Mein Ruf in mir, dir ganz nah
Gib mir die Hand sei bei mir
Nur ein Gedanke er wird wahr
Und wenn Du weinst, bin ich bei dir
[Yvonne Catterfeld - Ich glaub an dich]
Nur am Rande hatte Magdalena wahr genommen, dass sie bei Sergio zu Hause angekommen waren. Sie war benommen, ihr Kopf dröhnte und sie hatte das Gefühl, er würde bald platzen. „Sergio...ich muss...doch nach Hause", murmelte Magdalena müde, als ihr Freund die Beifahrertür geöffnet hatte. Doch der Fussballer wollte davon nichts wissen. „Du schläfst hier, mein Schatz. Ich lasse dich nicht alleine." Mit diesen Worten fackelte Sergio nicht lange, sondern beugte sich zu Magdalena runter und hob sie auf seine Arme. Etwas hilflos schlang sie ihre Arme um seinen Nacken und liess den Kopf an seine Brust fallen. Ihr war noch immer schwindlig und schlecht. Sie wollte einfach nur noch schlafen.
Mit etwas Mühe schaffte Sergio es, seine Wohnungstür aufzuschliessen. Kaum stand er mit Magdalena auf dem Arm im Flur, erklang lautes Kläffen. „Odie, sei still!", tadelte Sergio seinen kleinen Terrier auf der Stelle. Nur noch ein Winseln erklang für einen kurzen Moment und dann tapste der Hund zurück auf seinen Platz. „Guter Hund."
Oben im Schlafzimmer legte Sergio seine Freundin vorsichtig aufs Bett. „Geht's?" Besorgt sah er sie an und strich ihr übers Haar. Auf Magdalenas Stirn klebte ein grosses, weisses Pflaster. Eine Platzwunde war genäht worden und Sergio konnte sich vorstellen, dass ein solcher Schlag gegen den Kopf mächtige Kopfschmerzen und Schwindel zur Folge hatte. „Ja, ja, es geht", nuschelte Magdalena und schloss die Augen in der Hoffnung, der Raum würde sich nicht mehr drehen. Doch selbst wenn sie die Augen geschlossen hielt, hatte sie das Gefühl, auf einem Karussell zu sitzen. Sie stöhnte leise. „Scheint, als geht's dir doch nicht so gut", bemerkte Sergio und erhob sich langsam. „Ich bin gleich wieder da."
Sie war beinahe eingeschlafen, da kehrte Sergio zurück ins Schlafzimmer. In der Hand ein Glas Wasser und eine Schmerztablette, die der Arzt ihnen im Krankenhaus mitgegeben hatte. „Hier, nimm das. Dann geht's dir bestimmt gleich etwas besser", sagte er sanft und reichte ihr beides, sobald sie sich etwas aufgerichtet hatte. Mit zitternden Fingern hielt sie das Glas fest und trank einige Schlucke. „Danke." Magdalena liess sich wieder in die Kissen sinken und schloss die Augen. Sergio betrachtete sie einen Moment, bevor er sich bis auf seine Boxershorts auszog und dann neben ihr ins Bett kletterte. Vorsichtig rückte er etwas näher an Magdalena heran und nahm sie in den Arm. „Sergio...", nuschelte sie, bereits mit geschlossenen Augen. „Danke." Er lächelte und streichelte sanft über ihren Oberarm. „Nichts zu danken", murmelte er. Doch darauf antwortete Magdalena nicht mehr. Sie war bereits eingeschlafen.
Ein stechender Schmerz hinter ihren Schläfen riss die junge Spanierin aus ihrem Schlaf. Leise stöhnend strich sie sich kurz über die Stirn und blinzelte einige Male, bis sie sich an die Dunkelheit im Schlafzimmer gewöhnt hatte. Sergio lag neben ihr, hatte einen Arm um sie geschlungen und schien tief und fest zu schlafen. Die Vorhänge flatterten leicht, eine kühle Brise wehte draussen vor dem Fenster. Magdalena kniff die Augen zusammen. Die Kopfschmerzen schienen ihr unerträglich und sie hatte das Gefühl zu sterben, wenn sie nichts dagegen tat. Vorsichtig löste sie sich aus Sergios Armen und schlug die Bettdecke zurück. Als ihre Füsse den weichen Teppichboden berührten, stand sie langsam auf. Augenblicklich begann sich alles um sie herum zu drehen wie auf einem Karussell. Doch sie zwang sich, sich nicht wieder hinzulegen. Sie brauchte etwas gegen die Schmerzen und sie wollte Sergio nicht aufwecken. Sie wusste ja nicht, wann er erst eingeschlafen war und ausserdem hatte sie nicht vor, dem jungen Fussballer zur Last zu fallen.
