9. Juni 1976
Der Ball war nun schon vor einige Tage gewesen und Sirius und ich waren wieder auf dem selben Level als wir es vor einen Jahr waren, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass ich mittlerweile auch mit seinen Freunden befreundet war und nun bei jedem Frühstück mit ihnen am Tisch saß.
Sirius hatte es aber doch tatsächlich einige Male versucht, mich auf die Ball-Sache anzusprechen, doch ich ignorierte ihn gekonnte. Ich konnte es einfach nicht fassen, dass er mir wirklich so wenig vertraute, dass er mich nur unter Einfluss irgendwelcher Tränke nach der Wahrheit fragen konnte. Irgendwie fühlte es sich so an, als würde Sirius bis jetzt noch denken, dass ich Esme umgebracht hatte.
Gerade saß ich mit Remus am See und starrte einfach entspannt in die Ferne. Ich versuchte einfach alle Blicke der Leute weg zu ignorieren. Es war für mich immer noch unvorstellbar, dass ein paar Schüler jetzt immer noch dachten, dass ich mit Regulus zusammen wäre und das, obwohl ich seit fast einem halben Jahr nicht mehr mit ihm gesprochen hatte.
„Hast du schon Angst vor den ZAG-Prüfungen?", fragte mich Remus dann nach einiger Zeit.
Ich schüttelte den Kopf. Eigentlich machte mir momentan nichts so wenig Angst wie die Prüfungen, immerhin war ich doch ganz gut in der Schule und hatte definitiv andere Sorgen. Zum Beispiel die geplante Hochzeit mit Regulus.
„Hast du Angst?", wollte ich dann von Remus wissen, welcher dann auch mit dem Kopf schüttelte.
Wieder wurde es etwas ruhig und ich dachte an die letzten Tage. Ich hatte mich jeden Tag irgendwo mit Remus und redete einfach mit ihm. Wir redeten wirklich über alles, außer über meine Vergangenheit und den Kuss. Der Kuss, der mir einfach nicht mehr aus dem Kopf ging.
„Wieso können nicht alle Leute sein wie du?", fragte ich Remus dann und brachte ihn so zum Auflachen.
„Wieso das denn?", wollte er dann verwirrt wissen und rümpfte kurz die Nase.
„Weil du mich nicht ansiehst wie ein Alien, welches gerne kleine Kinder verschleppt.", scherzte ich und brachte ihn somit endgültig zum Lachen.
Als er sich wieder etwas beruhigt hatte, sah er mich sanft lächelnd an und meinte: „Naja, du bist nicht Regulus oder Severus und außerdem bin ich mir mittlerweile ganz sicher, dass du nichts mit den dunklen Künsten am Hut hast, außer vielleicht deine Familie."
„Stimmt wohl.", erwiderte ich und sah ihn dann auch an.
„Was machst du jetzt wegen Sirius?", wollte Remus dann wissen, doch ich seufzte nur.
„Rein gar nichts. Er hat es nicht einmal verdient, dass ich ihn ansehe.", gestand ich Remus, welcher mich dann grübelnd ansah.
Es entstand ein Blickkontakt, welcher mich schleunigst ein paar Tage zurück versetzte und wieder hatte ich das Bedürfnis Remus zu küssen aber wir hatten noch nicht einmal im Ansatz darüber geredet und langsam begann ich zu glauben, dass er es nur getan hatte, weil er angetrunken war.
„Wir sollten zum Abendessen gehen.", murmelte ich leise, so als würde ich sonst eine Horde Wichtel wecken, die uns dann verfolgen würden.
Remus nickte nur.
Auch wenn ich wieder seltsame Blicke dafür erntete, setzte ich mich auch beim Abendessen zu den Gryffindors. Ich fand mich also zwischen Peter und Remus wieder. Ersterer mampfte bereits vor sich hin, als wir uns zu den anderen setzten.
„Bist du immer noch sauer, Ani?", fragte mich dann Sirius auf einmal.
Ich antwortete ihm nicht, geschweige denn dass ich ihn ansah.
„Bitte rede endlich mit mir. Es tut mir wirklich leid!", versuchte er weiter auf mich einzureden, jedoch sah ich gebannt auf mein Essen, bevor ich zischte: „Ändert nur leider nichts an der Situation."
James versuchte dann die Situation aufzulockern, was leider ein totaler Schuss in den Ofen war: „Ach komm, Ani. Wir mögen dich doch immer noch, auch wenn du vielleicht dunkle Künste magst."
„James, ich an deiner Stelle würde den Mund halten. Lügen zu erzählen ist nicht witzig.", verteidigte mich Remus dann ruhig und James sah seinen Fehler ein und nuschelte ein leises „Tut mir leid".
Danach wurde es ruhig bei uns. Niemand traute sich mehr etwas zu sagen. Nicht einmal James wagte es sich zu räuspern.
Nachdem die Stille aber immer unangenehmer wurde, fragte Peter schließlich: „Was macht ihr heute noch so?"
„Also wir verbringen heute den Abend am Astronomieturm, nicht wahr?", säuselte Marlene und krallte sich dann an Sirius Arm fest. Also waren sie schon wieder einmal zusammen. Langsam konnte ich nicht mehr mitzählen, wie oft er sie schon abserviert hatte.
Ein Raunen ging über den Tisch, doch Sirius sagte rein gar nichts. Er verzog nicht einmal die Miene. Mein Kiefer hingegen spannte sich immer weiter an. So gern ich Marlene auch mochte, wenn sie Sirius so anschmachtete, wollte ich ihr nur zu gerne den Kopf einschlagen. Mein Blut schien förmlich jedes Mal zu kochen, wenn ich die beiden zusammen sah und Marlene dabei nicht einmal bemerkte, wie sie immer mehr Gehirnzellen verlor.
Tatsächlich wünschte ich mir manchmal, ich würde in Ozeanien aus der Dystopie 1984 leben und könnt ihr als Ministry of Love ihre Gedankenverbrechen weg vaporisieren.
„Sei nicht traurig, denk an später!", säuselte sie dann weiter, was mir den letzten Rest gab.
Ich rumpelte auf, was die Blicke einiger anderen auf uns zog, und packte meine Sachen.
„Was machst du?", fragte mich Lily verwirrt und besorgt.
„Ich hab keinen Hunger mehr, Lily.", murmelte ich grimmig, bevor ich mich auf den Weg aus der großen Halle machte und an den See ging.
Vielleicht sollte ich ja dort endlich Ruhe finden und nicht jedes Mal meinen Würgereiz unterdrücken müssen, wenn ich Sirius und Marlene zusammen sah.
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THE LIES || s. black
Fanfiction[Sirius x OC] Aus einer der bekanntesten Zauberer-Familien der unantastbaren 28 zu stammen, bewirkte in jedem etwas, egal wie sehr man versuchte dies zu bestreiten. Das Leben wird geprägt von Vorurteilen und Gerüchten und bereits die Kindheit ist da...
