Neuer Besitzer, neues Glück?

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Is everything going to be better or worse?

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Katias Sicht

Ein jung aussehender, gut gebauter Mann ebenfalls im schwarzen Anzug betrat den Raum und blieb etwas entfernt von mir stehen. "Viktor Antonov, dein Besitzer.", wurde er mir von dem Mann, der mich hergebracht hatte, vorgestellt. Viktor musterte mich noch einmal von oben bis unten, bis er den anderen Mann hinaus schickte. Er trat noch näher an mich heran und strich mir über die Wange. Ich atmete immer noch flach und hatte Angst, seine Berührungen machten meine Gefühle nicht besser. "Du sahst auf der Bühne schon gut aus, aber von Nahem siehst du gleich noch viel besser aus, die ganzen Narben fallen gar nicht auf...", lächelte er verschmitzt. Ich schluckte und ahnte nicht unbedingt etwas Gutes. Er ließ seine Hand etwas weiter nach unten gleiten, bis seine Finger beinahe meine Brüste berührten. Doch bevor er sie berührte, nahm er seine Hand wieder von meinem Körper und sah mir fest in die Augen. "Wovor hast du Angst Katia?", fragte er mich mit seiner relativ tiefen Stimme und einem leichten russischen Akzent. "Vor vielem...", wich ich der Frage etwas aus. Es war mir unangenehm, dass er mich so anstarrte und genau wusste, dass ich Angst hatte, das war aber auch gar nicht zu übersehen. "Eine gute Antwort. Was erwartest du von deinem Leben bei mir?" "Nicht mehr als bei Anderen...", gab ich ehrlich zurück, "Ich weiß nicht, was mich erwarten wird." "Du bist sehr clever. Du hast sicher schon ein paar Erfahrungen gesammelt.", flüsterte er mir ins Ohr als er mir immer näher kam. "...Ja.", gab ich noch ängstlicher als vorher zurück. "Ich mag Mädchen mit Erfahrung...", meinte er rau und küsste meinen Hals. Ich wusste, dass ich mich nicht wehren sollte, doch ich tat es trotzdem, indem ich ihn von mir weg schob. "Diese Art von Erfahrung habe ich nicht...", gab ich mit gesenktem Blick zurück und wartete darauf, dass er mich dafür, dass ich ihn von mir weg geschoben hatte, schlagen würde, doch er tat nichts dergleichen. Er stand noch immer ziemlich dicht bei mir, hatte seine Hände aber auf meine Schultern gelegt. "Was dir an Erfahrung fehlt, kann ich dir beibringen Süße. Aber ich habe dich nicht nur als mein Sextoy gekauft, ich möchte allgemein etwas Gesellschaft haben.", lachte er kurz und beugte sich dann wieder auf meine Augenhöhe hinab. "Wirst du mir gehorchen und tun, was ich dir sage?", fragte er ruhig und sah mich forschend an. "Ja.", diese Antwort wurde mir zweckgemäß schon als Kind eingetrichtert, damit andere Käufer es leichter hatten. Ob ich mich daran halten würde hing immer davon ab, was der jeweilige Besitzer bei Nichtachtung der Regel mit mir tat. Da ich Viktor noch nicht kannte, wollte ich es mir nicht gleich versauen, vielleicht war er gar nicht so übel. "Gut Kleine, dann komm, wir fahren nach Hause, beziehungsweise, wir fliegen.", gab er geschäftlich von sich und nahm mich bei der Hand um mich aus dem Raum zu führen. "F-Fliegen?", fragte ich ängstlich nach, denn ich hatte Flugangst, ich wusste selber nicht warum. Wahrscheinlich einfach nur deshalb, weil ich als Kind im Flugzeug starke Turbulenzen erlebt hatte und dachte wir würden abstürzen. "Ja wir fliegen, du hast doch nicht etwa Angst davor?", fragte er. "Etwas...", log ich, dabei zog sich bei dem Gedanken an einen Flug alles in mir zusammen. "Mhh, anders geht es leider nicht. Ich würde nämlich ganz gerne heute noch ankommen. Russland ist etwas weit weg um mit dem Auto zu fahren.". Als ich unser Ziel erfuhr stockte mir kurz der Atem, ich war überrascht, dass er für diese Auktion extra nach Amerika gekommen war. Es war nicht das erste Mal, dass ich in Russland sein würde aber ich wollte da eigentlich nicht mehr hin zurück, denn ich verband sehr schlechte Erinnerungen mit Russland, was nicht zuletzt an meinem ehemaligen Besitzer lag. "Hey, hör auf zu träumen und steig ein Kleine.", meinte Viktor etwas schroff und schob mich in die Limousine. "Tut mir leid...", erwiderte ich schnell. "Nicht so schlimm, worüber hast du nachgedacht?", fragte er neugierig. Ich war etwas überfordert, denn ich war es nicht gewohnt, dass sich ein Besitzer so sehr für mich interessierte. "Ü-über Russland..." "Russland ist teilweise wirklich schön." "...", ich schwieg. Ich hatte nie viel von Russland gesehen, denn ich war immer im Haus eingesperrt gewesen. "Du warst schon mal da?", er sah mich fragend an und ich nickte zögerlich. "Wann?", fragte er überrascht. 'Die letzten Jahre', dachte ich, antwortete jedoch mit, "Ich weiß es nicht mehr so genau.". "Ich glaube du lügst, aber ich werde dir das im Moment noch verzeihen, solange du sonst in jedem Punkt ehrlich bist. Also, lass mich dich ein bisschen was fragen.", seine Stimme hatte etwas beruhigendes und gleichzeitig etwas anregendes, sie war einzigartig. "Warst du wegen deines letzten Besitzers in Russland?", die Frage traf genau ins Schwarze und je öfter er von Russland sprach, desto mehr Erinnerungen an die letzten Jahre kamen wieder zu Tage. Ich nickte nur, ohne ihn anzusehen, denn ich hatte Angst, vor ihm anzufangen zu weinen. "Hast du die Narben von ihm?", wieder nickte ich nur. "Bist du wirklich noch Jungfrau?", diese Frage war zu viel für mich, ich drehte meinen Kopf noch etwas weiter von ihm weg und die erste Träne bahnte sich ihren Weg meine Wange hinab. "Ich habe dich etwas gefragt Katia.", meinte er kalt und griff nach meinem Handgelenk. Ich wollte darauf nicht antworten, denn die Erinnerung daran, wie ich meine Unschuld verloren hatte, war für mich viel zu schmerzhaft und noch viel zu frisch. "Katia, antworte! Vergiss nicht, dass du mir zu gehorchen hast und genau so zu antworten hast, wenn ich dich was frage!", fuhr er mich an, woraufhin ich zusammen zuckte. Vielleicht hatte ich mich doch in ihm getäuscht. Er übte etwas mehr druck auf mein Handgelenk aus und ich drehte meinen Kopf wieder zu ihm, sah ihn weinend an und flehte ihn an aufzuhören. "Sag mir einfach, was ich wissen will und ich lass dich los.", gab er eiskalt zurück. Ich sah beschämt zu Boden und antwortete mit einem geflüsterten und gebrochenem 'Nein'. Ich spürte wie er mich los ließ, jedoch sagte er nichts mehr.

Broken WorldWo Geschichten leben. Entdecke jetzt