Andreas Sicht.
„Darf, Darf ich zu ihr? " nuschelte ich, während ich wie ein kleines Kind mit meinen Füßen auf und ab wippte. Ich wollte sie endlich sehen, sie endlich in meine Arme schließen. Sie nie wieder loslassen.
„Sie wird bestimmt noch ein paar Stunden schlafen. Aber sie können gerne zu ihr. Ich bin mir sicher, wenn sie aufwacht, wird sie sich freuen ihr Gesicht zusehen. " sagte der Mann, im Ärztekittel vor mir. Dabei zwinkerte er mir leicht zu.
Ich folgte dem Arzt, der mir mit einer Handbewegung angewiesen hatte ihm zu folgen. Vor einem Zimmer auf der Intensivstation blieben wir schließlich stehen. Ohne den Raum betreten zu haben, konnte ich Lia durch ein Fenster sehen. Ihr zierlicher Körper war über und über mit Schläuchen bedeckt. Außerdem war sie an unzählige Maschinen angeschlossen.
Es zerriss mich innerlich, mein kleines Sternchen so zu sehen.
Ich verspürte den Drang sofort zu ihr stürmen. Doch da ich meine kleine Grippe noch nicht überstanden hatte, musste ich zuallererst eine Schutzkleidung, sowie Handschuhe und Mundschutz anziehen.
„Hey mein Sternchen" ich wusste, das sie mich nicht hören würde, doch es war mir egal. „Tue mir das ja nie wieder an." schluchzte ich, sobald ich auf einem Stuhl neben ihr Platz genommen hatte.
Ich saß einige Zeit dort, auf dem Sessel und hielt ihre Hand. Ich schüttete mein Herz aus, bis ich die Entfernung zwischen uns nicht mehr aushielt. Ich hob die Decke leicht an, nur um darunter zu schlüpfen und mich an Lia zu kuscheln. Mit ihrem vertrauten Geruch in der Nase schlief ich schließlich ein.
Ein kräftiger Stoß ließ mich aus dem Bett fliegen. Von einer weichen Landung hätte ich in dem Moment nur träumen können, denn ich küsste den kalten und vor allem harten Krankenhausboden.
„Andreas, geht's dir gut." meine Mutter, sowie Rebecca hatten sich über mich gebeugt und blickten mich besorgt an.
Hinter ihnen stand mein Bruder, der sich vor Lachen den Bauch hielt.
„Haha sehr lustig Chris." fuhr ich ihn an, was ihn nur noch mehr zum Lachen brachte.
Wie lange waren die drei schon hier und vor allem wie lange hatte ich geschlafen?
„Was ist passiert?" fragte ich völlig verwirrt, nachdem ich meinen Blick von Chris abgewendet hatte.
Meine Mutter lächelte mich leicht an und trat einen Schritt zu Seite.
„Tut, tut mir leid Schatz." ihre Stimme war leise, Lia wirkte mitgenommen.
„Ich wollte mich doch nur an dich kuscheln..."
So schnell ich konnte sprang ich auf meine Beine.
Dort lag sie, Lia lebte. Sie lächelte mich schüchtern an.

„Mein Sternchen." flüsterte ich und nahm ihr Gesicht in meine Hände.
„Ich dachte ich hätte dich verloren." Eine kleine Träne löste sich spürbar aus meinem Augenwinkel.
„Weine nicht, so schnell wirst du mich nie wieder los." hauchte sie und streckte vorsichtig ihre Hand nach mir aus. Mit ihren kleinen, zitternden Fingern strich sie mir die Träne aus dem Gesicht.
Lia wollte ihre Hand zurückziehen, doch ich hielt diese fest.
Ich wollte sie spüren, wollte sie bei mir haben.
Meine Wange legte ich sanft in ihre Handfläche und genoss einfach den Moment.
„Ich liebe dich." zeitgleich sprachen wir die drei Worte aus.
Die drei Worte die meine Liebe zu Lia gar nicht wirklich ausdrücken konnten.
Nichts würde meine starken Gefühle jemals beschreiben können.
„Mhh mhh." ein lautes räuspern ließ uns auseinanderschrecken.
Von meinem kleinen Bruder und seiner Freundin, sowie meiner Mutter fehlte jede Spur. Stattdessen befand sich dort Jamie, der uns lächelnd betrachtete.
Wie lange er dort wohl schon stand? Als hätte der Schotte meine Gedanken gelesen antworte er auf meine Frage.
„Keine Sorge, ich bin noch nicht lange hier, zumindest noch nicht all zu lange." zwinkerte er mir zu.
„Ich wollte nach dir sehen, wollte wissen wie es dir geht." Er wendete sich an Lia.
„Danke Jamie, danke das du mir das Leben gerettet hast. Danke das du mich nicht aufgeben hast." „Wo, woher weißt du das?" fragte Dr. Brixton, dem inzwischen jegliche Farbe aus dem Gesicht gewichen war.
Meine Freundin blickte auf unsere ineinander verschlungen Finger. Sie schwieg eisern. Lia konnte es gar nicht wissen, konnte nicht wissen was passiert war. Die Ärzte waren noch nicht da gewesen. Jamie war der Erste, der den Raum betreten hatte, seit sie wach war. Und meine Mutter, mein kleiner Bruder und Rebecca, sie konnten es gar nicht wissen. Die Ärzte hätten es ihnen nicht sagen dürfen. Ich musste schwer schlucken, was wenn der Traum den ich hatte gar kein Traum gewesen war?
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By your side || EhrlichBrothers
Hayran Kurgu„Ich werde immer an deiner Seite sein, vergiss das nicht." sagte Andreas, ehe er mich alleine zurück ließ.
