Mein Blick war gen Decke gerichtet. „Hallo Sophia, ich bin Vanessa, Sandys Schwester." eine braunhaarige Frau beugte sich über mich und lächelte mich an. „Und natürlich deine Anästhesistin." Ein ehrliches Lachen schlich sich ebenfalls auf meine Lippen, diese Tatsachen beruhigte mich etwas. „Schön dich kennenzulernen." Ich versuchte die Minuten, bis zur Einleitung der Narkose mit Gesprächen über Gott und die Welt zu verkürzen. Immerhin wollte ich die vielleicht letzen Minuten meines Lebens nicht mit Schweigen verbringen.
Plötzlich wurde Vanessa allerdings ernst „Andreas hat mich um etwas gebeten, als er erfahren hat, dass ich für dich zuständig sein werde. " Während Vanessa sprach, zog sie aus ihrem OP Kittel einen MP3-Player und noch passend dazu Kopfhörer. Verwundert blickte ich auf die Dinge in der Hand meiner Ärztin, diese folgte meinem Blick und zwinkerte mir kurz ein „Lass dich überraschen." zu, ehe sie mir die Kopfhörer in die Hand drückte, sodass ich sie mir in die Ohren stecken konnte.
Vanessas Stimme drang gedämpft an mein Ohr „Entspann dich einfach, es geht los." Leicht nickte ich, als Zeichen, dass ich verstanden hatte.
Die ersten Töne, eines mir unbekannten Liedes ertönten und schirmten mich endgültig von dem Geschehen um mich herum ab.
Ich hab dich einmal gesehen
Und für immer entdeckt
Ich hab dich einmal gefragt
Du hast für immer ja gesagt
Komm wir schauen zu den Sternen
Doch hier unten leuchten wir
Die meisten gehen alleine
Doch ich geh jetzt mit dir
Bis meine Welt die Augen schließt
Werd' ich dich lieben
Bis meine Welt die Augen schließt
Werd' ich alles für dich geben
Du liegst neben mir
Wir haben Tränen gelacht
Uns fallen Steine vom Herzen
Wer hätt' das gestern gedacht
Wir ziehen leise durch die Nacht
Und wir brauchen nicht viel
Wir ham uns beinah verpasst
Und uns dann ein Herz gefasst
Wir verstecken uns im Gras
Feiern lauthals den Regen
Wir brauchen nur uns
Wir fühlen uns wieder mal am leben
Bis meine Welt die Augen schließt
Werd' ich dich lieben
Bis meine Welt die Augen schließt
Werd' ich alles für dich geben
Du liegst neben mir
Wir haben Tränen gelacht
Uns fallen Steine vom Herzen
Wer hätt' das gestern gedacht
Hu uh uh uh uh
Hu uh uh
Bis meine Welt die Augen schließt
Bis meine Welt die Augen schließt
Bis meine Welt
Bis meine Welt die Augen schließt
Bis meine Welt die Augen schließt
Bis meine Welt die Augen schließt
Bis meine Welt
Bis meine Welt
Bis meine Welt!
Bis meine Welt die Augen schließt
Werd' ich dich lieben
Bis meine Welt die Augen schließt
Werd' ich alles für dich geben
Du liegst neben mir
Wir haben Tränen gelacht
Uns fallen Steine vom Herzen
Wer hätt' das gestern gedacht
Meine merklich schwerer werdenden Augen, füllten sich mit Tränen. Ich versuchte gegen die Müdigkeit anzukämpfen, doch Schlussendlich verlor ich den Kampf gegen das Narkosemittel. Nicht aber vorher nochmal ein „Egal was passiert, ich liebe dich bis zum Schluss" zu flüstern, ehe ich ins Reich der Träume abtriftete.
