Endlich glücklich

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„Schatz, kommst du mal bitte!?"
Ich konnte mich beim besten Willen nicht entscheiden.
Die ersten Wochen, sogar Monate waren bereits ins Land gezogen. Ein neues Jahr und ein Neustart für mich und mein Leben. Fast hätte ich diese Welt verlassen, deshalb genoss ich alles in vollen Zügen.
Der Winter war dem wunderschönen Frühling gewichen.
Andy und ich hatten unseren Geburtstag zusammen, aber dennoch in einem kleineren Kreis gefeiert.
Nun war es Ende Mai, genau vor einem halben Jahr  hatte mir Andreas die Frage aller Fragen gestellt.
„Sternchen was ist den los?" fragte dieser, als er das Schlafzimmer betrat.
„Das Rosa oder doch zarter?" Ich blickte Andreas stirnrunzelnd an.
„Um ehrlich zu sein, sehe ich da eigentlich keinen Unterschied." Ein leichtes kichern entfuhr aus seinem Mund. „Ich will doch nur das es perfekt wird."
„Lia, das wird es. Alleine das ich die Frau meiner Träume heiraten darf, macht mich zum glücklichsten Mann auf der ganzen Welt. Vor allem, dass du da bist, macht es perfekt. Ich vertraue deinem Geschmack völlig. Zweifel nicht immer an dir." Andy war dabei immer näher gekommen, bis er schließlich genau vor mir stand. Seine Stimme jedoch wurde immer leiser und leiser, bis diese nur noch ein Flüstern war. „Ich liebe dich." leicht lächelte er mich an und beugte sich zu mir herunter.
Leicht bedeckte er meinen Hals mit Küssen, dabei hob er mich hoch und legte mich vorsichtig aufs Bett, so als wäre ich aus Porzellan und würde jeden Moment unter seiner Last zerbrechen.
Behutsam und liebevoll zog er mir das blaue Kleid, das ich trug, über den Kopf und wir gaben uns unserer  Liebe innig ihn.
Trotz seiner Vorsicht, genoss ich seine Nähe und die Wärme, die er ausstrahlte, genauso die Sicherheit, die er mir bot.
Eine Weile lagen wir noch engumschlungen nebeneinander.
Leider wurden wir beide viel zu schnell wieder in die Wirklichkeit geholt. Mein Handy klingelte und spielte vollkommen verrückt. Leicht stöhnend rollte ich mich aus dem Bett.
„Becks was ist?" „Lia sag bloß nicht du hast es vergessen!!" Meine beste Freundin schrie in den Hörer, sodass ich das Smartphone vor Schreck fallen lies.
In meinem Kopf ratterte es und ich versuchte mich wirklich daran zu erinnern, aber mir kam einfach nichts in den Sinn. „Lia, die Brautkleid Anprobe, du hast den Termin in zwanzig Minuten!!"
Mist, das hatte ich ja vollkommen vergessen. Während ich eilig meine Klamotten vom Boden aufsammelte, um damit im Badezimmer zu verschwinden, wurde ich von einem lachenden, immer noch im Bett liegenden Andreas beobachtet. „Sehr lustig Herr Reinelt, wenn ich zu spät komme ist das ist deine Schuld." kicherte ich, hauchte ihm noch einen Kuss auf die Lippen und verschwand aus dem Zimmer.
Abgehetzt aber dennoch pünktlich kam ich am Brautmodenladen an. Dort wurde ich direkt von meiner besten Freundin, Sandy, Anna und Chris empfangen.
„Es tut mir echt leid, aber ich hatte komplett die Zeit vergessen." sagte ich völlig außer Atem, nachdem ich jeden einzelnen von ihnen umarmt hatte. Chris lächelte sehr, wie soll ich sagen, sehr verschwörerisch.
„Mein zukünftiger Schwager, hast du etwas zu sagen?" fragte ich und blickte Christian auffordernd in die Augen. „Was ich? Nein nein auf keinen Fall. Ich kann doch nichts dafür wenn mein werter  Bruder dich so aus dem Konzept bringt, dass du die Zeit vergisst." Das Lächeln auf seinen Lippen wurde bereiter. „Christian Reinelt ich wüsste nicht was dich das angeht!?" Die ganze Situation war mir mehr als unangenehm. Woher wusste er das und warum war Chris nochmal mal der Anprobe dabei?
Nun ja ich denke ich wollte eine die Meinung eines männlichen Wesens mit Modegeschmack, der wusste was Andy gefallen würde.
Leise seufze ich und ließ dass Thema erst einmal in Ruhe, innerlich hoffend das Chris es nicht mehr ansprechen würde.
„Frau Wolf Herzlich Willkommen." Die Verkäuferin, eine ältere Frau mit grauen Haaren, begrüßte uns freundlich.
„Nennen sie mich doch bitte Lia, sonst fühle ich mich so alt." sagte ich und lächelte die Frau vor mir an.
„Sehr gerne. Ich würde sagen Sie schauen sich sich alle mal in Ruhe um. Ich bin mir sicher, dass wir das perfekte Kleid für Lia finden werden. Und wir beide werden uns natürlich auch umsehen." Dabei zwinkerte sie mir zu. 
Wie Bienen schwärmen meine Begleiter in jegliche Richtung der kleinen Boutique aus. Na das konnte ja noch heiter werden.

By your side || EhrlichBrothersWo Geschichten leben. Entdecke jetzt