Austin
Obwohl Dylan und ich uns noch einen schönen Tag gemacht hatten, wollte er bei sich schlafen, wofür ich natürlich Verständnis hatte. Vom Regen, welcher gegen mein Fenster peitschte, wachte ich auf. Das war dann wohl mit einer der Gründe, warum wir nicht jeden Tag am See verbringen konnte. Ich musste ihm zustimmen, dass es schön war, aber alles schöne konnte zu schnell vergänglich sein. Menschen, Orte, Wörter, Emotionen.
Seufzend wollte ich mich wieder umdrehen, aber hörte dann einen Schrei. Kurz überlegte ich, ob ich dafür wirklich aufstehen sollte. Die Entscheidung fiel mir schließlich leicht, da Riley nach mir rief. Ich brauchte einen kleinen Moment, bis ich identifizieren konnte, woher der panische Schrei kam.
Im Wohnzimmer blieb mir fast der Atem weg. Alex saß mit einem scharfen Messer auf unserer Couch. Der Typ hatte eindeutig eine Schraube locker. Riley saß am anderen Ende der Couch. Ich wusste, dass sie das niemals freiwillig machen würde, wodurch ich darauf schloss, dass Alex sie dazu gezwungen haben musste.
„Lerne ich dich wohl schneller kennen, als mir lieb war", sprach ich meinen Gedanken aus, als ich langsam auf die Couch zu ging. „Ein Schritt mehr und du kannst dem Gras beim wachsen zu sehen", drohte Alex mir. „Findest du das nicht ein bisschen unfair?", fragte ich.
Riley warf mir einen mahnenden Blick zu. Mir war bewusst, dass ich mich in einer heiklen Situation befand. Ich wollte Alex verwirren, damit ich zumindest Riley in Sicherheit bringen konnte.
„Ist doch genau so unfair, wie du mir die Chance nimmst, dass Dylan mir noch eine Chance gibt", grinste Alex. „Wenn ich mich nicht irre, hast du dir die schon lange verspielt", tat ich auf nachdenklich, wobei ich einen unauffälligen Schritt nach vorne setzte. „Nein, du bist zum falschen Zeitpunkt hier hin gezogen", lachte er amüsiert.
Direkt musste ich mit dem Kopf schütteln. Wahrscheinlich wäre es egal gewesen, wann wir in das Haus gezogen wären, denn Dylan hätte bestimmt nicht nochmal den gleichen Fehler gemacht. Alex rutschte wenige Zentimeter zu Riley, was mich einen Schritt nach hinten machen ließ. Niemals könnte ich es mir verzeihen, wenn ihr etwas passieren würde.
„Hätte ich früher von dir erfahren, wäre alles viel einfacher gewesen. So viel Mühe für fast nichts", rutschte Alex ebenfalls zurück. „Du dachtest wirklich, dass Dylan wieder zurück zu dir kommt?", spottete ich. „Natürlich, ich habe sein Sozialleben kaputt gemacht. Er hätte keinen mehr haben dürfen, aber dann erfuhr ich von dir", erzählte er mir.
Es brauchte ein paar Sekunden, aber dann verstand ich, was er damit sagen wollte. Alex hatte den Instagram Account erstellt und die Beiträge gepostet. Eins musste ich ihm lassen, dumm war die Idee wirklich nicht, aber falsch geplant. Sofort sprach ich meine Schlussfolgerung aus.
„Ich war es nicht alleine. Irgendwer musste mir ja den ganzen Mist schicken. Da kam mir Calvin ganz gelegen", gab Alex zu. „Woher wusstest du davon?", wollte ich wissen. „Das ist wohl unwichtig. Wichtig ist, dass du alles zerstört hast", warf er mir vor. „Verstanden, Einstein. Leider oder wohl zu Dylans Glück ist dein Plan schief gelaufen. Er wird nicht mehr bei dir angekrochen kommen", meinte ich.
Erneut wagte ich einen Schritt nach vorne. Dieses Mal schien er es nicht zu bemerken, denn er blieb an der Stelle sitzen. Unauffällig schmiss ich Riley einen Blick zu, aber sie verstand nicht, was ich von ihr wollte. Scheiße, sonst verstanden wir uns auch mit Blicken, aber das war halt eine ganz andere Situation.
