Unruhig. So konnte man Rebecca wohl am besten beschreiben nachdem sie geduscht und ins Wohnzimmer zurückgekehrt war. Es erfüllte sie eine fast greifbare Unruhe. Sie sagte nichts doch ich sah ihr an das sie langsam ihren nächsten Schuss brauchte. Die Anzeichen waren schmerzhaft vertraut, zumindest wären sie das wenn ich Gefühle hätte.
Doch den Schuss und die Erleichterung ihrer Unruhe durch die Drogen würde sie nicht bekommen. Nie mehr. Um sie etwas abzulenken beschloss ich ihr John vorzustellen, solange sie noch klar genug dafür war. Ich schrieb John eine SMS denn ich wollte nicht den Raum verlassen um ihn zu holen, ich musste sie im Auge behalten.
Sie ist aufgewacht - SH
Nach fünf Minuten trat der Arzt auch schon ins Wohnzimmer, er hatte einen neuen Pullover an, hatte er ja seinen alten am Vormittag unserem Gast angezogen. Rebecca die bis jetzt im Wohnzimmer auf und ab gegangen war, blieb nun stehen und musterte meinen Mitbewohner.
„Hallo mein Name ist John Watson" stellte sich eben jener vor, er lächelte Rebecca offen an, er war besser mit Menschen als ich es je sein würde. Und doch glaubte ich nicht das meine Art sie störte.
„Sie sind der Arzt" sagte Rebecca nach ein paar Sekunden, ihre Gedanken schienen langsamer zu laufen mit jeder Minute der ihr letzter Schuss weiter in die Vergangenheit rückte. Doch sie war höfflich, nach zwei Sekunden erinnerte sie sich zumindest daran und fügte um ein Lächeln bemüht an „Ich bin Rebecca, Rebecca Kingsley".
„Schön dich kennenzulernen" ich glaube er meinte es sogar „Wie fühlst du dich?" fragte er als nächstes und sah sie mit leicht schräg gelegtem Kopf an. Nervös begann sie nun wieder auf und ab zu gehen. Ihre Hände strichen dabei immer wieder über ihr Gesicht oder ihr feuchtes Haar, das Handtuch hatte sie abgelegt.
„Ganz gut, nur etwas unruhig und leicht zittrig" antwortete sie und streckte zum Beweis ihre Hand flach in Johns Richtung aus, tatsächlich ging ein leichter Tremor durch diese. „Das ist leider normal" erwiderte John in mitfühlender Arzt Manier.
Dann herrschte Schweigen, ich war zwar kein Experte für Stimmungen aber ich glaubte das es betretenes peinliches Schweigen war. Also tat ich was ich immer tat ich analysierte und sprach aus was andere Verschwiegen oder anders Formuliert hätten.
Ich wand mich an Rebecca die immer noch im Raum herumtigerte „John ist zu höfflich dich danach zu fragen aber er möchte nur zu gern wissen was dich auf die Straße und in die Sucht trieb" Der Soldat zog verärgert die Luft ein und strafte mich mit einem vernichtendem Blick aber er wiedersprach mir nicht, was bedeutete das ich recht gehabt hatte.
Auf Rebeccas Gesicht fand nun ein wahres Gefühlstheater statt, anfängliche Verwunderung über meine plötzliche Äußerung machte Platz für Erkenntnis und dann konnte man sehen das sie mit sich kämpfte ob sie uns nun in ihre Gesichte einweihen sollte oder nicht. Doch schließlich setzte sie sich in den anderen Sessel, zog ihre Beine an ihren Körper und begann zu erzählen.
„Ich wurde in Parr geboren, eine Kleinstadt etwas außerhalb von London. Dort bin ich aufgewachsen, wir hatten ein kleines süßes Landhaus mit einem riesigen Garten, er war wunderschön, alles war wunderschön da." Der Schein des Feuers reflektierte sich in ihren Augen als sie die Worte sprach und keinen von uns ansah.
„Ich war zehn als meine Eltern starben." Man sah wie viel Kraft es sie kostete diese Worte so fest auszusprechen. „Es war ein Dienstag, ich weiß es noch ganz genau denn jeden Dienstagmorgen machte mir meine Mama Pfandkuchen zum Frühstück, ich weiß nicht mal mehr warum." Sie legte ihren Kopf zur Seite als versuchte sie sich zu erinnern bevor sie aufgab und weiter sprach „Sie legte mir meinen auf den Teller und sagte wie immer Etwas zuckersüßes für meine Zuckersüße. Es war kitschig und ich fand es beinah peinlich" sie lachte traurig.
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Wie ein Sprung in die Themse dein Leben verändern kann
Fiksi PenggemarRebecca hatte mit ihrem Leben abgeschlossen, sie konnte nicht mehr. Verlust, Gewalt und Selbsthass waren zu viel für sie geworden, doch in den Augenblicken die ihre letzten sein sollten wurde sie gerettet, wortwörtlich.