Morwen lief, so schnell sie konnte, doch ihre Verfolger schienen genau zu wissen, wo sie sich befand. Ich hätte nie mit Legolas reisen dürfen, nachdem er mir sagte, wer er ist.
Wieder und wieder rief sie in Gedanken nach Dûr, doch die Wargin schien sie nicht zu hören.
Wenn ich doch nur auf ein paar Orks treffen würde, sie würden mich schützen. Jedoch schienen sich keine Orks in dieser Gegend zu befinden und Morwen war sich nicht sicher, ob einige Orks für Legolas, Aragorn und Turgil überhaupt eine besondere Schwierigkeit darstellen würden. Schließlich hat Legolas auch die Schlacht um den Erebor überlebt.
Die Bäume zogen an Morwen vorbei. Der Wald schien immer dichter zu werden und Morwen wusste nicht einmal genau, in welche Himmelsrichtung sie gerade lief.
Nur darauf bedacht, schneller als Legolas und die beiden Dúnedain zu sein, achtete Morwen nicht mehr auf ihre Umgebung. So durchfuhr sie ein gewaltiger Schrecken, als sie plötzlich einen Schatten auf ihrer linken Seite entdeckt. Es dauerte einige Herzschläge, bis sie die Gestalt einer Wargin in der Dunkelheit erkennen konnte.
„Oh, Dûr", murmelte sie erleichtert, während sie ihre Schritte ein wenig verlangsamte. Die Wargin passte ihr Tempo an das ihrer Freundin an, und als Morwen sicher war, dass sie nun langsam genug waren, dass sie gefahrlos auf Dûr steigen konnte, schwang sie sich aus dem Lauf heraus auf den Rücken der Wargin.
„Bring mich soweit weg wie möglich", flüsterte sie ihrer Freundin ins Ohr, „am besten Richtung Mordor."
Sofort beschleunigte Dûr ihre Schritte und Morwen wusste, dass selbst ein Elb bei dieser Geschwindigkeit niemals würde mithalten können. Erschöpft lehnte sie sich ein wenig an Dûrs Hals.
Was wird geschehen, wenn ich Mordor erreiche? Wird ada sich freuen, mich wiederzusehen? Oder wird er wütend sein, weil ich so viele Elben kennengelernt habe?
„Ich möchte noch einen letzten Blick auf das Meer werfen", murmelte Morwen, ohne zu bemerken, dass sie diesen Gedanken laut ausgesprochen hatte. Doch sie spürte sofort, wie die Wargin die Richtung änderte. Die Landschaft, die sich unter der allmählich aufgehenden Sonne erstreckte, nahm sie allerdings nicht mehr wahr. Denn Morwen wusste, dass Dûr sie auch noch sicher tragen würde, wenn sie einschlafen sollte. Also schloss die Tochter Saurons ihre Augen, nur einen Moment lang wollte sie sich ausruhen. Doch schnell bemerkte sie, wie erschöpft sie tatsächlich war. Und so ließ sie sich von der Dunkelheit tragen, anstatt dagegen anzukämpfen und innerhalb kürzester Zeit fiel sie in einen tiefen Schlaf.
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Morwen, Tochter Saurons
Fiksi PenggemarNachdem ihr Vater Sauron durch Galadriels Macht aus seinem kurzzeitigen Zuhause Dol Guldur vertrieben wurde, ist Morwen allein. Sie muss lernen, sich in einer fremden Welt zurechtzufinden und nach Möglichkeit geheimzuhalten, wer sie wirklich ist. Ab...