„Naja, wenn du nicht mehr bist, ist Dylan wieder alleine", lächelte Alex süffisant. „Super Erkenntnis, aber zu deinem Pech haben Männer eine Lebenserwartung von 78 Jahren", tat ich auf unwissend. „Gott", seufzte er, wobei er seinen Kopf in den Nacken legte.
Wieder einmal schmiss ich Riley einen Blick zu, welchen sie dieses Mal verstand. Ich wollte Alex unkonzentriertheit nutzen. Riley stand unauffällig auf, während ich mich auf Alex schmiss. Schnell hatte ich das Messer gegriffen. Aus dem Augenwinkel erkannte ich noch, wie Riley raus in den Garten lief.
„Du miese Ratte", versuchte Alex an das Messer zu kommen. „Du bist psychisch gestört", warf ich ihm vor.
Im hohen Bogen warf ich das Messer von uns weg. Es sollte schließlich eine faire Situation bleiben. Kaum war das Messer auf dem Boden gelandet, schlug Alex mir ins Gesicht, wodurch ich einen metallischen Geschmack im Mund hatte. Bevor ich ihn an seinem Shirt von der Couch runter riss, spuckte ich ihm das Blut ins Gesicht.
„Du dachtest wirklich, dass das funktioniert?", lachte ich amüsiert.
Mein Vorteil war es, dass ich über Alex war, wodurch ich nach seinem Kopf greifen konnte. Mit ein wenig Kraft schmetterte ich seinen Kopf gegen ddn Boden. Ich hätte mehr Kraft aufwenden können, aber ich wollte ihn nicht umbringen.
„Scheiße", hörte ich auf einmal Dylans Stimme.
Er stand im Rahmen, der Terrassentür, knapp hinter ihm Riley. Das war eindeutig nicht der Plan gewesen, denn sie sollte die Polizei rufen. Alex schaute ebenfalls erschrocken zur Tür. Bevor ich reagieren konnte, lag ich unter ihm. Ohne einen Funken Angst zu zeigen, schritt Dylan auf uns zu.
„Verschwinde", zischte ich ihn wütend an.
Ich wollte nicht, dass er zwischen Alex und mir geriet. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Alex nach dem Messer greifen wollte, welches nicht mehr weit entfernt von uns war. Dylan schien genau das gleiche vor zuhaben, denn er schritt langsam und vorsichtig darauf zu.
Direkt wollte ich Alex aufhalten, wodurch ich versuchte ihn von mir runter zu drücken. Seine Hand, die auf mein Brustbein drückte, löste sich. Weder Dylan noch ich waren schnell genug, denn Alex war wieder in Besitz, des Messer.
„Dylan", schrie ich wütend und verzweifelt, aber es entkam mir zu spät.
Das Blut lief seinen Oberschenkel entlang, während er auf den Boden sackte. Kaum hatte das Messer ihn getroffen, verschwand Alex. Fast wäre ich ihm hinterher, aber es war wichtiger bei Dylan zu bleiben. Er brauchte jetzt ganz dringend unsere Hilfe. Um Alex könnte ich mich noch wann anders kümmern.
„Nicht rausziehen", meinte Riley panisch, als ich nach dem Griff, des Messers, greifen wollte. „Drück auf die Wunde. Ein Krankenwagen ist schon unterwegs", informierte sie mich. „Schau mich nicht so dumm an, mir war klar, dass das nicht gut ausgehen wird".
Mit meiner ganzen Kraft drückte ich auf die Wunde, wobei ich darauf achtete, dass ich mich selber nicht verletzte. Das Blut lief immer weiter. Meine ganzen Händen waren schnell in dem Rot gefärbt. Mir liefen schon die Tränen über die Wangen. Auf einmal spürte ich eine kalte Hand an meinem Kiefer.
„Vergiss niemals, dass ich dich liebe", wisperte Dylan. „Scheiße, du wirst das überleben", schluchzte ich verzweifelt. „Bleib bei uns", tätschelte Riley Dylans Wange, als sie sich hinter seinem Kopf gekniet hatte.
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Der Verrat in Person
Teen FictionDylan Wheeler, die Vertrauensperson seiner Freundesgruppe. Seit eh und je schreibt er jegliches Geheimnis oder witziges Detail, das nicht jeder weiß, in ein Notizbuch. Das Notizbuch ist sein Heiligtum, welches niemals an die Öffentlichkeit kommen da...
