5. Juni 1976
Es war erneut eine Woche vergangen, seit ich mit Sirius auf Kleidersuche war und beschlossen hatte mit ihm auf den Ball zu gehen.
Gerade war ich mit Marlene, Lily und Alice auf dem Weg zur großen Halle, wo die Jungs auf uns warten sollten. Alle schon etwas angetrunken, da wir zusammen eine Flasche Feuerwhiskey geleert hatten.
„Seid ihr bereit?", fragte Lily aufgeregt und zog ihr grünes Kleid noch einmal zurecht.
„Nicht wirklich.", meinte Marlene wahrheitsgemäß.
Alice schüttelte ebenfalls den Kopf. Sie war sichtlich nervös.
„Willst du uns nicht doch noch sagen mit wem du gehst?", fragte Lily aufgeregt, doch ich schüttelte den Kopf: „Ihr seht es doch gleich eh noch."
Damit sollte ich recht behalten, denn als wir um die letzte Kurve gingen standen sie schon. James, Frank, Remus und Sirius.
Es war mir etwas unangenehm die Blicke der anderen zu spüren aber ich ließ es einfach über mich ergehen, während ich vorsichtig die Treppe hinunter ging und inständig hoffte nicht auf die Nase zu fallen.
„Du siehst gut aus.", murmelte mir Sirius erstaunt zu, als er mir die Hand reichte um in die Halle zu gehen.
Der Ball war die ersten Stunden auch sehr schön. Wir tanzten viel, auch mit anderen. So fand ich mich irgendwann bei James wieder, während Sirius mit Lily am Rand stand.
„Wieso bist du ausgerechnet mit Sirius hier?", fragte mich James verwundert und interessiert.
„Um ehrlich zu sein, weiß ich das auch nicht so genau.", meinte ich lachend, bevor das Lied zu Ende war und wir uns zu Lily und Sirius begaben.
Sirius reichte mir ein Getränk, welches auch etwas nach Alkohol roch aber ich trank es trotzdem.
Anschließend begann der Abend seltsam zu werden. Er führte mich nämlich nach draußen auf die Gänge, doch mein Alkohol-Pegel, welcher zwar nicht hoch war, reichte um mich nicht großartig zu wehren.
„Gibt es irgendwas, was du mir erzählen willst, Ani?", fragte er mich dann, als wir irgendwo stehen blieben.
„Da gibt es einiges.", meinte ich wahrheitsgemäß und hatte irgendwie das Gefühl, als könnte ich ihn nicht anlügen.
„Erzähl es mir.", murmelte er dann und sah mich gespannt an.
„Dein Bruder...", begann ich wie von allein und versuchte mich dann aber zu widersetzen.
„Was ist mit Regulus?", fragte er verwirrt.
„Ich hab ihn erwischt als er ein Buch über die dunklen Künste gelesen hat. Jetzt bin ich an ihn versprochen und das will ich nicht. Ich will ihn nicht heiraten.", brabbelte ich darauf los und mein Wille Sirius noch nichts zu verraten war wie weggezaubert.
Da fiel mir ein, was er getan hatte.
„Und eigentlich dachte ich, dass ich dir endlich wieder vertrauen kann, aber der Fakt, dass du mir Veritasserum ins Glas hast, beweist, dass wir das beide nicht tun.", zischte ich ihn an und rannte dann von ihm weg.
Während ich so weiter lief, merkte ich wie mir vor Enttäuschung die Tränen über die Wangen liefen. Meine Sicht war irgendwann so verschwommen, dass ich gerade zu in jemanden hinein rannte, welcher sich, Gott sei Dank, als Remus entpuppte.
„Was ist denn los?", fragte er mich besorgt, während ich mich in seine Arme fallen ließ.
„Sirius ist so ein Arschloch.", schluchzte ich, während Remus mich etwas von sich drückte, um mir die Tränen wegzuwischen. Anschließend nahm er meine Hand und ging mit mir etwas durchs Schloss. An einer ruhigen Ecke setzte er sich dann an eine Wand und deutete mir mich zu ihm zu setzen.
