Hey there pretty lady tell me how you're doing
Tell me what can I do to help?
'Cause I've been thinking of you for a little while now
And this right here is how I feel
[Jonas Brothers - Got me going crazy]
Magdalena wusste selbst nicht, was sie hier tat. Aber sie verspürte das Bedürfnis, etwas Alkoholisches zu sich zu nehmen und zu versuchen, sich abzulenken. Und genau das würde sie jetzt auch tun. Ohne sich in der etwas düsteren Bar gross umzusehen, setzte sie sich auf einen Barhocker an den Tresen und winkte dem Barkeeper. Der junge Mann lächelte und entblösste dabei so strahlend weisse Zähne, dass Magdalena sich unwillkürlich fragte, ob er als Nebenjob noch für Zahnpasta Werbung machte. „Was kann ich Ihnen bringen, Señorita?" Sie schüttelte leicht den Kopf und legte die Stirn in Falten. „Ich hätte gerne...einen...Caipirinha", entschied sie sich schliesslich, woraufhin der Mann nickte und davon wuselte, um ihr Getränk zuzubereiten.
Während sie auf ihren Drink wartete, sah sich die junge Frau nun doch ein wenig um in der Bar. Musik spielte im Hintergrund. Nicht so leise wie in Kaufhäusern, aber auch nicht so laut, dass man sich nicht mehr hätte unterhalten können. Sie lauschte der Musik und liess dabei ihren Blick über die Holztische gleiten. Hier und da sassen vereinzelt ein paar Männer in kleinen Gruppen an Tischen und unterhielten sich angeregt. Von ihr schien niemand Notiz genommen zu haben. Magdalena drehte sich wieder um und sah da auch schon ihren Caipirinha vor sich stehen. Dankend rang sie sich ein kleines Lächeln für den Barkeeper ab und begann dann, an dem Getränk zu nippen.
Viel schneller als sie erwartet hatte, war das Glas leer und ihr stand der Sinn nach einem weiteren Getränk. „Ich hätte gerne noch einen, por favor", teilte sie also dem Barkeeper mit und hob ein wenig das Glas, um ihre Worte zu unterstreichen. Der Mann nickte und nachdem er einem anderen Gast ein Bier ausgeschenkt hatte, machte er sich wieder daran, Magdalenas Caipirinha zuzubereiten.
Zwei Stunden und zwei weitere Drinks später sass Magdalena noch immer am selben Platz, während die anderen Gäste der Bar kamen und gingen. Doch sie verspürte überhaupt nicht den Drang, nach Hause zu gehen. Sie fühlte sich wohl hier, lauschte der Musik, die ihr gefiel und genoss ihren nächsten Caipirinha.
„Eine so schöne Frau ganz alleine in einer solchen Bar?" Die männliche Stimme dicht an ihrem Ohr riss sie mit einem Mal aus ihren Gedanken und sie zuckte erschrocken zusammen. Als sie sich auf ihrem Barhocker umdrehte, blickte sie sogleich in ein Paar braune Augen, die zu einem markanten, gutaussehenden Gesicht gehörten und ein breites Lächeln mit weissen Zähnen machte das Bild perfekt. Für den ersten Moment völlig überrumpelt, starrte die junge Frau den Fremden einfach nur an. „Ich...", begann sie, doch der Mann wiegelte sie sogleich ab. „Sagen Sie nichts. Sie versuchen, Ihren Kummer in Alkohol zu ertränken, stimmt's?" Er warf ihrem Caipirinha einen scheelen Blick zu, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder Magdalena zuwandte. Ein wenig verlegen nickte sie. Es war ihr peinlich, dass ihr Vorhaben so offensichtlich zu sein schien. „Darf ich Sie zum tanzen auffordern? Nicht, dass Sie hier noch abstürzen", zwinkerte der charmante, junge Mann schliesslich und vor Magdalenas innerem Auge flackerte nur einen kurzen Moment lang Sergios Gesicht, bevor sie nickte und nach seiner Hand griff, die er ihr hinhielt. Obwohl nur noch ein anderes Paar hier zur Musik tanzte, störte sich Magdalena nicht daran, dass jeder sie sehen konnte. Seit sie mit Sergio zusammen war, hatte sie begonnen, damit zu leben.
