Kapitel 67

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,,Du willst spielen? Denk daran das ich dieses Spiel schon viel länger spiele und wenn du denkst du hast gewonnen, stehe ich hinter dir und flüstere dir ins Ohr:

Game Over."
~Leandro





,,Wer lebt noch?" meine Frage zerstörte die Idylle des Strandes, doch ich brauchte unbedingt Gewissheit.

,,Leandro und Matteo. Xaden ist tot, genau wie ein paar andere Männer die du wahrscheinlich nicht kennst." ,,Und jetzt? Was wird mit ihnen Geschehen, wie wird es jetzt weitergehen." zögernd trank Cleo erst etwas bevor sie mir antwortete ,,Ich weiß es nicht genau. Zwar kennen wir uns schon länger, aber ich konnte nicht genau einschätzen was du möchtest. Zurück Nachhause, anderes Land oder etwas ganz anders."

Ich musste über ihre Frage länger nachdenken, da ich nur wusste was ich auf keinen Fall wollte, nämlich zurück an den Ort wo alles begann, wo meine Eltern mal gelebt hatten, wo ich zur Schule gegangen war...

,,Ich möchte auf keinen Fall zurück. Ich glaube ich würde lieber woanders neu anfangen, wo mich niemand kennt, am Meer vielleicht." Cleo nickte verstehend und musterte mich, wobei mir mal wieder auffiel wie hübsch sie war. ,,Ich kann dir Geld geben, für deinen Neuanfang, eine Wohnung und Arbeitsplatz oder Studiumsplatz."

,,Ich möchte Leandros Blutgeld nicht." erwiederte ich entschlossen, auch wenn ich ehrlich gesagt nicht wusste, wie ich ohne Geld alleine weiter kam, doch ich würde es irgendwie schaffen. ,,Das ist jetzt nicht mehr Leandros Geld. Leandros Imperium ist Geschichte. Es ist jetzt unser Geld und wir haben es uns redlich verdient."

Unsicher konnte ich bei diesem Thema noch keine Entscheidung treffen und ließ es deshalb erstmal auf sich beruhen. ,,Ich habe hier in der Nähe eine Wohnung gebucht, du kannst solange du möchtest dort sein aber natürlich auch zurück kommen. Ich muss in der Villa bleiben um zu verhandeln wie es jetzt weiter geht." Erleichtert das ich nicht zurück musste fühlte ich unglaubliche Dankbarkeit ,,Vielen Dank, ich schlafe gerne in der Wohnung."

,,Ich hab hier noch ein Telefon und Geld für dich, falls du sonst irgendetwas noch brauchst schreib mir einfach oder ruf mich an. Ich habe meine Nummer schon eingespeichert und ein paar andere Kontakte, für Notfälle, schau es am besten heute Abend durch, ich habe auch Informationen darin gespeichert welche dir Leandro vorenthalten hat."

Tränen traten in meine Auge, da sie an wirklich alles gedacht hatte und ich froh war mich nicht völlig allein auf der Welt zu fühlen.
,,Was wirst du jetzt tun?" fragte ich Cleo nach einer Weile.

,,Ich werde mich erstmal darum kümmern Leandros Vermögen anzulegen und seine ganzen Immobilien zu verkaufen oder zu vermieten. Danach war es schon immer ein Traum von mir reisen zu gehen, denn wir beide müssen nie mehr arbeiten gehen Aurora." Cleo drehte sich zu mir um als sie mir das sagte, doch ich fühlte mich noch zu jung, zu unerfahren und zu unreif um die Bedeutung dieser Worte, dieser Freiheit zu verstehen.

Ich hatte gerade mal einen Abschluss und noch nie gearbeitet und plötzlich sollte ich super reich sein?

