,,Sei eine Stimme- kein Echo."
~Aurora
Übelkeit war das einzige was ich spürte während Leandro mich irgendwohin trug. Langsam wurden seine Schritte langsamer, verloren aber nicht an Anspannung. Irgendwann nachdem ich jegliches Zeitgefühl verloren hatte ließ er mich endlich los, sobald ich wieder Boden unter den Füßen hatte brach ich zusammen und übergab mich, während mein gesamter Mageninhalt sich entleerte wurde mir heiß und kalt gleichzeitig vor Aufregung, als ich etwas silbernes in meinem Erbrochenen sah, was der Chip war.
Leandro zog mich hoch und ich warf noch einen letzten Blick auf den Chip bevor die Dunkelheit des Kiefernbesetzten Waldes uns umhüllte. ,,Was ist passiert?" verwirrt schaute ich zu Leandro doch er legte als Antwort nur einen Finger auf seine Lippen.
,,Leandro." Xadens ekelerregend Stimme durchdrang den Wald und es lag eine Grausamkeit in dieser die mich dazu brachte auf Leandros Anweisungen zu hören. Erst jetzt bemerkte ich das Maschinengeweher in seiner Hand welches mich schlucken ließ. Leandro hob mich hoch und lief durch den Wald ohne ein Geräusch zu machen, außer das gelegentliche Knacksen von Ästen.
Mein Gesicht war bleich, vom Blutverlust und ich spürte kalten Schweiß meinen Rücken hinunter laufen. Eine Ewigkeit später stoppte Leandro und setzte mich auf einem Baumstamm ab, während er die Umgebung ablief. Mit Tränen in den Augen zog ich mir die Jogginghose bis zu der Wunde aus, während meine Hände mit getrockneten Blut bedeckt zitterten. Glücklicherweise sah der Verband noch nicht komplett verblutete aus, weshalb ich ihn nicht wechselte und eine Schmerztablette stattdessen nahm.
Der Schmerz hatte sich mittlerweile auf mein komplettes Bein ausgebreitet, als Leandro zurück kam. ,,Was ist passiert?" meine Stimme war leise und hörte sich erbärmlich an. ,,Xaden hat mich verraten. Matteo auch. Wir müssen zurück zur Villa." Leandros Stimme vibrierte vor Wut, dennoch erkannte ich den Schock darin. Diesen Verrat hatte er nicht erwartet, normalerweise würde ich mich jetzt freuen, doch stattdessen fühlte ich nur eine riesige Angst davor was Xaden mit mir machen würde, sobald Leandro nicht mehr hinter ihm stand.
,,Wie viel Uhr haben wir?" fragte ich, denn ich musste wissen, wie viel Zeit mir noch blieb bis ich wusste ob Cleo mich verraten hatte, oder retten würde. Leandro runzelte misstrauisch die Stirn ,,Warum willst du das wissen?" ,,Ich will wissen wie lange wir uns noch in der Dunkelheit verstecken können." nannte ich als Vorwand.
Eigentlich war dieser Verrat ein perfektes Geschenk für mich, da ich so am schmerzlosesten Zeit gewinnen konnte, auch wenn es merkwürdig war einmal mit Leandro als Team ein Ziel zu verfolgen, nämlich nicht von Xaden oder Matteo gefundenen zu werden.
Wieso hatte Matteo ihn verraten? Xaden kannte ich nicht gut und wollte ich auch nicht besser kennenlernen, aber Matteo?
,,Es ist jetzt 4 Uhr. Wir müssen weiter." ,,Ich kann nicht laufen." erwiederte ich während ich rechnete, Cleo schrieb auf ihrem Zettel das ich 5 Tage durchhhalten musste und heute war der 4 Tag, also musste ich bis 00 Uhr noch 18 Stunden überleben.
Kommentarlos hob Leandro mich diesmal vorsichtiger hoch im Brautstyle und ich versuchte den unglaublichen Schmerz auszublenden.
,,Warum lässt du mich nicht hier?" fragte ich leise in die Stille während Leandro mich durch den Wald trug. ,,Xaden wird dich töten." antwortete er ,,Du auch." verrwirt verstand ich ihn einfach nicht, was war mit ihm als Kind falsch gelaufen?