Der Song, welcher gerade gespielt wurde, war ruhig und langsam, so dass sie ihre Arme um den Nacken des fremden Mannes schlang und sie es zuliess, dass er seine Hände auf ihre Hüften legte. Gemeinsam begannen sie, sich im Takt der Musik zu bewegen, während der junge Mann sie eingehend musterte. „Wie heissen Sie eigentlich?", raunte er ihr ins Ohr und sie konnte nicht verhindern, dass ihr ein leichter Schauer über den Rücken lief. „Magdalena", flüsterte sie und hoffte inständig, ihre Stimme würde nicht zittern. Wenn sie es doch getan hatte, liess er sich nichts anmerken. „Ein wundervoller Name." Der Tonfall seiner Stimme liess Magdalena nicht an seinen Worten zweifeln und sie lächelte. „Und mit wem habe ich das Vergnügen?" Die Neugier hatte sie nun gepackt. „Ich bin Pedro", lächelte er, bevor er Magdalena sich einmal um die eigene Achse drehen liess, dann schlang er wieder seine Arme um sie.
Magdalena liess es zu, auch, als sie merkte, dass sein Gesicht dem ihren immer näher kam, wich sie nicht zurück. Sie konnte sich selbst nicht erklären, warum sie zuliess, dass ein anderer Mann ausser Sergio sie so halten durfte. Und dass ein anderer Mann ausser Sergio gerade dabei war, sie zu küssen. Doch genau das tat Pedro in diesem Moment. Er küsste Magdalena. Und diese wehrte sich nicht. Sie liess es einfach geschehen. Nicht einen Gedanken verschwendete sie an Sergio. Nicht eine Sekunde dachte sie daran, dass sie gerade dabei war, ihren Freund – den Mann, den sie liebte – zu betrügen. Stattdessen erwiderte sie irgendwann Pedros Kuss. Und sie konnte nicht leugnen, dass es sich gut anfühlte, ihm so nah zu sein.
Erst als die beiden wieder Luft holen mussten, lösten sie sich voneinander. Pedro lächelte. Doch beide sagten kein Wort, sahen sich nur an und bewegten sich im Takt der Musik.
Als das Stück zu Ende war, begleitete Pedro Magdalena zur Bar, wo sie sich je einen Drink bestellten. Die junge Frau spürte den Alkohol bereits durch ihr Blut fliessen, sie fühlte sich leicht und unbeschwert. Sie wusste, dies war kein sehr gutes Zeichen, sie war drauf und dran, betrunken zu werden. Sie schüttelte leicht den Kopf bei dem Gedanken. Ein Drink mehr oder weniger würde jetzt auch nichts mehr machen.
Zusammen mit Pedro setzte sie sich an einen Zweiertisch unweit der Bar und stiess mit ihm an. „Darauf, dass mir in einer solchen Bar eine solch wunderschöne Frau begegnet ist", sagte Pedro charmant, als ihre Gläser aneinanderstiessen und Magdalena konnte dabei nur lächeln. Er machte sie verlegen, soviel war klar. Schon eine ganze Weile hatte sie keine solchen Komplimente mehr erhalten, doch jetzt genoss sie es umso mehr. „Auf diesen Abend", sagte sie schliesslich, nachdem die beiden die Gläser schon längst wieder runtergenommen hatten. Doch Pedro nickte ihr zustimmend zu, bevor er einen Schluck seines Sex on the Beach trank.
Irgendwann – Magdalena wusste nicht mehr, wie viel Uhr es war - griff der junge Mann nach ihrer Hand und sah ihr direkt in die Augen. „Lass uns gehen", meinte er plötzlich und einen kurzen Moment lang zögerte die Spanierin. Doch dann nickte sie. Was war schon dabei? Sie wollte heute nicht an Sergio denken, wollte nicht über Streit mit ihm nachdenken und darüber, was aus ihrer Beziehung geworden war. Sie wollte den Abend geniessen. Und sei es auch mit einem anderen Mann.
Widerstandslos liess sich Magdalena von ihm zu seinem Wagen führen. „Ich glaube, du wirst meine Wohnung mögen", grinste Pedro, als sie auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte. Fragend sah sie ihn an. „Wie kommst du darauf?" Er zuckte kurz mit den Schultern, sein Grinsen wurde noch um einiges breiter und er meinte ganz cool: „Bis jetzt hat noch jede Frau meine Wohnung gemocht."
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Bad Romance
FanficAls Magdalena Santiago auf Sergio Ramos trifft, beginnt eine leidenschaftliche Liebe. Doch die beiden sind grundverschieden, was häufig zu Streit führt. Und obwohl sie sich immer wieder versöhnen, gelangen sie irgendwann an den Punkt, wo sie festste...