Langsam taumelte sie Richtung Tür und drückte die Türklinke leise runter. Sie wollte Sergio nicht aufwecken. Er hatte schon so vieles für sie getan, er sollte wenigstens noch schlafen können.
Kaum stand sie draussen im Flur, stützte sie sich an der Wand ab und atmete tief durch. Ihr Herz raste und ihr Kopf dröhnte so stark, als würden tausende Elefanten darin herum trampeln. Magdalena kniff die Augen zusammen, bis das starke Schwindelgefühl langsam aber sicher ein wenig nachliess. Dann stiess sie sich wieder von der Wand ab und ging weiter Richtung Badezimmer. Sergio musste die Schmerztabletten dorthin gelegt haben, denn im Schlafzimmer auf dem Nachttisch hatte Magdalena sie nicht gefunden.
Im Flur war es dunkel, ihr war kalt und alles drehte sich mit einem Mal wieder viel schneller. Sie stützte sich an der Wand ab, schloss die Augen, doch das Schwindelgefühl blieb, ebenso die Übelkeit. Und das alles übermahnte Magdalena mit einem Mal mit solcher Wucht, dass sie nicht mehr weitergehen konnte. Sie lehnte sich an die Wand und liess sich langsam daran nach unten gleiten, bis sie auf dem Fussboden sass. Den Kopf legte sie auf ihre angezogenen Knie und schloss die Augen. Sie konnte nicht mehr aufstehen. Alles drehte sich, ihr war schlecht und in diesem Moment, genau in diesem Moment, wünschte sie sich, überhaupt nichts mehr zu fühlen. Einfach nur tot zu sein. noch nie in ihrem Leben hatte sie solche Schmerzen gehabt. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so elend gefühlt wie jetzt.
„Magdi? Süsse, was tust du da?" Sergios Stimme drang leise an ihre Ohren und langsam hob sie den Kopf. Er machte das Licht im Flur an und sofort zuckte sie zusammen und machte die Augen zu. Das Licht verstärkte ihre Kopfschmerzen und tat ihr in den Augen weh. Mit besorgtem Gesichtsausdruck kniete sich der Fussballer hin und umfasste vorsichtig Magdalenas Gesicht. Sie hatte Tränen in den Augen und sie war bleich. „Ich...ich wollte...eine Sch-Schmerztablette holen und da...mir ist...so schwindlig geworden", stammelte sie und schloss die Augen wieder. „Du hättest mich wecken sollen", bemerkte Sergio, bevor er sich wieder erhob und seine Freundin auf die Arme nahm.
Zurück im Schlafzimmer, machte er das Licht wieder aus und legte Magdalena ins Bett. „Ich hol dir was."
Mit Tablette und Wasser kam er zurück und achtete darauf, dass seine Freundin dies auch wirklich austrank. Viel trinken war wichtig bei solchen Kopfschmerzen, das wusste er.
„Danke." Sie liess sich wieder ins Kissen sinken und schloss die Augen. Sergio legte sich zu ihr und nahm sie in den Arm. Während er langsam und zärtlich über ihren Rücken streichelte, überkam ihn erneut das Gefühl der Sorge und Angst um Magdalena. Er unterdrückte einen tiefen Seufzer und sah die junge Frau stattdessen einfach nur an. Sie lag hier in seinen Armen, mit geschlossenen Augen und da ihr Atem regelmässig und ruhig ging, wusste Sergio, sie war schon wieder eingeschlafen. Er jedoch konnte keinen Schlaf mehr finden. Zu sehr verwirrte es ihn, dass er tatsächlich so viel für eine Frau empfinden konnte. Er machte sich wirklich Sorgen um seine Freundin und es tat ihm weh zu sehen, dass sie Schmerzen hatte. Minutenlang lag Sergio einfach nur da und betrachtete die schlafende Magdalena. Sie war so schön, sie sah so friedlich aus. Und doch wusste er, dass es ihr nicht gut ging. Sanft strich er ihr eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelte dabei. Dass er jemals das Glück haben würde, eine Frau wie sie zu finden, das hätte er sich niemals erträumen lassen. Umso glücklicher war er jetzt, dass er doch jemanden wie Magdalena gefunden hatte. „Ich liebe dich", flüsterte der Sevillano leise, bevor auch er die Augen schloss. Vielleicht würde er in dieser Nacht doch noch ein wenig Schlaf bekommen.
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Bad Romance
FanfictionAls Magdalena Santiago auf Sergio Ramos trifft, beginnt eine leidenschaftliche Liebe. Doch die beiden sind grundverschieden, was häufig zu Streit führt. Und obwohl sie sich immer wieder versöhnen, gelangen sie irgendwann an den Punkt, wo sie festste...
