All this time goes by, still no reason why
A little bit longer and I'll be fine
Waiting on a cure but none of them are sure
A little bit longer and I'll be fine
[Jonas Brothers - A little bit longer]
Die nächsten paar Tage zogen dahin und da Manuel Magdalena frei gegeben hatte für die nächsten Tage, verbrachte sie diese bei Sergio zu Hause. Der Spanier musste zwar immer mal wieder zu Trainings und Spielen, doch ansonsten war er jede freie Minute bei seiner Freundin. Diese sah fern, schlief oder las eine Zeitschrift. Da der Arzt ihr Bettruhe verordnet hatte, achtete Sergio sogar penibel darauf, dass Magdalena diese Ruhe auch einhielt. „Du musst schliesslich wieder gesund werden", sagte er immer, wenn sie mal wieder darüber meckerte, nichts tun zu können und dass sie lieber wieder arbeiten würde. Doch nach und nach fand sich die junge Frau damit ab, Bettruhe und einen Freund, der sie so umsorgte, zu haben.
„Wie läuft's denn im Club?" Magdalena richtete sich etwas auf und stopfte sich ein Kissen hinter den Rücken, damit sie nicht ans harte Metall am Kopfende lehnen musste. Sie konnte Leonor seufzen hören. „Die Hölle ist hier jeden Abend los, sag ich dir! Die Bude wird immer bekannter und beliebter. Du fehlst hier echt, Süsse." Wieder seufzte die junge Frau und Magdalena lächelte. „Glaub mir, ich wäre lieber im Club als hier. Ich langweile mich zu Tode. Ich bin froh, wenn der Arzt mir wieder die Erlaubnis gibt, zu arbeiten." Jetzt lachte Leonor am anderen Ende der Leitung. „Ist es so schlimm? Das kann ich mir gar nicht vorstellen."
„Oh doch, glaub mir. Sergio betüttelt mich wo er nur kann und sorgt sich um mich, dass ich schon ein total schlechtes Gewissen kriege", grummelte die junge Frau, woraufhin Leonor wieder lauthals lachte. „Magdi, sei doch froh, einen so fürsorglichen und liebevollen Freund zu haben!", tadelte sie ihre Freundin. Nun war es an Magdalena, leise zu seufzen. „Ja, du hast ja recht. Im Grunde...ist Sergio wirklich toll." Ein Lächeln hatte sich unbemerkt auf ihre Lippen geschlichen. Leonor hatte wirklich recht. Sie konnte froh sein, Sergio zu haben. Egal, ob er berühmt war oder nicht, er machte sie glücklich und war für sie da. Nicht jeder Mann konnte dies von sich behaupten. „Dann lass dich jetzt von ihm noch ein wenig verwöhnen und geniess es, nicht arbeiten zu müssen", riss Leonors Stimme sie wieder aus ihren Gedanken. „Mhm", war alles, was Magdalena noch rausbrachte. Langsam aber sicher wurde sie wieder etwas müde und wollte gerne schlafen. Dies teilte sie dann auch Leonor mit, die ihr sofort alles liebe wünschte für die nächsten Tage und sie nochmal ermahnte, dass sie sich von einem besorgten Sergio verwöhnen lassen sollte. Magdalena versprach es ihr, verabschiedete sich und legte dann auf. Als ihr Handy wieder auf dem Nachttisch lag, kuschelte sie sich in die Decke und ins Kissen und schloss die Augen. Sergio war noch beim Training, sie hatte etwas Ruhe und wusste, wenn sie viel schlief, dann würde es ihr bestimmt bald wieder viel besser gehen.
* * * * *
Weitere Tage vergingen, in denen sich Magdalena erholen konnte und Sergio sie liebevoll umsorgte.
Als sie noch einmal ins Krankenhaus musste – mittlerweile das dritte Mal – begleitete Sergio sie. Magdalena hatte zwar darauf bestanden, alleine hinzufahren, doch davon hatte der spanische Fussballer nichts wissen wollen.
Magdalena hatte darauf nichts mehr erwidert. Denn im Grunde fand sie es wirklich süss von ihrem Freund, dass er sich so um sie kümmerte obwohl er selbst immer wieder viel um die Ohren hatte mit Trainings, Spielen und Pressekonferenzen. Doch allem Anschein nach wuchs Sergio das alles nicht über den Kopf. Er war noch immer glücklich und fröhlich und schaffte es jeden Tag aufs Neue, sie zum Lachen zu bringen, selbst wenn ihr nicht danach war. Er hielt ihr im Krankenhaus die Hand, als man ihr die Fäden an der Stirn entfernte und sie ein letztes Mal untersuchte.
„Nun, Señorita Santiago...die Wunde ist gut verheilt und Sie sagten selbst, Ihre Kopfschmerzen seien mittlerweile gut zu ertragen. Dann würde ich sagen, Sie sind hiermit endgültig entlassen. Tragen Sie noch ein wenig Sorge zu sich und überanstrengen Sie sich nicht. Sollten die Kopfschmerzen wieder schlimmer werden oder sollte ihnen vermehrt stark schwindelig werden, melden Sie sich bitte unverzüglich wieder bei mir", erklärte der Arzt, woraufhin sowohl Magdalena als auch Sergio nickten. „Klar", versicherte sie ihm. „Gut, dann wünsche ich Ihnen alles Gute." Der Arzt schüttelte ihre Hand lächelnd und Magdalena überkam mit einem Mal ein Gefühl der Erleichterung. Sie konnte Krankenhäuser nicht leiden. Dass sie jetzt endlich nicht mehr jede Woche hierher kommen musste, machte ihr Leben wieder einfacher. Jedenfalls war sie davon überzeugt, egal ob es so war oder nicht.
