„Da rührt sich überhaupt nichts", kommentierte Pippins Gandalfs erfolglose Versuche, die Zwergentür zu öffnen.
Morwen musste trotz der Tatsache, dass es für ihre Mission nicht unwichtig war, dass es Gandalf gelang, die Tür zu öffnen, ein Schmunzeln unterdrücken. Dieser Hobbit hat wirklich Nerven.
Gandalf hingegen brummte nur ungehalten, bevor er sich mit seinem ganzen Gewicht gegen die steinerne Tür stemmte.
„Gandalf?", fragte Morwen zögernd, „ich glaube irgendwie nicht, dass das etwas nützt."
„Du nicht auch noch." Der Zauberer unterbrach seinen Versuch, die Tür irgendwie aufzubekommen und schenkte Morwen einen düsteren Blick. „Ich kannte einstmals jeden Zauberspruch in allen Sprachen der Elben, Menschen oder Orks. Es muss doch einen Weg geben, diese Tür zu öffnen."
Morwen schwieg. Pippin dagegen war weniger feinfühlig.
„Und was willst du nun tun?", fragte er.
„Mit deinem Kopf die Tür einschlagen, Peregrin Tuk!" Ja, Gandalf ist wirklich gereizt. Kein Wunder, wer außer ihm hat denn überhaupt das Wissen, um diese Tür zu öffnen.
„Wenn die sie nicht aufbringt, und ich etwas Ruhe vor törichten Fragen habe, dann will ich nach dem Losungswort suchen." Gandalf musterte den Hobbit durchdringend, der seinen Blick nun langsam Richtung Boden lenkte.
Armer Pippin. Seine vorlaute Art wird ihm noch einiges an Ärger einbringen im Laufe der Jahre. Und hat es sicher schon in der Vergangenheit.
„Ich denke, wir sollten uns hinsetzten und Gandalf in Ruhe lassen", schlug Morwen vorsichtig vor, woraufhin der Zauberer nickte.
„Etwas Ruhe würde mir gewiss beim Nachdenken helfen."
Während Morwen sich – begleitet vom leisen Gemurmel des Zauberers – mit den anderen einen halbwegs bequemen Sitzplatz suchte, bemerkte sie, wie Aragorn zu Sam ging, der noch immer das Pony führte, das sie seit Bruchtal begleitete.
„Die Minen sind kein Ort für ein Pony", erklärte er dem Hobbit, während er dem Pony das Gepäck abnahm, „selbst für den tapferen Lutz nicht.
„Mach's gut, Lutz", hörte sie Sam murmeln und sah aus dem Augenwinkel, wie er das Halfter des Ponys löste.
„Ab mit dir. Geh." Sanft dirigierte Aragorn Lutz in die Richtung, aus der sie gekommen waren. „Mach dir keine Sorge, Sam", beruhigte er den Hobbit, der dem Pony sorgenvoll nachblickte, „er kennt den Weg nach Hause."
Hoffentlich kommt er heil zurück nach Bruchtal. Wenigstens für einen von uns ist diese Reise zu Ende. Auf die gute Art. Morwen erschauderte kurz. Wer von uns Bruchtal wohl ebenfalls wiedersehen wird?
Ein lautes Platschen riss Morwen aus ihren Gedanken, ehe sie noch düsterer werden konnten. Was war das? Ein weiteres Platschen folgte. Zu laut, schoss ihr plötzlich durch den Kopf.
„Schrecke nicht das Wasser auf." Aragorn hatte Pippin am Arm gepackt. Er und Merry hatten vor Langeweile begonnen, Steine in den dunklen See zu werfen.
Aragorn spürt auch, dass das keine gute Idee ist. Morwen tauschte einen kurzen Blick mit dem Dúnadan und sah ihr eigenes Unbehagen auch in seinem Blick. Das Tor mag wunderschön sein, doch dieser Ort behagt mir überhaupt nicht. Es fühlt sich an, als sollten wir nicht hier sein, niemand sollte das wohl.
„Nein, es ist sinnlos." Gandalf hatte sich von der Tür abgewandt. „Ich weiß es nicht."
Als Morwen aufstand, um dem Zauberer ein wenig Mut zuzusprechen, nahm sie auf einmal eine Bewegung im Wasser wahr. Ganz zarte Wellen, doch kein Wind, der sie herbeigerufen haben könnte. Auch Boromir war neben Aragorn getreten und starrte auf den See hinaus.
DU LIEST GERADE
Morwen, Tochter Saurons
FanficNachdem ihr Vater Sauron durch Galadriels Macht aus seinem kurzzeitigen Zuhause Dol Guldur vertrieben wurde, ist Morwen allein. Sie muss lernen, sich in einer fremden Welt zurechtzufinden und nach Möglichkeit geheimzuhalten, wer sie wirklich ist. Ab...
