Neuanfang?

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„Ich werde Tag und Nacht um dich kämpfen, egal wie du dich entscheiden wirst." sagte an Andreas, als er die Tür meines Büros öffnete.
„Becks, ich weiß nicht was ich machen soll." schluchzte ich, „Ach Süße, du solltest es wenigstens versuchen. Ich möchte, dass wenigstens eine von uns glücklich ist."
Sagte meine beste Freundin, während wir zusammen auf der Couch bei einer großen Tasse Kakao saßen.
Gestern war ich nach dem Vorfall noch bei einigen Gerichtsverhandlung, sodass ich nicht wirklich Zeit hatte darüber nachzudenken.
Doch da heute Samstag, Rebecca vor ein paar Stunden mit dem Zug hier eingetroffen war und sie mir über ihre Begegnung mit Andreas nach der Show erzählt hatte. Kahm alles wieder hoch.
„Andreas hat dir wirklich alles erzählt?", fragte ich noch einmal nach.
„Ja und ich bin mir ziemlich sicher, dass er dich schrecklich vermisst. Ich meine er hat vor mir angefangen zu weinen. Ich wollte es dir wirklich sagen, doch er hat mich darum gebeten es für mich zu behalten. Er wollte selber mit dir reden. Lia, er ist so ein toller Mann gib ihm bitte noch eine Chance." fügte sie noch hinzu und nahm mich dann in den Arm.
Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum.
Gestern war ich mit Rebecca feiern gewesen und als ich von ein paar Männer angesprochen wurde, wurde mir klar, dass ich mir meine Zukunft mit keinem anderen Mann vorstellen könnte.
Uns trennte zwar auf den Tag genau ein Altersunterschied von vierzehn Jahren.
Dennoch hatte mich dieser damals nicht abgeschreckt und dass würde er nun auch nicht mehr.
Meine Zweifel hatte ich ebenfalls auf die Seite geschoben, ich fühlte mich bereit aber auch irgendwie nicht.
Doch jetzt gab ein kein Zurück mehr, als ich die Klingel seiner Wohnung betätigte. Seine aktuelle Adresse hatte ich aus seiner Akte in meinem Büro entnommen.
Mein Atem ging schneller und meine Hand zitterte als ich diese, um die Klingel zu betätigen ausstreckte.
Der Klang der Glocke lies mich etwas zusammenzucken, jetzt war es tatsächlich zu spät.
Ich wartete ein paar Minuten. Doch genau in dem Moment, als ich mich umdrehte, ertönte ein leises raues „Lia." hinter mir, dass Andreas der in der Tür erschienen war hauchte.
Langsam drehte ich mich um, nur um in ein verquollenes Gesicht zu blicken.
Andreas wirkte müde, kaputt und schlaff, dennoch lächelte er mich an. Ich musste bei seinem Anblick erst einmal schwer schlucken, ich wollte nicht das es ihm wegen mir schlecht ging.
Ich schritt ein paar Meter auf ihn zu, sodass ich nur meinen Arm auszustrecken brauchte um ihn zu berühren, „Ich verzeihe dir." nuschelte ich, während mein Kopf gesenkt und mein Blick gen Boden gerichtet war.
Andreas nahm mein Gesicht in seine weichen Hände, sodass ich ihn notgedrungen anschauen musste.
„Ich werde dich nie wieder gehen lassen."
„Andy, bitte lass es uns einfach langsam angehen, von vorne beginnen, uns neu kennenlernen." flehte ich, da ich angst hatte erneut verletzt zu werden.
Ein verschlafenes „Papi?" ertönte hinter Andreas, woraufhin er sich von mir löste.
Ein kleines Mädchen kam mit ihrem Teddy in ihrer Hand auf uns zu getapst, sie schien gerade von ihrem Mittagsschlaf aufgewacht zu sein. Ihr Anblick hauchte mir sofort ein Lächeln auf die Lippen, sie hatte die gleichen braunen Augen wie Andreas und auch dessen Haarfarbe hatte sie von ihm geerbt.
„Em, hast du gut geschlafen?" fragte Andreas, als er sich zu seiner fünfjährigen Tochter herunterbeugte. Doch anstatt ihrem Vater zu antworten lief sie einfach an ihm vorbei, bis sie vor mir stehen blieb. „Lia!?" es war mehr eine Frage, als eine Antwort.
„Ja das bin ich Em." sagte ich und kniete mich vor das kleine Mädchen. Sie war noch sehr müde, da sie sich erst einmal die kleinen Augen rieb, ehe sie ein „Ich hab dich vermisst." herausbrachte und mir dann um den Hals fiel. Fast wäre ich dabei umgekippt.
„Ich hab dich auch vermisst." flüsterte ich Emilia ins Ohr, „ich hab dich sogar sehr vermisst.", woraufhin sie sich noch mehr um mich klammerte. Mit leichten Schwierigkeiten nicht zu stolpern stand ich mit der Kleinem im Arm auf, da sie tatsächlich innerhalb von Sekunden in meinen Armen eingeschlafen war.
Andreas, der alles lächelnd beobachtet hatte, wies mir mit einem Kopfnicken an, ihm in die Wohnung zu folgen. Nachdem ich mir irgendwie meiner Schuhe entledigt hatte und wir Ems Kinderzimmer betraten, legte sich sie vorsichtig ins Bett, deckte sie zu und gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn. Mir wurde erst jetzt so richtig bewusst wie sehr ich die Kleine vermisst hatte. Aber nicht nur sie auch Konstantin und Max fehlten mir schrecklich. Ich hatte die Drei nie als meine Stiefkinder angesehen, genauso wenig wie die Drei selbst. Wir hatten ein enges Verhältnis und ich liebte die Drei wirklich, dennoch wollte ich Sabine nicht ihre Mutterrolle rauben. Das gehörte sich einfach nicht und das wollte ich auch nicht sein. Immerhin trennten mich und Max, dem Ältesten der drei Rabauken, gerade einmal vierzehn Jahre.

By your side || EhrlichBrothersWo Geschichten leben. Entdecke jetzt