„Herzlich willkommen München.", schrie Andreas lächelnd in sein Mikro, während sein Blick durch das Publikum schweifte.
Ich war unfähig mich zu bewegen, gar zu atmen, als mich seine vertrauten Augen musterten.
Braun traf auf braun.
„Lia", hauchte er, jedoch schien er vergessen zu haben, dass er das Mikro immer noch vor seinen Mund hielt, weshalb mein Name durch die Lautsprecher verstärkt wurde.
Ich hatte ihn so sehr vermisst, doch nun war ich mir nicht sicher ob ich schon bereit dazu war.
Immerhin war er damals einfach verschwunden und hatte sich nie wieder bei mir gemeldet. Später hatte ich durch Zufall erfahren, dass er wieder zu seiner Frau, die sich eigentlich von ihm getrennt hatte, gezogen war. Doch trotz dieser Enttäuschung liebte ich ihn immer noch nach all den Jahren.
Nichts desto trotz versetzte mir diese Begegnung ein Stich in mein Herz. Andy hatte mir eindeutig verschwiegen, dass er Magier war. Natürlich wusste ich, das er etwas mit dem Showbusiness zu tun hatte. Bis eben hatte ich gedachte, dass er Fachmann für Veranstaltungstechnik war.
Becks, die Links neben mir saß hatte sich zu mir rüber gebeugt und schaute mich nun mit offenen Mund an.
„Warum, Warum hast du nicht gesagt, dass dein Andy, den Andreas, welchen du schon seit zwei Jahren suchst, der weltbekannte Illusionist Andreas Ehrlich ist?"
„Weil ich es nicht wusste.", hauchte ich mit Tränen unterdrückter Stimme. Ich wollte nicht weinen. Nicht vor ihm, nicht vor all diesen Menschen.
Die Zeit, die vergangen war, bis Chris das Wort ergriff und somit die Show fortführte, fühlte sich wie Stunden an. Obwohl nur ein paar Sekunden dazwischen lagen.
„Was mein Bruder eigentlich sagen wollte ist, liebes Publikum lehnt euch zurück und lasst euch von uns verzaubern." Dabei machte er eine Art Zaubergeste. Andreas hingegen, drehte sich von mir weg und lief zu seinem kleinen Bruder. So als wäre nichts passiert.
Wehmütig schloss ich meine Augen, nur um Andreas vor meinem inneren Auge zu sehen. Er lächelte mir entgegen, so wie er es früher immer getan hatte. Dann steckte er mir eine blaue Blume mit den Worten „Blau, die Farbe der Unendlichkeit genauso wie meine Liebe zu dir." ins Haar. Nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich sanft, aber dennoch leidenschaftlich, auf den Mund. „Ich liebe dich!", hatte ich ihm entgegen geflüstert, woraufhin er sich von mir löste. „Ich werde immer an deiner Seite sein, vergiss das nicht.", sagte er, ehe er mich alleine zurück ließ.
„Sorry.", flüsterte ich meiner besten Freundin entgegen. Doch ich musste hier erst einmal raus, zu viele Gefühle prasselten auf mich ein. Deshalb stand ich auf und verließ so unauffällig, wie möglich die Halle, nur um mich auf der Damentoilette zu verschanzen. Ich stützte meine Hände auf dem Waschbecken ab und betrachtete mich im Spiegel.
Ich hatte mich verändert, ich war älter und vor allem reifer geworden. Meine brauen Haare hingen mir glatt über die Schulter bis zur Brust und meine brauen Augen funkelten mir entgegen.
Ich hatte Andreas gesucht und nun, da er nur wenige Meter entfernt vor mir gestanden hatte, fühlte sich alles so merkwürdig an. Ich hatte das Gefühl es wäre gestern gewesen, als ich ihn das letzte mal sah. Natürlich hatte er sich verändert. Dennoch sein Lächeln war das gleiche, in das ich mich vor drei Jahren verliebt hatte. Damals als wir uns in Herford das erste mal begegneten.
Es war der 31. Januar und somit der Vortag meines Geburtstages gewesen. Es hatte geschneit und ich war vollgepackt mit wichtigen Blättern für meine Kanzlei. Ja trotz meines jungen Alters, arbeitete ich damals bereits als Anwältin. Er hatte mich angerempelt und somit alle Unterlagen im Schnee verteilt.
„Entschuldigen Sie, es tut mir unendlich leid.", hatte Andreas damals gesagt, als er sich zu mir auf dem Boden kniete und Blatt für Blatt einsammelte.
„Ist schon in Ordnung das kann jedem passieren.", hatte ich nur darauf geantwortet. Jedoch ohne ihm dabei ins Gesicht zu blicken.
„Ich möchte es trotzdem wieder gut machen."
„Das müssen Sie nicht."
Ich hatte gelächelt und ihm dabei in die Augen gesehen, sie wirkten so warm, so herzlich.
„Ich bestehe darauf und nennen Sie mich bitte Andy, sonst fühle ich mich so alt." Er hatte es sichtlich ernst gemeint. „Nett dich kennenzulernen, ich bin Sophia, aber du kannst auch Lia zu mir sagen.", stellte ich mich ebenfalls lächelnd, an Andreas gewandt, vor.
Doch was niemand von uns beiden wusste, dass diese Begegnung erst der Anfang von etwas Großem war.
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By your side || EhrlichBrothers
Фанфикшн„Ich werde immer an deiner Seite sein, vergiss das nicht." sagte Andreas, ehe er mich alleine zurück ließ.