Ohne Leandro hätte ich durchaus bessere Chancen zu überleben, da ihre erste Priorität bei ihm lag und nicht bei mir. Dennoch sagte ich nichts mehr, während die Dunkelheit um uns herum mich nicht so sehr frösteln ließ wie die Männer in dieser Dunkelheit. Eine unglaubliche Müdigkeit überfiel mich, welche bis jetzt das Adrenalin und der Schmerz vertrieben hatten und auch wenn ich alles gab um dieser Dunkelheit nicht nachzugeben, kapitulierte ich nach wenigen Sekunden und gab mich der Dunkelheit hin.
POV Leandro:
Wie konnte sie in meinen Armen einschlafen? Wieso tat sie mir das an? Mit einem Schmerz in den Augen, welchen ich hoffte das sie ihn niemals sah blickte ich auf das dünne, verletzte Mädchen in meinen Armen. Diese ganzen letzten Tage waren eine Katastrophe und eine unglaubliche Wut auf mich selbst brodelte in meinem inneren.
Ich hätte es wissen müssen. Xaden ist ein korruptes Arschloch und Matteo hatte mir oft genug gesagt was er von der scheiße mit Aurora hielt.
Ohne Aurora wäre das hier nicht passiert, denn ich wäre nicht so ein naiver Trottel gewesen zu glauben das meine Unaufmerksamkeit aufs Geschäft unbemerkt blieb.
Ich hätte sie vorhin einfach abknallen sollen, stattdessen habe ich ihr wie ein Feigling ins Bein geschossen. Diese bescheuerten Informationen welche sie behauptete zu wissen, konnte ich mir auch problemlos auf anderen Wegen beschaffen, doch ich brauchte diese Zeit. Der Gedanke sie hinzurichten erfüllte mich mit Selbsthass und sie hatte Recht als sie sagte das ich keine Liebe für sie empfand. Es war viel mehr als das, viel intensiver, viel verlangender und ich hatte keine Ahnung wie ich das beenden sollte.
Ein knacken im Wald ließ all meine Muskeln verkrampfen, während ich das Maschinengewehr fester umfasste, doch es rührte sich nichts mehr. Bis zur Villa waren es noch bestimmt 5 Stunden zu Fuß, der Gedanke daran Xaden auszuweiden trieb mich vorwärts. Dieses Schwein würde bluten, genau wie Matteo, welcher immer wieder mich für meine Beziehung zu Aurora kritisiert hatte, dabei war er kein Stück besser, mit seinem Misstück Sofia, welche er jede Nacht vergewaltigte.
Ratlos schaute ich in das schneeweiße hübsche Gesicht von Aurora, welches mit blauen Blessuren überzogen war, was sollte ich mit ihr tun? Sie hat mir klar gemacht das das mit uns für sie niemals funktionieren würde, dennoch konnte ich den Gedanken sie einfach gehen zu lassen nicht ertragen.
Ich war ein selbstsüchtiges Arschloch und deshalb würde sie sterben oder bei mir bleiben.
POV Aurora
Blinzelnd wachte ich auf und schaute zu Leandro ,,Wie lange habe ich geschlafen?" ,,Zwei Stunden." antwortete er ruhig und ich sah wie ihm vor Konzentration der Schweiß über die Stirn lief, dennoch konzentrierte er sich unverwandt auf unsere Umgebung. ,,Und w-" ein Motorengeräusch unterbrach mich, als kurz darauf Scheinwerfer durch den Wald leuchteten. Blitzschnell ging Leandro einen Hang hinunter und schmiss sich auf den Boden sodass ich schmerzvoll unter ihm lag, während er die Waffe entsicherte.
,,Fuck, woher wissen die wo wir sind?" ,,Kannst du geortet werden?" fragte ich leise, woraufhin Leandro den Kopf schüttelte und bedeutete mir leise zu sein als Stimmen ertönten ,,Leandro, Partner." spuckte Xaden hasserfüllt die Worte aus und man hörte wie er immer näher kam.
Angsterfüllt begann ich zu zittern.
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Cosa Nostra 2
Action,,Ich werde dich nicht entführen. Du wirst mich suchen. Und du wirst mich finden. Weil ich das will." L ,,Wer dich brechen will, soll daran zerbrechen." A Dies ist die Fortsetzung von Cosa Nostra. Es macht Sinn zuerst den ersten Band zu lesen. Viel...
