Ehevertrag

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„Sorry Becks, aber ich muss nochmal schnell los, ich muss mir ein paar Unterlagen im Gericht abholen." sagte ich zähneknirschend, nachdem ich die Kanzlei aufgesperrt und Rebecca Einlass gewehrt hatte. „Andy und Chris müssten in einer halben Stunde kommen, tut mir echt leid, aber du musst die beiden auf Trapp halten." ich schaute meine beste Freundin entschuldigend an. „Das ist ja großartig." seufzte sie, dennoch erkannte ich in ihren Augen ein glitzern, was mich zum Schmunzeln brachte. „Ich beeil mich auch versprochen." sagte ich, „Ist schon okay, ich freu mich ja, aber ich habe Angst etwas falsches zu machen.", „Sei einfach du selbst, dann klappt das schon." sprach ich ihr aufmunternd zu, ehe ich sie noch zum Abschied in eine Umarmung zog, „Wie gesagt ich brauche nicht lange, aber du schaffst das, du musst nur an dich glauben und ich glaube sogar ganz fest an dich."
Tatsächlich war ich keine Dreiviertelstunde später wieder zurück. Doch als ich die Tür zur Kanzlei öffnete, war es totenstill und es fehlte jede Spur von Becks, Andy und Chris. Verwundert darüber lief ich erst einmal zu meinem Büro um meine Sachen erst einmal abzulegen. „Ich kann dir ja mal die Werkstatt und so zeigen." hörte ich Chris sagen, „Sehr gerne, dass würde mich echt freuen, natürlich nur wenn das kein Problem ist." antworte meine beste Freundin, aus ihrer Stimmlage konnte ich entnehmen, dass sie innerlich komplett aufgeregt war, dies aber versuchte so gut es geht nach außen zu verstecken. „Mein Bruder macht das gerne, sonst hätte er es nicht angeboten, stimmst Chris?" lächelte Andy, als ich leise die Tür geöffnet und die drei bei ihrem Gespräch beobachtet hatte. Die drei hatten es sich auf meinem Sofa bequem gemacht und schlürften, nach dem Geruch zu urteilen, Kaffee. Andreas war der erste, der mich bemerkte. Ich stand immer noch im Türrahmen und blickte die drei lächelnd an, „Hey Lia." flüsterte Andreas, als er auf mich zugelaufen Kam und mir einen Kuss auf die Stirn hauchte, sich dann etwas weiter nach unten beugte und meine Lippen liebkoste. „Hey" flüsterte ich ebenfalls zurück, wobei wir von den anderen beiden Anwesenden mit einem Lächeln beobachtet wurden. „Wie ich sehe versteht ihr euch ja großartig." sagte ich, während ich zuerst Chris und dann meine Sandkastenfreundin anschaute. „Ich denke wir sollten meinen Bruder und Lia alleine lassen." nuschelte Chris verlegen und schaute dabei Becks an, „Wir können ja draußen weiterreden.", „Ja das ist eine sehr gute Idee." Stimme ich Chris zu und zwinkerte dabei unauffällig in Rebeccas Richtung. Die beiden wären schon ein süßes Paar dachte ich mir, als sie sich gleichzeitig nebeneinander durch die Tür quetschten und somit Andreas, als auch mich zum Lachen brachten.
„Ich hab die ja schon gestern gesagt, dass ich ein paar Sachen von Sabines Anwalt zugeschickt bekommen habe." sagte ich an Andreas gewandt, der gegenüber von mir auf einem Stuhl saß, „Ich befürchte es sieht nicht gut aus." seufzte ich und rieb mir dabei die Schläfe. „Was heißt es sieht nicht gut aus?" fragte Andreas besorgt und rutschte dabei näher am meinem Schreibtisch, „Sie möchte euren Ehevertrag als ungültig erklären und somit haben wir echt ein gewaltiges Problem.", „Und was bedeutet das genau?" Andreas wirkte etwas verwirrt. „Nichts gutes, da sie damals zuerst die Scheidung haben wollte, würde das heißen, dass sie keinen Anspruch auf irgendetwas hätte, doch falls der vertag tatsächlich vom Gericht als ungültig erklärt werden würde, dann müsstest du ihr mehr als die Hälfte deines Vermögens überschrieben und dazu auch noch die Unterhaltskosten für die Kinder. Es könnte auch noch gut möglich sein, dass du Em, Max und Konstantin nicht mehr sehen dürftest, denn wie ich ebenfalls von ihrem Anwalt erfahren habe möchte sie das alleinige Sorgerecht beantragen, da du sowieso fast nie zuhause bist.", „Kann sie, kann sie das wirklich machen?" fragte Andreas mit schluchzender Stimme, in seinen Augen lag so viel Schmerz. „Hey Andy" flüsterte ich und kniete mich vor in, strich ihm ein paar Tränen aus dem Gesicht und griff nach seiner Hand, „Natürlich nicht, deine Kinder haben dabei auch noch ein Mitspracherecht und außerdem ist ihre Chance gering, dass der Ehevertrag als nichtig angesehen wird, insofern ihr diesen von einem Notar unterzeichnen lassen habt.", „Ja das haben wir." schluchzte er, „Andy, egal was passiert, ich werde immer da sein, dir zur Seite stehen und dich unterstützen."

By your side || EhrlichBrothersWo Geschichten leben. Entdecke jetzt