3 Perspektiven eines Tages

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„Hallo" rief ich zaghaft „ist hier jemand?". Meinen Worten folgte nur ein leises Echo. Ich lief durch ein altes Gebäude, es wirkte wie ein Mittelalterliches Schloss, vielleicht war es das ja auch schoss mir durch den Kopf. Ich konnte nicht umhin eine Art wiedererkennen zu spüren auch wenn ich nicht recht wusste wie ich es zuordnen sollte.

Ich befand mich in einem langen Gang, der nur von einigen Fackeln in ein warmes orangenes Licht getaucht wurde. Von den Fenstern aus dran kein Licht herein, es musste demnach Nacht sein. Jedoch war es so pechschwarz hinter den Scheiben das ich nicht das geringste erkennen konnte als ich nach draußen sah. Einzig die Reflektion meines Gesichts war zu erkennen.

Es gingen unzählige Türen von hier ab, allesamt verschlossen, wie ich nach mehrmaligem klinken feststellen musste. Vorsichtig ging ich weiter und nur das Geräusch meiner Schritte und das knistern der Fackeln erfüllten die Stille. Das brachte zum ersten Mal meine Aufmerksamkeit zu den Sachen sie ich trug.

Ich sah stirnrunzelnd an mir herab, es war als würden meine Augen zum ersten Mal das Kleid aus hellblauem Stoff sehen das ich trug. Der Schnitt entsprach einigen alten Gemälden die ich einst in Büchern gesehen hatte. Die Spitze, die Rüschen, die länge und die Details schrien allesamt mittelalter. Meine Finger fuhren die Ärmel bis zu meinem Handgelenk entlang.

Die Stickereien waren aufwendig und die Farbe erinnerte mich an etwas....... Es erinnerte mich.... An die Farbe von Sherlocks Augen.

Sherlock!

Wie kaltes Wasser das auf mich herabfiel kamen die Erinnerungen zurück, zumindest genug damit ich wusste was ich zu tun hatte. Ich musste Sherlock finden, wo konnte er nur sein? Allein dieser Gang schien endlos, er erweckte nicht gerade den Eindruck als befände ich mich in einem kleinen Haus. Mehr doch als wäre ich in einem Schloss gefangen, bedachte man die verschlossenen Türen.

Mit dieser neuen Aufgabe vor Augen ging ich den Gang weiter entlang, meine Absätze klackten in einem scharfen Tempo in der Stille. Vor der zweiflügligen Tür am Ende des Korridors angekommen nahm ich einen tiefen Atemzug, egal was mich erwartete, ich würde nicht ohne den Lockenkopf gehen.

Leise schlüpfte ich durch die schwere Eichentür, die Halle dahinter war ebenso von Fackeln ausgeleuchtete wie der Flur es gewesen war. Die Möbel darin waren nicht zahlreich aber dafür wahrscheinlich älter als England selbst. Meine Augen wurden groß als der Groschen fiel, ich kannte diese Räume.

Ich hatte sie mit Sherlock zusammen gesehen. Dies war der Ballsaal an dessen Ende der Thorn des Königs stand. Ich war am Hofe von Heinrich dem VIII. Diese Erkenntnis ließ mich Staunen und ich besah mich des ganzen Raumes erneut, nunmehr jedoch achtete ich auf alles. Der Holzboden knarzte unter meinen Schritten. Der lange Rock wippte als ich ging, mich überkam der Drang mich zu drehen also tat ich es. Kurz fühlte ich mich wieder wie ein Kind, mich überkam das Bild eines anderen Raums, eben jener voller Fremder Menschen, doch es war schneller fort als das ich es recht erfassen konnte.

Mit drehendem Kopf ging ich weiter in den Raum herein, der pompöse Stuhl oder besser gesagt Thron hatte eine unglaubliche Anziehung auf mich. Als wäre es meine Bestimmung, das ergab keinen Sinn aber das tat es nie. Meine Finger schwebten nur wenige Zentimeter über den Samtbezogenen Polstern der Lehne als ich ihn hörte.

„Liebste Rebecca" erschrocken und mit wild pochendem Herzen drehte ich mich um und sah in die blauen Augen von Johnathan Reys Meyers alias Henry the VIII. Sein Gesicht zeigte keinerlei Wut, das beruhigte mich etwas, er war für seine unberechenbaren Ausbrüche bekannt gewesen. Er trug, genau wie ich, ein zur Szene passendes Outfit.

Ich raffte meinen Rock und stieg von dem Ansatz auf dem ich gestanden hatte. Vorsichtig ging ich einen Schritt auf ihn zu, meine Stimmbänder waren wie gelähmt, kein Ton entkam mir. Soland ich in seiner Reichweite war zog er mich in seine Arme doch schnell bemerkte ich das dies keine Geste des Komforts war sondern das er vorhatte mich zu küssen.

Wie ein Sprung in die Themse dein Leben verändern kannWo Geschichten leben. Entdecke jetzt