„Was genau ist passiert?", fragte er dann, als ich mich etwas beruhigt hatte.
„Sirius hat mir Veritasserum ins Getränk.", gestand ich ihm und merkte wie der Trank immer noch wirkte aber langsam nachließ. Ich konnte mich wieder wehren.
„Bitte was? Wieso das denn?", fragte Remus verwirrt und ich merkte, dass er scheinbar auch etwas getrunken hatte.
Ich überlegte, ob es wirklich richtig war ihm jetzt schon von meiner Vergangenheit zu erzählen. Musste er die Wahrheit wirklich wissen und das obwohl ich sie selbst nicht kannte? Ich entschied mich dagegen.
„Ich weiß es nicht.", sagte ich dann und sprach somit zum ersten Mal nicht mehr die Wahrheit.
„Was hast du ihm denn erzählt? Also, ich will dich jetzt nicht fragen, weil es nicht gerecht wäre und außerdem hatte ich mit James, Peter und Sirius vorhin schon einige Feuerwhiskey.", gestand er mir und ich kicherte deswegen leicht.
„Alles gut, es lässt langsam nach. Außerdem hatte ich auch ein paar Feuerwhiskey also sind wir gleich auf.", erklärte ich ihm noch lachend aber umso länger ich wieder an geschehenes dachte, umso mehr verblasste mein Lächeln.
„Ich glaube, er ist ein Todesser.", murmelte ich leise.
„Was?", fragte Remus schockiert und drehte sich zu mir.
„Regulus, nicht Sirius.", murmelte ich.
„Bei Merlins Bart, mach mir doch nicht so eine Angst.", lachte er erleichtert.
Es wurde ruhig. Remus schien Gesagtes erst verarbeiten zu müssen.
„Tut mir leid, wenn ich jetzt nicht so recht weiß, was ich sagen soll... Wieso hast du nichts gesagt?", fragte er dann ruhig und geordnet.
„Ich wollte nicht wieder ausgeschlossen werden von James und so. Immerhin hänge ich ja irgendwie mit Regulus zusammen, seit dem ich an ihn versprochen wurde.", murmelte ich und merkte, wie ich wieder zu weinen begann.
„Hey, hey, hey... Nicht weinen. Wir kriegen das irgendwie hin.", sagte Remus wieder ruhig und legte ein Hand an meine Wange, weswegen ich ihn ansah.
Ich bemerkte, wie Remus auf meine Lippen sah und blinzelte deswegen einige Male. Wollte er mich wirklich küssen? Mich?
„Was ist eigentlich mit deinem Date?", fragte ich ihn.
„Ist gegangen.", meinte er und war immer noch abgelenkt von seinen Gedanken.
„Wir sind angetrunken.", stellte ich dann fest und wusste nicht einmal wieso ich mich wehrte. Eigentlich wollte ich ihn ja auch küssen.
Noch einmal sah ich ihm zustimmend in die Augen, bevor ich es einfach geschehen ließ.
Remus Lupin küsste mich und es fühlte sich gut an. Ich hatte ein wohliges Gefühl im Bauch.
Als wir uns wieder lösten, mussten wir uns beide erst einmal sammeln.
„Das war mein erster Kuss.", gestand ich ihm leicht kichernd und er erwiderte: „Meiner auch."
Wir kicherten etwas wie kleine Kinder, bevor er mir noch einmal über die Wange strich.
„Es war wirklich schön, Ani.", murmelte er leise.
Ich nickte nur und merkte, wie ich es wieder tun wollte.
Es fühlte sich so an, als hätte Remus meine Gedanken erhört, denn wenig später lagen seine Lippen wieder auf meinen.
Vielleicht war der Ball doch kein so großes Desaster.
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THE LIES || s. black
Fanfiction[Sirius x OC] Aus einer der bekanntesten Zauberer-Familien der unantastbaren 28 zu stammen, bewirkte in jedem etwas, egal wie sehr man versuchte dies zu bestreiten. Das Leben wird geprägt von Vorurteilen und Gerüchten und bereits die Kindheit ist da...
