4. April 1977
Der April hatte vor wenigen Tagen begonnen. Remus und James waren somit mittlerweile auch 17 geworden und Peters stand kurz bevor.
Gerade lief ich mit Sirius in die Bibliothek, da wir beschlossen hatten zusammen zu lernen. Zumindest wollte ich lernen.
„Du bist in Gedanken.", bemerkte Sirius, als wir uns gerade erst an einen der Tisch gesetzt hatten.
Ich seufzte und meinte dann: „Es geht nur alles so schnell, Sirius. Wieso geht alles immer so schnell?"
„Was meinst du?"
„Ich will keinen Krieg, Sirius.", murmelte ich traurig und starrte auf mein geschlossenes Verwandlungsbuch.
„Das will ich auch nicht, aber leider sind nicht wir diejenigen, die das entscheiden dürfen.", entgegnete er mir und ich bemerkte auch seinen traurigen Unterton.
„Wenn du willst, können wir das hier auch verschieben.", bot er mir dann an, doch ich schüttelte vehement den Kopf.
„Ich helf dir doch gerne!"
Da sah er mich entschuldigend an, aber ich verstand nicht so richtig weshalb. Ich ignorierte es jedoch, da ich verdammt müde war, da ich immer schlechter schlief.
Gekonnt lehnte ich mich also an Sirius Schulter und versuchte ihm einige Sachen zu erklären aber merkte selbst, dass ich mich ab und zu verhaspelte und allgemein nicht bei der Sache war.
„Ani, ich hab dir doch gesagt, dass wir das hier nicht sofort machen müssen. Du bist doch erst seit einem Monat wieder in der Schule.", entgegnete Sirius mir schließlich auf eine Frage behutsam und ich sah ihn an, immer noch mit meinem Kopf auf seiner Schulter.
„Nur weil Lily mich gerettet hat, sonst wäre ich jetzt tot, Sirius. Also bitte lass mich meine dazu gewonnene Lebenszeit einfach leben.", meinte ich schließlich etwas genervt und richtete mich wieder auf um nun konzentrierter auf die Seiten des Buches zu starren.
Er seufzte.
Meine Gedanken wanderten wiederum zu Regulus und wie er mir nicht geholfen hat. Er hatte mich in den letzten Monaten so unfair behandelt und ich wusste einfach nicht, wie ich des ändern konnte.
Meine Hüfte schmerzte immer noch sehr, was mich an den Orden denken ließ. Sie hatten beschlossen, dass man volljährig sein musste, um beizutreten, weswegen wir bis zum Treffen nächste Woche warteten, damit Peter auch mitkonnte.
Da seufzte Sirius erneut.
„Was ist, Sirius?", fragte ich genervt und drehte mich zu ihm
„Ich kann so nicht weiter machen.", murmelte er leise aber sah weiter auf den Tisch vor sich.
Verwirrt sah ich ihn an und er erhob seinen Blick, um mir in die Augen zu sehen. Ich spürte, wie mir warm wurde und er mich wie immer irgendwie in seinen Bann zog.
„Ich kann hier nicht sitzen und weiter machen, wenn der wichtigste Mensch in meinem Leben beinahe gestorben wäre und ich seitdem an niemand anderen mehr denken kann.", gestand er mir schließlich verzweifelt und nahm meine Hände in seine, abwartend, was ich antworten würde aber er verwirrte mich nur.
„Ich kann nicht mehr aufhören an dich zu denken, Ani. An jeden noch so kleinen Moment mit dir. Wie du lachst, wie du weinst. Wie verdammt zufrieden du aussiehst, wenn du in meinen Armen liegst und schläfst und erst recht kann ich unsere Küsse nicht mehr vergessen.", erklärte er mir dann weiter und erst jetzt verstand ich so richtig, was er mir damit sagen wollte. Zumindest dachte ich das.
Ich wusste lange nicht, was ich antworten sollte und starrte ihm einfach nur sprachlos in die Augen, als mir etwas schmerzhaftes bewusst wurde.
„Dann solltest du das vielleicht auch einmal tun, wenn du nüchtern bist.", flüsterte ich leise aus Angst etwas zu zerstören.
Sirius blinzelte einige Male, bevor er seine Hand an meine Wange legte und sanft mit seinem Daumen darüberstrich.