Ich stand auf einer Blumenwiese, voll mit blauen Blumen, Andy stand vor mir und lächelte mich an. Ich hatte keine Ahnung, wie lang ich, wie lange wir dort schon standen. Keiner von uns bewegte sich oder sagte etwas. Es war wie eine unsichtbare, unüberwindbare Mauer, die uns voneinander trennte. Plötzlich verdunkelte sich hinter ihm der Himmel, Blitze zuckten und erfüllten die andere Seite der Mauer mit unheimlichen Lichtern. Leise rannten ihm Tränen über die Wange. „Andy" ich schrie so laut ich konnte, doch egal was ich sagte, die Luft schluckte alles in sich auf, sodass ich mich selbst nicht einmal hören konnte. Kurz schloß ich meine Augen, nur um kurz darauf in der Luft zu schweben. Das konnte alles nicht war sein, das ergab alles keinen Sinn, das musste ein Traum sein, dessen war ich mir ziemlich sicher. Ich schwebte immer höher und ließ Andreas widerwillig zurück. Umso näher ich den Wolken kam, desto lauter wurde ein monotoner Ton, der ununterbrochen auf mein Trommelfell drückte.
„Wir werden sie verlieren!" eine panische Stimme drang in meinen Kopf und löste eine plötzliche, fast beruhigende Stille aus. Ein Blick nach unten zeigte mir jedoch ein erschreckendes Bild, die Blumenwiese genauso wie der Himmel waren verschwunden, stattdessen fand ich mich in einem Operationssaal wieder. Ich schwebte immer noch, wie erstarrt in der Luft. Mein Blick starr auf das Geschehen unter mir gerichtet.
Dort lag ich, unzählige Ärzte standen um mich herum und Jamie drückte panisch auf meinem noch nicht einmal geöffneten Brustkorb herum. Während eine Maschine, an die ich angeschlossenen war einen Herzalarm gab, mein Herz hatte einfach aufgehört zu schlagen. 13:45 Uhr zeigte die Uhr auf einer Seite des Saals an. Vor genau fünfzehn Minuten, hatte ich die Einleitung meiner Narkose bekommen und jetzt sollte schon alles zu Ende sein? Ungläubig blickte ich mich an, dass konnte doch alles nicht war sein?
„Lia du, du musst kämpfen. Für Andy für Chris... für mich." Jamie schrie mich wütend an. „Das kannst du uns nicht antun!!!" Ich sollte gerade meine Hand nach James ausstrecken, als ich diese ebenso schnell wieder wegzog. Andy, ich musste zu ihm!
Als ich ihn schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit fand, saß dieser schlafend auf einem der Stühle im Warteraum. Er lag so friedlich da, ich würde ihn und all seine kleinen, aber dennoch liebenswerten Macken und Markel so unendlich vermissen.
Ohne groß darüber nachzudenken streckte ich meine Hand nach ihm aus und strich ihm vorsichtig über die Lippen. „Lia!? " leicht erschrocken, zog ich meine Hand zurück und blickte mich panisch um. Doch die Worte waren eindeutig aus dem Mund meines Freundes gedrungen.
„Bleib bei mir, ich schaffe das nicht ohne dich... Ich liebe dich doch..." nuschelte er und trieb mir dabei Tränen in die Augen. Die Entscheidung zu gehen, lag nicht bei mir, dies würde das Schicksal zeigen. Das Schicksal... darüber hatte ich noch nie wirklich nachgedacht, doch jetzt war es bereits zu spät. „Ich liebe dich auch, so sehr!" flüsterte ich und hauchte Andy einen leichten, zarten Kuss auf die Lippen. Im selben Moment spürte ich ein pochen in meiner Brust und etwas starkes, das mich mit sich zog. Hatte sich das Schicksals gegen den Tod, für das Leben, einen Neuanfang und für die Liebe zwischen Andreas und mir entschieden?
Fortsetzung folgt...
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By your side || EhrlichBrothers
Fanfiction„Ich werde immer an deiner Seite sein, vergiss das nicht." sagte Andreas, ehe er mich alleine zurück ließ.
