Die Nacht war neblig. Ein feuchter Schleier legte sich auf die Haut des Mädchen und ließ sie leicht erschaudern. Sie rieb sich über die Arme und blickte auf zu ihrer Begleitung.
"Dort, wo du herkommst, ist es da auch so kalt?"
Ihre Begleitung, die mehr wie ein großer, schwarzer Schatten als wie ein Mensch wirkte, nickte leicht.
"Manchmal, manchmal nicht.
Manchmal ist alles getaucht in warmes Licht,
manchmal ist der Regen so dicht,
da sieht man die eigene Hand vor Augen nicht."
Nachdenklich nickte das Mädchen.
"Gefällt es dir dort?"
"In der Regel ja,
doch oft ist es einsam da."
"Ich könnte dich begleiten, dann wären wir beide nicht mehr so einsam. Ich weiß, die meisten Menschen haben Angst vor dir, aber manchmal, da frage ich mich, ob ein Leben mit dir, in deiner Welt, nicht doch schöner wäre. Wir könnten zusammen dort sein, am Lagerfeuer sitzen und ich dürfte dich endlich mal wirklich umarmen."
"Fürchte mich nicht,
aber umarme mich nicht.
Halte meine Hand,
laufe zu mir gewandt,
aber sage nie zu mir,
dass du für immer weg willst von hier.
Ich werde nicht von deiner Seite weichen,
werde immer bei dir bleiben.
Du kannst mit mir reden,
du kannst bei mir weinen,
kannst die an meine Schulter lehnen.
Doch darfst dich nie nach meiner Umarmung sehnen.
Denn noch gehörst in diese Welt,
auch wenn es dir dort manchmal nicht gefällt.
Du hast noch ein Leben zu leben -
das kann ich dir niemals geben."
"Aber, lieber Tod, manchmal, da ist die Aussicht, mit dir zu gehen, so viel schöner, so viel einfacher."
"Ich weiß, mein Kind, es ist nicht leicht,
doch auch wenn alles hier aussichtslos scheint,
bin ich nur dein Begleiter,
ein Gedanke, vielleicht mach ich's leichter,
aber du darfst dich ihm niemals hingeben;
du hast ein Leben zu leben."
15.07.2025
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Gedankenwelt
AcakDies ist ein Einblick in all die Gedanken, die mich Tag täglich im Leben begleiten, und auch in ein paar Träume. !Achtung! !TW! Beschreibung von Selbstverletzung und Suizidgedanken in manchen Kapiteln! (sind einzeln gekennzeichnet) Teilweise Texte...
