Kapitel 62

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,,Neid ist etwas für Menschen die nicht erreichen können was Sie möchten." ~Aurora




Tag 3
22:30 Uhr

Der erste Atemzug fühlte sich an wie das beste Gefühl von Leben in meiner Lunge, erleichtert japste ich nach Luft und realisierte wieder Leandro welcher vor mir war und mir eine Spritze in den Arm verabreicht hatte. Langsam kehrte meine Sprache zurück und ich brachte ein stottern über meine trockenen Lippen ,,Was.. war das?" angsterfüllt schaute ich auf die riesige Spritze welcher er zurück in eine schwarze Sporttasche stopfte.

,,Beruhigungsmittel." ,,Was fällt dir ei.." ich gab meinen Satz, nachdem er die Augenbrauen hochgezogen hatte, auf und konzentrierte mich wieder auf das was mir bevor stand ,,Du hast Matteo gerufen oder?" Leandro drehte sich zu mir um und blickte mir emotionslos ins Gesicht, sein Geständnis von vorhin schien wie weg und er war zurück in seine eiskalte unberechenbare Maske gestiegen.

,,Ja." dumpfe Realisation ließ mich erneut zittern ,,Warum?" meine Lippen bibberten vor Kälte, Angst und Schmerz. ,,Was hast du erwartet Aurora? Du fliehst obwohl ich dich eindeutig gewarnt habe, doch das wäre nicht mal ein Grund dich zu töten." Seine Stimme war wütend und er blickte auf mich herab, dennoch saß sein Haar auch nicht mehr ganz perfekt sondern fiel ihm in die Stirn, seine schwarze Anzugshose und Hemd war mit Blut und Dreck beschmutzt. Meinem Blut. ,,Du hast es gewagt wirklich zu versuchen mich zu zerstören und zu erpressen?!"

,,Was hast du erwartet Leandro? Das du eine Schülerin die noch ihr komplettes Leben vor sich hat mit nimmst wie einen Hund? Denn du Zuhause in deinem Haus einsperrst und ab und zu streichelst damit er sich damit den Rest seines Lebens zufrieden gibt? Du erwartest Loyalität und Zuneigung, dabei tust du alles dafür mich zu zerstören und zu misshandeln. Das ist keine Liebe. Das ist Bessenheit."

Ich fühlte mich als würde ich mit einer Wand reden. Seit einem Jahr. Eine unbändige Erschöpfung überfiel mich und auch wenn ich gerade jetzt wahrscheinlich mir lieber den Mund fusselig reden sollte um Zeit zu gewinnen war ich es absolut müde.
Ein amüsiertes Lächeln wie vom Teufel umspielte seine Gesichtszüge ,,Ist das nicht fast das selbe?"

Mit kalten Fingern rüttelte ich an den Fesseln welche unnerbitterlich hielten. Leandros stechender Blick musterte mich gefährlich und ich zählte die Sekunden bis Auto Motoren von draußen ertönten. Ein unkontrollierbares Zittern ergriff mich und wäre ich nicht schon so weiß wie ein Gespenst wäre ich es spätestens jetzt. Auto Türen gingen auf und knallten wieder zu, kurz darauf näherten sich schwere Schritte der Tür.

Zwei große männliche Gestalten betraten den Raum und erst als durch das eingeschlagene Fenster das Mondlicht leicht ihre Gesichter zeigte erkannte ich die Personen. Matteo stand neben einem groß gewachsenen Mann welcher mir bekannt vor kam, dennoch kam ich nicht drauf woher ich ihn kannte. Ein Verrücktes glitzern mit der Mischung aus Grausamkeit weckte einen tiefen Fluchtinstinkt in mir, welchen ich gezwungenermaßen nicht nachgeben konnte. Leandro und Matteo sprachen kurz auf einer anderen Sprache und ich vermutete das sie Russisch sprachen, wütend musterte Leandro den Unbekannten als wäre er nicht erfreut über sein kommen, was mich verwirrte.

So eng es ging presste ich meinen Körper an die kalte feuchte Steinmauer hinter mir, als der Psycho auf mich zu kam. Sein Haar war rabenschwarz und seine Augen leuchteten eiskalt blau, sodass man das Bedürfnis hatte seine Aufmerksamkeit so schnell wie möglich von einem zu lenken, er war unglaublich attraktiv und dennoch sah ich nur eine verachtenswerte Hässlichkeit in ihm.

Arrogant blickte er von oben auf mich herab ,,Aurora.." Seine tiefe verrückte Stimme erinnerte mich schlagartig daran woher ich ihn kannte. Er war derjenige welcher an einem Abendessen mit lauter Fremden auf meine Frage was er für Leandro tat antwortete Menschen zu foltern.

,,Erinnerst du dich an mich?" Stumm blickte ich zu ihm hoch und antwortete nicht, während Leandro und Matteo uns jegliche im Hintergrund beobachteten. Lächelnd holte er aus dem nichts aus und trat mit seinen Lackschuhen in meinen Bauch. Keuchend explodierte der Schmerz und ich hustete während ich versuchte Luft zu bekommen.

,,Ja." antwortete ich schließlich auf seine Frage und gab nach was ihn lächeln ließ. Leandro trat vor und schirmte mich vor dem Mann ab.
,,Ich führe dieses Gespräch, Xaden und du hörst zu und stellst Fragen."
,,Natürlich." Xaden lächelte ironisch, dennoch sah ich den verärgerten Ausdruck in seinen Augen für eine Sekunde aufblitzen.

Leandro löste meine Fesseln, packte mich grob an meinem Oberarm und zog mich hoch. Zischend atmete ich angestrengt ein während mein ganzer Fokus darin lag mein verletztes Bein nicht zu belasten.

Die drei Schritte zum Stuhl fühlten sich an wie eine Ewigkeit, kurz wechselte ich einen Blick mit Matteo, welcher in der Ecke stand von Schatten versteckt und rauchte.

Erschöpft saß ich auf dem kalten Holzstuhl, bis Xaden neben Leandro trat und zu sprechen begann ,,Es war sehr unhöflich von mir mich nicht richtig vorzustellen damals. Ich heiße Xaden und bedaure es sehr das unsere Treffen meistens so einen negativen Beigeschmack haben."
Leandro beobachtete Xaden genau wie nah er zu mir trat was mich etwas beruhigte, wenigstens eine Person zwischen diesem Psycho zu haben, während ich ignorierte das Leandro keinesfalls anders war.

,,Also erzähl uns mehr über diese Informationen und vielleicht ändert Leandro sein Todesurteil nochmal ab." Es war Matteos dunkle Stimme mit der bekannten Kälte, Sachlichkeit und Brutalität welche durch seinen Rauch zu mir drang.

Stumm fehlten mir die starken Worte sie alle an den elendsten Ort dieser Welt zu wünschen. Eine bedeutungsschwere Stille hing zwischen uns, welche mir mehr Angst machten als jede Beleidigung.

,,Verstehst du nicht Aurora, das das hier deine letzte Chance auf Leben ist?" kalte Wut klang in Leandros Stimme mit. ,,Ja sie denkt das diese Informationen das einzige sind was sie am Leben hält und das ist beeindruckend." Fasziniert trat Xaden auf mich zu
,,Wer hat es geschafft diesen Gedanken so fest in deinen Kopf zu pflanzen? Ich freue mich schon darauf denjenigen kennenzulernen."

Cosa Nostra 2Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt