Ja, ihr seht richtig, zwei Kapitel an einem Tag. Ich habe heute irgendwie eine kreative Phase, deswegen geht es jetzt schon weiter. Viel Spaß beim Lesen!
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„Tauriel?" Morwen war erschrocken, wie rau Legolas' Stimme plötzlich klang. „Wo habt Ihr sie gesehen?"
„Woher kennt Ihr sie?" Wie es sich anhört, hat er sie sehr gern. Wie soll ich ihm nur erklären, dass sie fort ist?
Legolas seufzte leise. „Tauriel wuchs bei uns im Palast auf", begann er dann leise zu erzählen, „mein Vater nahm sie bei sich auf, denn sie verlor ihre Eltern sehr früh. Sie war lange Zeit wie eine Schwester für mich und ich glaube, sie sah in mir auch einen Bruder."
Er schwieg einen Moment lang und Morwen bemerkte, dass er heftig blinzelte.
„Sie ist so eine wunderbare junge Frau geworden", sagte Legolas dann noch leiser, „und eines Tages verstand ich, dass ich sie nicht länger nur wie eine Schwester liebte. Lange gab ich mich der Hoffnung hin, dass sie meine Gefühle erwidern würde. Doch dann ging alles schief. Diese Zwerge kamen zu uns in den Eryn Galen und einer von ihnen stahl ihr Herz."
Morwen nickte langsam. „Kíli", flüsterte sie.
„Sie folgte den Zwergen, als diesen die Flucht aus unseren Kerkern gelang. Dieser Kíli war durch einen Pfeil verwundet worden und Tauriel heilte ihn. Es wäre ihre Pflicht gewesen, bei mir zu bleiben, doch sie zog diesen Zwerg mir vor." Bitterkeit schlich sich in die Stimme des Elben. „Und von der Schlacht habt Ihr sicher gehört. Der Zwerg fiel, das hat mein Vater mir erzählt. Er berichtete mir auch, dass er Tauriel bei ihm zurückgelassen habe, doch als ich dort nachsah, war sie verschwunden."
Er blickte Morwen traurig an, doch sie konnte einen Funken Hoffnung in seinen Augen erkennen. Und selbst diese Hoffnung muss ich ihm jetzt nehmen. Sie seufzte leise. Aber er kann ihr folgen, wenn er das möchte.
„Ich traf Tauriel am Rand des Schlachtfeldes", begann Morwen ihre Geschichte zu erzählen, „wir reisten eine Zeit lang gemeinsam, doch Tauriel verriet mir ihr eigentliches Ziel erst, als die Zeit des Abschieds schon gekommen war." Obwohl sie genau das hatte vermeiden wollen, rollte ihr eine einzelne silberne Träne über die Wange. „Sie sah keinen Sinn mehr in einem Leben hier in Mittelerde", fuhr sie mit erstickter Stimme fort, „sie bestieg in Mithlond ein Schiff nach Westen."
„Sie ist fort?" Morwen konnte den Schmerz in Legolas' Stimme kaum ertragen. „Das darf nicht sein."
„Aber es ist so." Morwen gab den Versuch auf ihre Tränen zurückzuhalten. „Sie war die einzige Freundin, die ich außer Dûr jemals hatte und nun ist sie fort und hat mich hier alleingelassen."
Die Tränen, die sich auch in Legolas' blauen Augen sammelten, bemerkte Morwen kaum. Sie vergrub ihr Gesicht in Dûrs schwarzem Fell und suchte Trost bei der Wargin.
Sanfte Hände ergriffen sie bei den Schultern und drehten sie langsam um. Vorsichtig, als hätte er Angst, sie zu zerbrechen, drückte Legolas die weinende Elbin an sich, während auch er nur mit Mühe die Tränen zurückhalten konnte.
Die Traurigkeit, die Morwen schon seit dem Abschied von Tauriel in sich getragen hatte, ließ sich nun nicht mehr aufhalten. Die Versuche des anderen Elben, sie trotz seiner eigenen Trauer zu trösten, nahm sie kaum wahr und sie bemerkte auch Dûr nicht, die sich fest an die beiden Elben schmiegte.
„Es tut mir leid, dass ich Euch solch schlechte Nachrichten bringen musste", flüsterte Morwen heiser, als sie keine Tränen mehr übrighatte.
„Ich hätte es wissen müssen." Noch immer war Legolas' Stimme voller Schmerz. „Ich wünschte nur, sie hätte mich nicht ohne jeden Abschied verlassen."
Langsam erst wurde Morwen klar, dass der blonde Elb sie noch immer in einer sanften Umarmung festhielt. Vorsichtig löste sie sich von ihm. Erstaunen trat in seine Augen, als er dabei Tauriels Kette bemerkte, die wieder einmal verrutscht war.
„Sie hat sie Euch geschenkt?"
Morwen nickte. „Eine kleine Erinnerung an unsere gemeinsame Reise, wie mir scheint."
„Und was habt Ihr nun vor?", fragte Legolas sanft.
„Ich weiß es nicht genau." Morwen blickte sich um. „Ich wollte zunächst einmal nach Norden reisen."
„Dorthin führt mich auch mein Weg. Ich soll einen jungen Dúnadan finden", erklärte Legolas. Dann zögerte er. „Es wäre schön, Gesellschaft zu haben", sagte er dann leise, „wollt Ihr mich nicht begleiten? Es ist nicht sicher, allein unterwegs zu sein." Er warf einen Blick auf Dûr. „Auch dann nicht, wenn man einen Warg bei sich hat."
„Eine Wargin", berichtigte Morwen und ein trauriges Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. „Würdet Ihr mir mehr von Tauriel erzählen, wenn ich Euch begleite?", fragte sie dann vorsichtig.
Legolas nickte. „Es wäre schön, wenn ich meine Erinnerungen einmal mit jemandem teilen könnte", gab er zu.
„Habt Ihr ein Pferd bei Euch?"
Legolas nickte. „Ich hoffe, er hat keine Angst vor Eurer Wargin."
„Er wird sich bestimmt an sie gewöhnen." Morwen war zuversichtlich. Es wird schön sein, wieder einen elbischen Begleiter zu haben. Und er kann mir von Tauriel erzählen. Aber wenn ich nur wüsste, warum sein Name mir so bekannt erscheint. Ob ada ihn erwähnt hat? Oder vielleicht sogar nana, vor langer Zeit? Ich muss mehr über ihn herausfinden, so viel ist sicher.
Über all ihre Gedanken bemerkte sie nicht, dass Legolas sein Pferd zu sich rief. Der weiße Hengst schien in Dûrs Gegenwart zwar etwas nervös zu sein, doch Legolas beruhigte ihn mit elbischen Worten.
„Wollen wir aufbrechen?" Ohne auf eine Antwort zu warten schwang Legolas sich auf den Rücken seines Pferdes und Morwen steig rasch auf Dûrs Rücken.
„Ich bin bereit."
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Morwen, Tochter Saurons
FanfictionNachdem ihr Vater Sauron durch Galadriels Macht aus seinem kurzzeitigen Zuhause Dol Guldur vertrieben wurde, ist Morwen allein. Sie muss lernen, sich in einer fremden Welt zurechtzufinden und nach Möglichkeit geheimzuhalten, wer sie wirklich ist. Ab...
