkannt. Jedenfalls dachte er das, wissen konnte er es ja nicht.
Er versuchte nun, seine Beine etwas auszustrecken und schloss die Augen. Magdalena sass neben ihm und starrte aus dem kleinen Fenster auf den Asphalt der Startbahn, auf die der Flieger nun langsam rollte. „Warst du schon mal in Alicante?" Sergios Frage kam so überraschend, dass die junge Frau zusammenzuckte. Doch dann schüttelte sie den Kopf. „Nein, ich war noch nie in Alicante. Wie ist es da?" Froh darüber, dass sie ihm eine Gegenfrage gestellt hatte und jetzt ein Gespräch zwischen ihnen beginnen konnte, lächelte Sergio und sprach weiter. „Es ist schön. Eine tolle Küstenstadt halt. Keiner von diesen exklusiven Orten, wo sich die Reichen und Schönen treffen und auf ihren Jachten abhängen und Champagner trinken."„Aber ich dachte, wir gehen auf eine Jacht?", hakte Magdalena sogleich nach, was Sergio kurz auflachen liess. „Gehen wir ja auch. Ja, im Hafen von Alicante stehen einige Jachten. Aber nicht diese grossen Luxusdinger, die Millionen und Abermillionen kosten. Ausserdem hängen dort bekanntlich auch nicht ständig irgendwelche Fotografen rum." Er lächelte wieder aufmunternd und Magdalena nickte. „Hört sich gut an", meinte sie dann. „Ich glaube, es wird dir wirklich gefallen in Alicante", sprach Sergio unbeirrt weiter. Magdalena sah ihn an. Seine braunen Augen leuchteten, das Lächeln auf seinen Lippen liess ihn regelrecht strahlen. Und auch sie musste lächeln. Sie konnte nicht mehr leugnen, dass sie Sergio sehr gerne mochte. Er liess ihr Herz schneller schlagen, alleine mit seinen Blicken oder ganz kurzen Berührungen. „Danke." Er sah sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an, als ihr dieses Wort über ihre Lippen gerutscht war. „Wofür?", hakte er etwas verwirrt nach. Magdalena senkte kurz den Blick. „Na...dafür halt. Dafür, dass du mich eingeladen hast, mit dir das Wochenende zu verbringen."„Dafür brauchst du dich doch nicht zu bedanken. Ich bedanke mich bei dir dafür, dass du die Einladung angenommen hast. Weisst du...alleine ein Wochenende auf einer Jacht zu verbringen, macht nur halb so viel Spass wie zu zweit." Er zwinkerte ihr zu und Magdalena schluckte. Sein Blick verriet nicht, was in seinem Kopf vorging. Aber sie konnte es sich denken. Und dieser Gedanke verursachte ein leichtes Kribbeln in ihrer Magengegend und sie grinste. Dann wandte sich wieder dem kleinen Fenster neben sich zu und sah hinaus. Sie wusste nicht mehr, was sie auf Sergios Worte sagen sollte.
Während sie auf die schneeweissen Wolken unter sich sah, musste sie sich mal wieder eingestehen, dass sie es sich vor ein paar Wochen niemals hätte erträumen lassen, jemals mit Sergio Ramos ein Wochenende zu verbringen. Sie lächelte bei diesem Gedanken und warf dem Fussballer einen kurzen Seitenblick zu. Dieser Seitenblick verweilte auf seinem Gesicht, als sie feststellte, dass er anscheinend eingeschlafen war. Sie unterdrückte den Drang in sich, sich an ihn zu kuscheln und ihre Hand in die seine zu schieben. Sie befand es in diesem Moment als unpassend. Schliesslich waren sie kein Paar. Oder? Ja, sie waren kein Paar. Sie hatten eine einzige Nacht zusammen verbracht. Sie waren zusammen ausgegangen. Aber sie waren kein Paar.Magdalena seufzte leise und lehnte den Kopf an die Wand, während ihr Blick wieder über die Wolken huschte. Warum war sie nicht ganz zufrieden damit, wenn sie sich selbst sagte, dass sie kein Paar waren? Wollte sie vielleicht Sergios Freundin sein? Wollte sie die Frau an der Seite eines berühmten Fussballers sein? Auf all diese Fragen hatte sie eine Antwort: Ja, sie wollte seine Freundin sein. Weil ihr Herz schneller schlug wenn sie ihn ansah. Weil er sie zum Lachen brachte. Weil sie sich wohl fühlte bei Sergio. Hör auf, so viel darüber nachzudenken! Lass das ganze Wochenende einfach auf dich zukommen!, schalt sie sich selbst und schloss jetzt auch die Augen. Sie musste alles auf sich zukommen lassen. Und sie war davon überzeugt, schlecht konnte dieses Wochenende nicht werden.
