einfach nur Angst

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Ich habe Angst

Vor meinem nächsten Zusammenbruch

Vor dem Zerbrechen meiner emotionalen Mauern

Davor, dass ich andere wegstoße,

dass ich zu distanziert,

zu kalt,

vielleicht verletzend werde.

Dass den anderen was passiert,

dass ich sie auch noch verliere,

dass die letzten Worte auch die endgültig letzten werden,

dass ich nicht genug zeige, wie sehr ich sie brauche,

wie sehr ich sie liebe,

wie wichtig sie mir sind.

Vorm Vergessen

Vorm Erinnern

Vorm Loslassen

Vorm Festhalten

Ich habe Angst vor der Endlichkeit

vor meinen eigenen Gefühlen

vor den Gefühlen anderer

vor Verurteilung

und irgendwie auch vor Verständnis.

Ich habe Angst, herauszufinden, was ich fühle,
dass ich vielleicht wirklich so grausam, so schrecklich bin, wie ich mich gerade fühle.

Dass die Stimme der Schuldgefühle vielleicht doch richtiger liegt,
als ich mir eingestehen will.

Dass mich meine Gefühle plötzlich einholen,
oder dass sie mich noch lange schleichend quälen.

Ich will nicht so fühlen.

Ich habe mir versprochen, ich lasse Gefühle zu.

Als ich noch in der Illusion lebte, ich wäre stark genug, die zu verdrängen, wenn ich es wollte.

Ich habe Angst zu schlafen

Aus Angst vor Träumen,

aus Angst vor dem nächsten Tag,

der vielleicht noch schwerer wird als der heutige,

der vielleicht einen neuen Verlust mit sich bringt,

neue Gefühle, mit denen ich noch weniger umgehen kann.

Ich will nicht noch jemanden verlieren.

Ich weiß nicht, ob ich das verkraften würde.

Aber alle Alarmsysteme in mir laufen auf Hochtouren,

als würden sie sich nur darauf vorbereiten,

in meinem Kopf laufen Szenarien,

was passieren könnte, was passieren wird, wovor ich am meisten Angst habe.

Sie streiten sich in der Grausamkeit,

nicht in der Message: ich habe ständig das Gefühl,

dass noch etwas passieren wird,

dass es noch schlimmer wird.

Und ich weiß nicht mehr, ob das ein Vorahnung

oder nur meine Angst ist.

Ich will es nicht wissen.

Denn ich hab Angst, es könnte echt sein.

Jedes Pass auf dich auf,

Jedes Ich hab dich lieb,

Jedes Sei vorsichtig

ist verbunden mit dieser Angst, dass es das letzte sein wird, was ich dieser Person sage.

Dass all meine Hoffnung nicht genug war.

Vielleicht hat mein Gedächtnis nur abgespeichert,
dass Schlechtes selten allein kommt.
Vielleicht ist es nur ein Schutz,
falls etwas passiert,
damit ich wenigstens das Gefühl habe,
ich wäre halbwegs darauf vorbereitet.

Aber selbst das schafft es so nicht.

Ich habe einfach nur Angst.

Die ganze Zeit

Den ganzen Tag

einfach nur Angst.

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