Gerade, als er mir etwas antworten wollte, erkannte ich aus dem Augenwinkel, dass sich jemand zu uns an den Tisch gestellt hatte.
„Was willst du?", fragte Sirius seinen Bruder, während sein genervter Unterton nicht zu überhören war.
„Ich hab hier was für Ani.", meinte er und legte einen Brief vor meiner Nase ab und ging wortlos wieder.
Verwirrt sah ich Sirius an, bevor ich den Brief in die Hand nehmen wollte, aber Sirius schlug mir auf die Finger und keifte: „Was, wenn er verflucht ist."
Ich verdrehte jedoch nur die Augen und öffnete den Brief, ohne zu sterben, weswegen ich Sirius einen besserwisserischen Blick schenkte und er daraufhin ebenfalls genervt aussah.
Am oberen Rand des Briefes zeichneten sich die Buchstaben „R. A. B." ab, woraus ich schließ, dass Regulus diesen verfasst hatte.
„Das ist französisch.", murmelte ich und sah dann Sirius an, welcher mit zusammengezogenen Augenbrauen auf den Brief seines Bruder herab starrte.
„Hab ich auch bemerkt.", murmelte er in Gedanken versunken.
Als ich also so Zeile für Zeile überflog, dankte ich meinen Eltern innerlich dafür, dass sie mich als Kind immer gezwungen hatten, französisch zu lernen.
„Es geht um ein Buch der dunklen Künste.", murmelte ich, als ich endlich verstand was er dort geschrieben hatte.
„Wieso sollte er uns so einen Brief zu kommen lassen?", fragte Sirius verwirrt und strich sich eine Strähne hinter's Ohr.
Ich ignorierte seine Aussage aber, als ich etwas las, dass ich nicht kannte: „Horcruxe, âme divisée... Das heißt doch die Seele spalten und das andere Wort kenne ich nicht."
„Was sind Horkruxe?", wollte Sirius wissen, doch ich wusste darauf auch keine Antwort.
„Ich denke, genau das ist es, was er uns nahe legen will. Wir sollen das genauer nachlesen.", entgegnete ich ihm also und sah ihm verwirrt in die Augen.
„Dir ist bewusst, dass sich dieses Buch in der verbotenen Abteilung befindet, oder?", fragte er misstrauisch und ich begann leicht zu Nicken.
Ich begann zu überlegen und murmelte: „Wir müssen einen Weg finden, unsichtbar zu werden."
Einige Sekunden entstand Ruhe, bevor Sirius aufschrie: „DER UMHANG!"
„Pssst!", tönte es durch die ganze Bibliothek.
„Der Umhang!", schrie er dann erneut flüsternd.
„Welcher Umhang?"-„James' Umhang!"
Verwirrt sah ich ihn an, da mir diese Information gar nichts gebracht hat.
Er atmete also kurz durch und schien zu überlegen, wir er mir das nun erklären konnte.
„Naja, eigentlich darf ich das niemanden erzählen... Aber James hat da so ein Kleidstück und das macht unsichtbar.", brabbelte er leise.
Ich riss die Augen auf und jauchzte schockiert: „Bei Merlins Bart, jetzt will ich nicht wissen, wie oft er Lily schon bespannt hat."
Kurz blickte mich mein Gegenüber überrascht an, bevor wir beide ein Lachen unterdrückten.
Da drückte er mir auf einmal einen Kuss auf die Wange und säuselte anzüglich: „Dann haben wir die nächsten Tage wohl ein Date."
Er stand auf und ich tat es ihm gleich.
„Als Date würde ich das nicht bezeichnen, wenn wir nachts in die Schulbibliothek einbrechen.", brachte ich ihn scherzend auf den Boden der Tatsachen zurück.
„Lass mich wenigstens träumen.", entgegnete er mir dann und zwinkerte mir zu, bevor wir kichernd die Bibliothek verließen.
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THE LIES || s. black
Fanfiction[Sirius x OC] Aus einer der bekanntesten Zauberer-Familien der unantastbaren 28 zu stammen, bewirkte in jedem etwas, egal wie sehr man versuchte dies zu bestreiten. Das Leben wird geprägt von Vorurteilen und Gerüchten und bereits die Kindheit ist da...
