Wert(schätzung)

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Worin bestimmt sich der Wert eines Menschen?
In seinen Leistungen? In seinem Charakter? In seinem Verhalten, seinen Entscheidungen?

Ist der Wert einer Person etwas objektives oder doch subjektiv?

Immer wieder hört man, dass alle Menschen gleichwertig sind.
Dass jeder wertvoll ist.

Doch worin bemisst sich dieser Wert? Und ist jemand, der viel Unrecht getan hat, wirklich so viel "wert" wie jemand mit völlig weißer Weste?

Ich würde hier zwischen zwei Arten unterscheiden.

Auf der einen Seite ist jeder Mensch wertvoll, ist das Leben wertvoll.
Das ist für jeden Menschen gleich und völlig objektiv zu betrachten.

Jedoch kann sich der Wert eines Menschen aus der Sicht anderer auch verändern.

So "steigern" Leistungen, z.B. schulische, den Wert des Menschens anscheinend ebenfalls. Oder die Entwicklung einer neuen Software, eines Medikaments...

Auch Besitz kann den scheinbaren Wert des Menschens beinflussen.
Arme Menschen wie Obdachlose werden schief angeguckt und abwertend behandelt, reiche Menschen bewundert.

Zudem sind uns allen bestimmte Menschen wichtiger als andere, sie haben einen "größeren" Wert.
Dies kann einfach dadurch kommen, dass wir eine Person wegen ihren Eigenschaften sehr gerne haben. Oder weil sie immer für einen da ist wenn man sie braucht.

Der Wert des Menschens wird aber auch oft an seinen Entscheidungen und Leistungen bemessen.
Wenn jemand sich entscheidet, das Geheimnis eines anderen zu offenbaren, dann "sinkt" der Wert desjenigen von der Perspektive des Verratenen. Für andere, denen das Geheimnis vielleicht etwas nutzt, "steigt" der Wert der Person, weil sie einem geholfen hat.

Doch auch für sich selbst kann man einen Wert haben.
Die oben beschriebenen Dinge entscheiden auch darüber, wie man sich selbst sieht.

Es bestimmen viele Faktoren über den scheinbaren Wert eines Menschen.
Doch wie zeigt sich dieser Wert überhaupt?

In der Wertschätzung, die man bekommt.
Die Liebe, Zuneigung, Fürsorge, Anerkennung.

Für die meisten ist es wahrscheinlich selbstverständlich, diese Wertschätzung von Freunden oder der Familie zu bekommen.

Doch was ist, wenn die anderen einem diese Wertschätzung nicht zeigen?
Oder wenn man mal was falsch macht? Wenn man die andere Person enttäuscht?
Wenn also nun Wertschätzung in Enttäuschung und Unverständnis umschlägt?

Bei Personen, die für uns nur einen scheinbar sehr geringen Wert haben, mag dies kein Problem sein. Doch wenn jemand, der uns nachsteht, der einen "hohen" Wert hat, das plötzlich tut.
Dann verletzt uns das. Es weckt das Gefühl, nicht genug zu sein. Uns wer immer wieder vermittelt bekommt, dass man alles flasch machen würde, glaubt es irgendwann. Denkt irgendwann, man könne gar nichts mehr richtig machen.

Und das verringert auch den Wert, den man für sich selbst empfindet.

Man traut sich nichts mehr (zu), weil man Angst hat, wieder alles falsch zu machen.
Man geht Herausforderungen aus dem Weg.
Man vernachlässigt eigene Interessen, aus Angst, auch da zu schlecht zu sein.
Bei Prüfungen hat man noch mehr Druck und macht sich selber Druck.
Druck, alles richtig zu machen.
Besser zu sein als die anderen, um endlich nicht mehr negativ verglichen werden zu können.

Doch man ist nicht das, was andere von einem halten.
Das Einzige, was für einen selbst wirklich zählen sollte, ist, dass man selbst weiß, was man kann.
Auch wenn man mal etwas nicht schafft, heißt das nicht, dass man ein schlechter Mensch ist, oder wertlos!

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