Als der Pilot durchs Mikrophon den Passagieren zu verstehen gab, sich anzuschnallen, weil man gleich landen würde, rüttelte Magdalena sanft an Sergios Schulter. Der Sevillano verzog bloss das Gesicht und grummelte etwas, doch er wachte nicht auf. „Sergio, wach auf. Wir landen gleich. Wir sind da", sprach sie nun und rüttelte ihn etwas fester. Endlich blinzelte der junge Mann und fuhr sich müde übers Gesicht. „Was ist los?", fragte er leise. „Wir landen", lächelte Magdalena, während sie den Sicherheitsgurt um ihre Taille band. „Ach so." Sergio klang noch schrecklich müde und er rieb sich kurz die Nasenwurzel, bevor er ihrem Beispiel folgte und sich anschnallte.Kurz darauf landete das Flugzeug und nachdem es zum Stillstand gekommen war, begannen die Passagiere, aufzustehen, ihr Handgepäck zu nehmen und die Maschine zu verlassen. Alle wollten so schnell wie möglich raus. Nicht so Magdalena und Sergio. Sie warteten geduldig, bis die meisten Leute bereits ausgestiegen waren.Gemeinsam verliessen sie schliesslich den Flieger um zur Gepäckausgabe zu gehen. Wieder hatte Sergio seine grosse Sonnenbrille auf, in der Hoffnung, man würde ihm auch hier keine Beachtung schenken.Während Sergio wie gebannt auf das Förderband guckte, wo die einzelnen Koffer und Taschen vorbeizogen, sah sich Magdalena in der Halle um. Es wimmelte auch hier nur so von Menschen. Flughäfen waren nun mal Orte, an denen immer etwas los war. Die junge Frau mochte Trubel, doch gerade jetzt hätte sie nichts dagegen gehabt, wenn keine Menschenseele ausser ihr und Sergio hier gewesen wäre. Sie war etwas müde vom Flug, auch wenn dieser nicht lange gedauert hatte. Ausserdem machten sich Kopfschmerzen hinter ihren Schläfen breit. „Hier, dein Koffer", riss Sergio sie plötzlich aus ihren Gedanken und mit einem dankbaren Lächeln nahm sie ihm ihr Gepäck ab. Sein Trolley kam wenig später ebenfalls und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Ausgang.Doch weit kamen die beiden nicht. Als mit einem Mal ein Klicken neben Sergio erklang, riss er den Kopf herum und blickte genau in ein Objektiv einer Kamera. „Mist", grummelte er und senkte den Kopf sogleich wieder. Er griff nach Magdalenas freier Hand und drückte sie fest. „Was ist los?", fragte die junge Frau unsicher. „Fotografen", murmelte der Fussballer nur leise und beschleunigte seine Schritte so, dass die junge Frau Mühe hatte, ihm folgen zu können.
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Bad Romance
FanficAls Magdalena Santiago auf Sergio Ramos trifft, beginnt eine leidenschaftliche Liebe. Doch die beiden sind grundverschieden, was häufig zu Streit führt. Und obwohl sie sich immer wieder versöhnen, gelangen sie irgendwann an den Punkt, wo sie festste...
