29. Kapitel

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Satoru saß zwischen Yuji und Megumi in einem kleinen Café und lachte lauthals über irgendeinen Streit zwischen Yuji und Nobara, auch wenn er nur mit halben Ohr zuhörte.
Die drei zankten sich weiter, während er sich einen Bissen von seinem Rieseneisbecher nach dem anderen in den Mund stopfte.
Seine Mutter hatte heute mit ihm telefoniert. Satoru liebte seine Mutter, wie ein erwachsener Mann seine Mutter nur lieben konnte, aber seit drei Jahren drehte sich alles nur noch um die Frage, wer seine potenzielle Frau werden würde.
Satoru wusste, dass das nicht allein von seiner Mutter aus kam. Der gesamte Clan pochte darauf. Weniger um seinetwillen, sondern aufgrund seiner Fluchtechnik. Es hatte nie zur Debatte gestanden, dass er vielleicht kein Kind wollte, allerdings nervte es ihn, dass man ihn als Clanoberhaupt wie einen Zuchthengst behandelte.
Zumindest hatte er das bis jetzt gut verdrängen können, doch heute morgen hatte seine Mutter ihm eine Mappe mit Profilen von Frauen gesendet. Die Botschaft war klar. Er seufzte.
Unwillkürlich musste er an Asuna denken. Er mochte dass, was sie hatten. Unverbindlichen unkomplizierten Sex. Das würde sich ändern müssen. Es war ja sowieso nicht für die Ewigkeit gedacht gewesen aber... so schnell sollte es dann auch nicht vorbei sein. Und irgendwie hatte er momentan auch keine Lust, sich mit anderen Frauen abzugeben.
Nun, es war eine Frage der Zeit gewesen, ehe einer von ihnen beiden es beendete. Er stopfte sich noch einen Happen Eis in den Mund und stützte das Kinn auf der Hand ab.
"Hey, alles in Ordnung, Sensei?", fragte Yuji. Satoru sah auf und setzte ein Grinsen auf.
"Wollt ihr noch nen Nachschlag?", fragte er. Es gab so gut wie kein Problem, dass sich nicht mit Schokokuchen lösen ließ.

Satoru ließ sich auf seine Couch fallen und zog erst die Augenbinde ab. Neben ihm lag diese blöde Mappe, die ihn für immer fesseln würde.
Auf Wiedersehen lange solo Missionen. Auf Wiedersehen flirts und heiße Küsse im Club.
Und auf Nimmerwiedersehen zu Asuna und der Affäre die sie hatten. Er seufzte und schnappte sich die Mappe. Satoru überflog die Seiten, ohne genau darauf zu achten, dann stöhnte er wieder entnervt.
Zwei warme Hände legten sich auf seine Schultern und rutschten von da auf seine Brust. Asunas Haar fiel über seine Schulter.
"Hallo hübsche Fremde", brummte er.
"Hey Dumpfbacke", erwiderte sie und widerwillig mußte er lächeln.
"Du arbeitest noch?"
"Du klingst so überrascht", beschwerte er sich.
"Man kann doch schon zufrieden sein, wenn du mal während deiner Arbeitszeit arbeitest", erwiderte sie, "Und jetzt Überstunden, dass passt ja gar nicht zu dir"
"Pff", erwiderte er, "Ich arbeite vielleicht nicht immer, aber nur, weil ich die Aufgaben immer so schnell fertigbekomme"
"Natürlich" Asuna drückte ihm die Lippen auf die Schläfe und ein warmer Schauer lief ihm über den Rücken. Satoru überlegte kurz, ob er es ansprechen sollte oder nicht.
Sie fragte nicht danach. Das war eine unausgesprochene Regel von ihnen, er fragte sie nichts über die Fluchnutzer und sie ihn nicht über die Jujutzisten. Andererseits, vielleicht war es leichter, wenn sie dass hier schnell hinter sich brachten.
"Der Ordner ist von meiner Familie", sagte er und blätterte durch die einzelnen Profile, "Meine Mutter will, dass ich mir eine Freundin suche"
"Zeig mal her", sagte sie und griff über ihn. Asuna besah sich die einzelnen Profile.
"Hast du dir schon eine ausgesucht?", fragte sie.
"Nein", erwiderte er, "Es ist zwar nichts neues, dass tausende hübscher Frauen auf mich fliegen, aber..." Asuna verdrehte die Augen.
"Du brauchst Hilfe", stellte sie fest und ging um die Couch herum. Sie setzte sich auf seinen Schoß und nahm ihm den Ordner ab.
"Jünger oder älter?", fragte sie.
"Nichts unter zwanzig und nichts über dreißig", sagte er. Sie warf ihm einen Blick zu.
"Was?", rief er, "Ich habe durchaus Anstand" Asuna sortierte zwei Profile aus.
"Groß oder klein?"
"Nicht kleiner als 1,70", antwortete er. Sie sortierte noch mehr Profile aus. Satoru legte den Kopf auf ihre Schulter und sah ihr zu.
"Du machst das ziemlich gut", bemerkte er und grinste.
"Ich weiß" er lachte leise und legte die Hände um sie.
"Hast du Präferenzen bei der Haarfarbe?", fragte sie.
"Schwarz", murmelte er gedankenverloren. Asuna sortierte einen ganzen Stapel von Profilen aus.
"Soll sie reich sein?"
"Ich bin reich genug", sagte er, "Macht keinen Unterschied"
"Aber sie soll Jujuzistin sein?" Satoru nickte.
"Meine Familie erwartet einen starken Erben" Asuna hob drei Profile hoch.
"Hier, such dir eine von denen aus", sagte sie. Satoru warf einen kurzen gequälten Blick darauf. Asuna deutete auf eine Frau mit schwarzen Locken und Sommersprossen.
"Ich würde die nehmen", sagte sie.
"Warum dass?", fragte er und zog sie enger an sich.
"Bei den anderen sähen deine Kinder hässlich aus", erwiderte sie.
"Unmöglich", rief er, "Mit meinem Erbgut muss es ein schönes Kind werden"
"Es ist deine Entscheidung", erwiderte sie.
"Und dir macht das gar nichts aus?", fragte er.
"Was meinst du?"
"Das ich mich mit anderen Frauen treffe?"
"Es ist nur Sex", sagte sie, "Ich schulde dir nichts, du schuldest mir nichts. Wenn du möchtest kannst du dich mit anderen treffen" er blinzelte.
"Ernsthaft?", fragte er. Asuna seufzte.
"Du benutzt doch Kondome", sagte sie. Er nickte.
"Die benutzt du einfach weiterhin. Ich hab keine Lust auf Geschlechtskrankheiten" Satoru starrte sie an. Sie schien das vollkommen ernst zu meinen.
"Was?", blaffte sie. Er küsste ihre Wange. Irgendwie war es heiß, dass sie ihm keine Vorschriften machte. Und irgendwie... verunsicherte es ihn. Sie zögerte noch. Er küsste sie nochmal und sie seufzte und drehte ihm das Gesicht zu.
"Soll ich noch ein paar Kondome benutzen?", murmelte er an ihren Lippen und nahm ihr die Profile aus der Hand.
"Hmm", überlegte sie und er küsste sie neckisch auf die Nasenspitze, "Gut, ich begleite dich" er küsste sie erneut und sie glitt von seinem Schoß. Asuna erhob sich. Satoru folgte ihr. Sie griff nach seiner Hand und wollte ihn gerade mit sich ziehen, als sie stoppte. Satoru knallte gegen sie. Asuna stolperte nach vorne und stützte sich an der Wand ab.
"Asuna?" Er schlang den Arm um sie.
Sie berührte ihre Schläfen.
"Erde an Asuna", sagte er und schüttelte sie.
"Lass mich", blafftr sie und legte die Hand auf die Stirn.
"Hast du einen Schwächeanfall?", in seiner Stimme klang eine Mischung aus Missgunst mit.
"Ich hab wahrscheinlich", überlegte sie, "Einfach zu wenig getrunken"
"Oder ich hab dich voll aus den Socken gehauen", er zwinkerte. Sie seufzte.
"Pah"
"Keine Sorge", er zog sie zur Couch und fegte die Heiratsprofiele in großem Bogen von der Sitzfläche, ehe er sie darauf stieß, "Ich habe eine ganz einfache Lösung dafür"

Satorus Kopf lang auf ihrem Brustbein, ein Bein mit ihrem verknotet. Asunas Hand war seinem Haar und ihr Atem kitzelte seine Stirn.
Satoru wusste, dass sie verschwinden würde sobald sie wieder zu Atem gekommen war.
"Triffst du dich eigentlich mit anderen Männern?", der Gedanke kam ihm gerade erst.
"Ich schulde dir nichts, du mir nichts", erwiderte sie. Satoru spürte einen Stich.
"Also tust du es?"
"Ist dass wichtig?" Er sah sie empört an.
"Ja" Er sollte der einzige für sie sein. Er war... Er war doch ausreichend. Mehr als ausreichend. Er war der beste Liebhaber, den man haben konnte. Oder wer konnte ihm bitte das Wasser reichen?!
Asuna lachte leise.
"Weißt du was wichtig ist?", sagte sie, "Kondome. Die sind wichtig. Und die benutze ich. Immer."
"Warte, warte, warte" sie setzte sich ächzend auf und er war gezwungen, sich hinzusetzen, "Du hast jemanden neben mir?"
"Nur Sex", erwiderte sie und zog sich ihre Kleider an. Sie wandte sich zu ihm um und deutete auf die Profile auf dem Boden, "Das ist der Grund, warum du deine zukünftige Braut kennenlernen kannst" Sie zog ihren Pulli über den Kopf, "Und ich meine Freiheit nicht verliere"
"Das ist nicht fair", beschwerte er sich, "Warum kannst du weiter dein Leben leben und ich muss... heiraten"
"Weil ich", sagte sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn, "Nicht mächtigster Jujuzist bla bla bla bin"
"Hey!", beschwerte er sich, "Ich verlange meinen vollen Titel und dass er mit gebürtiger Ehre ausgesprochen wird" Asuna verdrehte die Augen und war verschwunden.
Satoru blieb alleine und schmollend auf der Couch zurück.
Dann stand er auf und trottete ins Bad.
Andere Männer!
Die Heiratsprofile waren vergessen.

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