Als sie das Krankenhaus verliessen, schlang Sergio einen Arm um Magdalenas Taille. „Na, alles klar?", fragte er sie und drückte ihr einen sanften Kuss auf die Wange. Die junge Frau nickte. „Ja, alles gut. Ich bin froh, muss ich nicht mehr herkommen", gestand sie ihm seufzend. Der Spanier lachte leise. „Was hältst du denn davon, wenn wir zur Feier des Tages essen gehen?"
Diese Frage kam für Magdalena so überraschend, dass sie abrupt stehen blieb und Sergio einige Schritte ohne sie im Arm weiterging. „Schatz? Was ist los?" Mit fragendem Gesichtsausdruck ging er langsam die paar Schritte zurück. Magdalena schluckte und suchte verzweifelt nach den richtigen Worten. „Ich...du willst...ausgehen? In ein Restaurant? In...die Öffentlichkeit?", fragte sie stattdessen zurück, ohne auf Sergios Frage einzugehen. Der Fussballer nickte. Seine Augen sprachen von Unverständnis Magdalenas Frage gegenüber. Tief holte die junge Frau Luft. Ihr Herz hämmerte aufgeregt gegen ihren Brustkorb. „Ich...Sergio, ich weiss nicht...", druckste sie herum. „Warum?" Die Frage war genauso simpel gestellt wie sie schwer war zu beantworten. „Ich...ich glaube, ich kann...das noch nicht", erklärte sie stammelnd. Sergio seufzte leise und fasste sie dann sanft am Arm. „Komm, wir reden zu Hause weiter darüber, okay?" Sie liess sich von ihm zu seinem weissen Audi führen und stieg ein. Als Sergio losfuhr, lehnte Magdalena ihre Stirn an die kühle Fensterscheibe und schloss die Augen. Sie fühlte sich wieder müder als noch vor einer Viertelstunde. Und ein unbehagliches Gefühl hatte sich in ihre Magengegend geschlichen und liess sie nun nicht mehr los. Sergios Vorschlag, noch am selben Abend auszugehen, hatte sie total durcheinander gebracht. Denn sofort waren die Bilder jenes Abends im Club wieder vor ihrem inneren Auge aufgetaucht. Magdalena befürchtete, dass es da draussen noch hunderte andere Frauen gab, die ihre Beziehung zu Sergio Ramos alles andere als guthiessen. Und davor hatte die junge Frau Angst. Sie erwähnte ihre Angst allerdings vor Sergio mit keiner Silbe. Stattdessen starrte sie nun aus dem Fenster und sah die anderen Autos und Gebäude an sich vorbeiziehen. Mal schneller, mal langsamer. Ein leiser Seufzer entwich ihr und sie warf einen kurzen, schnellen Blick in Sergios Richtung. Er schien es nicht gehört zu haben. Konzentriert hatte er seine Augen auf die Strasse vor ihm gerichtet und pfiff leise zur Musik im Radio. Wieder wandte Magdalena ihren Blick ab und starrte nun ebenfalls geradeaus. Sollte das der Anfang eines Streits sein? Ihres ersten Streits, weil sie nicht auswärts essen gehen wollte? Sie schluckte beim Gedanken daran, sich mit dem Mann, den sie liebte, zu streiten. Sie nahm sich aber vor, mit ihm darüber zu sprechen. Sie wollte nicht, dass er bestimmen konnte, was sie tun sollte oder nicht. Es war immer noch ihr eigenes Leben.
Viel zu schnell für Magdalenas Geschmack, hielt Sergio vor seinem Haus. Die beiden stiegen aus und kaum standen sie im Flur, kam ihnen ein freudig mit dem Schwanz wedelnder Odie entgegen. „Hallo Kleiner", lächelte Sergio, ging in die Knie und kraulte sein Haustier hinter den Ohren. Währenddessen ging Magdalena ins Wohnzimmer und liess sich langsam auf die Couch sinken. Sie legte die Füsse hoch, lehnte den Kopf an die Lehne des Sofas und schloss die Augen. Erst als sich sanfte Lippen auf die ihren legten, öffnete sie die Augen wieder. Ein lächelnder Sergio stand über ihr und strich ihr kurz über die Wange. „Alles okay?", wollte er wissen. Sie nickte ein wenig zögerlich, was dem Fussballer nun nicht entging. Er liess sich neben Magdalena auf die Couch sinken. Sie spürte, dass er nicht überzeugt davon war, dass alles in Ordnung war. „Ich...Sergio, ich kann...nicht ausgehen", sagte sie schliesslich leise. „Ich habe Angst."
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Bad Romance
FanficAls Magdalena Santiago auf Sergio Ramos trifft, beginnt eine leidenschaftliche Liebe. Doch die beiden sind grundverschieden, was häufig zu Streit führt. Und obwohl sie sich immer wieder versöhnen, gelangen sie irgendwann an den Punkt, wo sie festste...
