16. Vorstellungsrunde und Gelaber vom Autor

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Kurzes Dazwischengequatsche von mir:
1. Wie findet ihr die Geschichte bis jetzt?
2.Soll der/die Böse ein Mann oder eine Frau sein?
3.Gab's im Mittelalter schon so was wie Unterwäsche o.O?
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Als Jenna am nächsten Morgen aufwachte, wusste sie kurz nicht, wo sie war. Mit einem Lächeln erinnerte sie sich dann an den letzten Tag und drehte sich um, doch die andere Betthälfte war leer, Lucian war nicht da. Verwirrt wickelte sie sich aus der Decke und stand auf. Über einem teuer aussehenden Sessel hing ein Kleid für sie, es war cremefarben mit ein paar bunten Blüten darauf. Als sie sich fertig angekleidet hatte, ging die Tür auf und Lucian trat herein, mit einem Tablett in der Hand. Der Duft von Tee und frischem Brot wehte zu Jenna hinüber. Überrascht sah sie ihn an.
„Was für ein Luxus. Wird man hier immer vom Prinzen bedient?"
Erstaunt setzte sie sich zu ihm an den Tisch und ließ sich Tee einschenken.
Schmunzelnd verteilte Lucian Teller und Besteck auf dem Tisch.
„Nein, ich denke nicht. Die Angestellten in der Küche haben heute Morgen fast einen Schock bekommen, als ich dort aufgetaucht bin, weil sie dachten, sie hätten etwas vergessen. Ihre Blicke, als ich Essen auf ein Tablett gestellt habe und wieder gegangen bin, hättest du eigentlich sehen müssen."
Jenna hob mahnend den Finger.
„Erschrecke niemals die Leute, die dein Essen kochen."
Lachend fielen die beiden über das köstliche Frühstück her. Den Rest des Tages zeigte Lucian Jenna die anderen Räume in der Mitte des Bergfrieds, darunter Speisesäle, Banketträume und Ballsäle, außerdem stellte er sie verschiedenen Adeligen und auch Bediensteten vor. Mittags platzten sie einfach in die Küche, wo sie, wie Lucian prophezeit hatte, verwirrt und überrascht angesehen wurden. Jenna lernet kurz die Köche kennen, während Lucian alle beruhigte, dass sie nichts vergessen hätten und alles in Ordnung sei. Beim Hinausgehen schnappten sie sich noch beide eines der süßen Gebäckstücke, die ein Koch erst frisch gebacken hatte. Kaum fiel die Tür hinter ihnen zu, müssten die beiden laut über die verdutzten Gesichter lachen. Noch immer kichernd und essend stiegen sie wieder auf die Mauer, wo sie einen gemütlichen Spaziergang einmal rund rum machten. Nach zwei Stunden fand sie dort leider ein Page und teilte ihnen mit, dass der König sie mit einigen wichtigen Adeligen im Thronsaal erwarte. Bedauernd stiegen sie wieder die Treppen hinunter und beeilten sich, in den Thronsaal zu kommen. Den Rest des Abends wurde Jenna den verschlossenen Mienen und kritischen Blicken der Adeligen ausgesetzt und mit deren Namen, Titeln, Auszeichnungen und Verdiensten konfrontiert, bis ihr der Kopf schwirrte.
Ein besorgter Seitenblick auf seine Frau zeigte Lucian, wie erschöpft sie von ihrem erlebnisreichen Tag war. Kaum musste sie ein Gähnen unterdrücken, entschuldigte und verabschiedete er sich mit ihr.
„Danke.", murmelte sie müde und stützte sich auf ihn, während sie die Treppe zu seinen Gemächern hochstiegen. Er half ihr, ihr Kleid auszuziehen und trug sie zum Bett, wo er sie fürsorglich in eine Decke einwickelte. Bevor Jenna protestieren konnte, dass sie noch in der Lage war, selbst zu laufen, war sie bereits eingeschlafen.
Liebevoll sah Lucian sie an, mit einer Spur Besorgnis. Vielleicht war es doch zu früh gewesen, sie hierher zu holen. Wenn sie bei ihm blieb, würde sie irgendwann Königin werden und solchen anstrengenden Treffen und auch Manipulationen ausgesetzt sein. Seufzend hob er ihr Kleid auf und legte es vor die Tür, wo ein Diener es abholen und waschen würde, dann schmiss er sein Hemd dazu und kletterte zu Jenna ins Bett.
Noch immer bedenklich strich er ihr über die Haare und betrachtete ihr friedliches, schönes Gesicht.
Als würde Jenna die Zweifel ihres Geliebten spüren rutschte sie im Schlaf näher zu ihm und kuschelte sich an ihn. Er lächelte ein wenig ungläubig. Bevor er Jenna getroffen hatte, hatte er niemanden gehabt, bei dem er wirklich das Gefühl hatte, verstanden zu werden. Beim Anblick der Pärchen im Park und auf Bällen hatte er sich immer nur frustriert gefragt, wie er jemals jemanden finden sollte, dem er so bedingungslos vertraute, vor allem, nachdem viele Seiten versucht hatten, den zukünftigen jungen König zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
Und Jenna war mit ihm gegangen, ohne zu wissen, wer er war.
Erneut seufzte er. Er würde ihr wirklich beibringen müssen, nicht so schnell zu vertrauen. Hätte er ihr auf dem Ball Böses gewollt, hätte niemand mitbekommen, dass sie im Garten verschwunden waren. Er könnte es sich niemals verzeihen, sollte ihr etwas passieren. Beschützend legte er seine Arme um seinen Schatz und schlief neben ihr ein.

JennaWo Geschichten leben. Entdecke jetzt