Die Welt um mich herum, nahm ich nicht mehr war. Chris und Freddy traten in den Hintergrund.
Mein Blick war auf Andreas gerichtet.
„Ich werde dich verlieren."
Seine Worte halten in meinem Kopf und seine Stimme schwall zu einem riesigen tosenden Fluss an.
„Ich werde dich verlieren. Ich werde dich verlieren. Ich werde dich verlieren..."
Ich wollte schreien, wollte davon laufen. Doch meine Stimme genauso, wie meine Beine versagten. Noch einmal würde mein Herz, das sicherlich nicht aushalten. Ein weiteres Mal, würde ich das nicht überleben.
Es dauerte eine Weile, bis ich wieder klar denken konnte. Andy lag immer noch weinend in meinem Armen.
„Was bedeutet das?", Christian sprach mit gedämpfter Stimme.
Freddy und er hatten sich einige Meter entfernt. „Herr Reinelt... Ich meine Chris. Simon ist zurück. Und dieses Mal scheint Andreas, da in der ganzen Sache mit verwickelt zu sein."
„Was hat mein Bruder mit der ganzen Sache zu tun? Was will dieser Mann von meiner Familie?"
Familie, dieses Wort löste in mir ein kleines Feuer aus. Ich wurde so süß von Anna, den Kindern und vor allem von Chris aufgenommen. Ein Leben ohne diese ganzen Menschen an meiner Seite, konnte ich mir nicht mehr vorstellen.
Freddy's Stimme war gedämpft, als er sich zu Chris hinüber beugte und ihm ein „Simon ist zurück!" ins Ohr flüsterte.
„Lia, Schatz, bitte." Andreas, der immer noch vor mir auf dem kalten Fußboden lag, begann an meinem Ärmel zu zupfen.
Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen und als ich diese wieder aufschlug, lag ich schweißgebadet in meinem Bett. „Schatz, schon okay, das war alles nur ein Traum."
Es dauerte etwas bis ich mich an das grelle Licht gewöhnt hatte.
Andy lächelte mich gequält von der Seite an.
„Wie lange bist du schon hier?", nuschelt ich. Strich mir dabei über das Gesicht, ein kläglicher Versuch meinen Gedanken und den damit verbundenen Traum verschwinden zu lassen.
„Eine Weile."
Eine unangenehme Stille legte sich zwischen uns.
Etwas bedrückte meinen Verlobten, das konnte ich deutlich spüren. Es lag förmlich in der Luft.
„Schatz was ist los?" meine Stimme war kaum hörbar, nicht mehr als ein Flüstern.
Mein Gegenüber blickte starr auf einen Punkt vor sich. Etwas stimmte ganz und gar nicht.
Es dauerte eine Weile, ehe Andreas einen tiefen Atemzug nahm und zu sprechen begann.
„Lia, ich war bei Chris... Es wird kein uns mehr geben."
Mein Herz setze für eine Sekunde aus. Merklich stiegen mir Tränen in die Augen.
„Ich... Ich verstehe nicht.", hauchte ich fassungslos.
Das konnte doch nicht sein Ernst sein.
Ich streckte meine Hände aus und nahm seine in meine.
Ich wollte ihm Trost spenden. Zeitgleich versuchte ich zu verstehen, was sich gerade abspielte. Was zwischen den Brüdern passiert war.
„Chris und Andreas Ehrlich, die Ehrlich Brothers, wird es nicht mehr geben. Wir haben entschieden, uns aus dem Showbusiness zurück zu ziehen. Und vorerst beruflich getrennte Wege zu gehen."
Erneut legte sich eine Stille zwischen uns. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
Einige Minuten saßen wir schweigend nebeneinander. Ehe Andy aufstand und ins angrenzende Badezimmer ging. Nur um wenige Minuten später neben mir im Bett zu liegen.
Er kuschelte sich von hinten an mich und legte seine Arme um mich. Deutlich war sein Atem zu spüren, der meine Haut kribbeln ließ.
Ich genoss seine Berührungen, seine Lippen und deren Küsse. Die er mir auf die Haut hauchte.
Ich liebte diesen Mann. Liebte ihn mehr, als alles andere auf dieser Welt. Ich wollte nicht, das er aufhörte. Ich wollte das er weiter machte und mich weiter liebkoste.
Doch etwas in mir begann zu rebellieren. Ich konnte es nicht akzeptieren. Nicht ohne eine wirkliche und für mich sinnvolle Erklärung.
Chris und er sie könnten doch nicht einfach alles hinschmeißen, was sie so mühevoll zusammen mit ihrem Vater aufgebaut hatten.
Die Beiden konnten doch nicht einfach ihren Traum wegwerfen.
Nein, es war nicht nur ein Traum. Die beiden lebten für ihre Arbeit und für die Fans.
Deshalb konnte ich es nicht akzeptieren. Nein ich wollte es nicht.
Widerwillig löste ich mich aus Andreas Armen und drehte mich zu ihm um.
Ich blickte ihm tief in die Augen und versuchte darin irgendetwas zu erkennen, als ich tief durchatmete.
„Nenne mir einen Grund, warum ihr beide so einfach alles, was ihr liebt hinschmeißen wollt. Nenne mir einen Grund, das ich mir deswegen keine Sorgen machen soll und ich werde nie wieder Fragen."
Kurz sah ich in seinen Augen etwas aufblitzen. Angst? Trauer? Verzweiflung?
Aber wieso?
Ich hatte auf eine einfache und simple Antwort gehofft. Doch etwas an meiner Frage ließ Andreas zornig, gar wütend werden.
„Es gibt Dinge, die gehen dich nichts an. Dinge die getan werden müssen. Dinge die du nicht verstehst!" seine Stimme bebte, als er die Worte mehr schrie, anstatt sie zu sagen.
„Und es gibt Dinge, die ohne dich niemals passiert wären." sein kalter Blick war auf mich gerichtet.
Ich wusste, dass ich den Moment mit meinen Fragen zerstören würde. Doch das es so ausarten würde, hätte ich niemals zu glauben gedacht.
Ein leichter Tränenschleier verdeckte mir die Sicht, als ich eilig von Andreas weg rutschte, aufsprang und aus der Tür rannte.
Ich rannte die Treppe hinunter in den Flur, nahm meine Schlüssel in die Hand und verließ ohne Schuhe das Haus.
Seine Worte waren mehr als deutlich, sie hatten mich schwer getroffen, doch irgendwie hatte er recht. Ohne mich, hätte er ein besseres Leben geführt. Ohne mich, wäre alles in Ordnung.
Das waren meine einzigen Gedanken, als ich tränenüberstromt und ohne Schuhe in Schlafsachen gehüllt durch die kühle Nacht eilte.
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By your side || EhrlichBrothers
Fiksi Penggemar„Ich werde immer an deiner Seite sein, vergiss das nicht." sagte Andreas, ehe er mich alleine zurück ließ.