Dieser Gedanke schmeckte bitter auf meiner Zunge, gleichzeitig wusste ich auch nicht wie es jetzt weiter gehen soll, denn war es nicht so das jeder Mensch sich in diesem Schema zurechtfand zur Schule zu gehen, zu arbeiten, eine Familie zu gründen um dann einmal im Jahr in den Urlaub zu können?

Cleo und ich saßen schon Stunden hier und redeten, wobei ich einiges über Cleo erfuhr was mir half sie besser kennenzulernen, langsam ging die Sonne unter und ich musste wissen was jetzt mit Leandro passierte, denn vorhin war mir nicht entgangen wie sie meiner Frage ausgewichen war.

,,Was passiert mit Leandro?" Ich hasste seinen Namen, alles an ihm und tief in meinem inneren spürte ich was ich mit ihm machen würde, denn wie sollte ich je wieder Frieden finden können mit dem Wissen das er noch atmete?

Cleo schien kurz zu überlegen bevor sie mir antwortete ,,Wir werden ihn an ein anders Land ausliefern wo er für seine Verbrechen für immer weg gesperrt werden wird." sie musterte meine Reaktion auf diese Entscheidung, welche keines falls begeistert ausfiel ,,Was? Warum? Wieso tötet ihr ihn nicht einfach wie Xaden?"

,,Xaden wurde getötet weil ansonsten du gestorben wärst, dennoch möchte ich das Leandro und Matteo den Rest ihres Lebens selbst dieses Gefühl des eingesperrt sein fühlen müssen." ,,Das ist doch Bescheuert." verärgert konnte ich nicht glauben das Cleo diese Entscheidung getroffen hatte, vorallem ohne mich vorher mit ein zu beziehen.

Natürlich ahnte ich das sie schon länger unter den beiden litt als ich, doch es wäre mir egal was sie mit Matteo tat, solange ich sicher war das mir kein Psychopath mit Waffe hinterher rannte.

,,Aurora, verstehst du nicht das es für sie viel zu viel Gnade wäre sie einfach umzubringen." Wütend stand ich auf und nahm das Handy, Geld und den Autoschlüssel. ,,Nein, ich du verstehst das nicht. Leandro wird einfach wieder ausbrechen und mich erneut entführen. Mach mit Matteo was du willst, aber nicht mit Leandro, nur um deine eigenen Fantasien durchzusetzen."

Cleo schüttelte bestimmt den Kopf und ich merkte langsam das sie bei dieser Entscheidung nicht mit sich diskutieren ließ.

Wir liefen schweigend zusammen zum Auto und ich schmiss mein Zeug in den Kofferraum, bevor ich mich hinters Steuer setzte und Cleo auf den Beifahrersitz. ,,Aurora, es ist die beste Entscheidung. Ich kann dir versichern das ich sie nicht alleine getroffen habe, sondern viele die mitgeholfen haben Leandro zu stürzen, sich zusammen für diesen Weg entschieden haben. Wir haben das genau durchdacht und Leandro wird nicht den Hauch einer Chance bekommen zu entkommen, zudem ist dieses Gefängnis ebenfalls kein Gefängnis für simple Taschendiebe, sondern ein Hochsicherheitsgefängnis."

Ich schüttelte meinen Kopf ,,Das ist kompletter Blödsinn, dieser Aufwand für was? Wenn du Rache willst dann töte sie halt langsam und qualvoll von mir aus oder arrangier einen Auftragskiller der sie Wochenlang foltert, aber dieser Schwachsinn vom Gefängnis ist naiv und dumm."

,,Es tut mir Leid Aurora, aber diese Entscheidung steht dir nicht zu. Ich weiß wie arg du gelitten hast, dennoch weiß ich das ich mehr gelitten habe."
Eisige Stille herrschte nach ihren Worten und ich fuhr mit zusammen gebissenen Zähnen los zur nächsten Tankstelle. ,,Wie kommst du zurück?" fragte ich nach ein paar Minuten ,,Jemand holt mich von der Tankstelle ab. Die Addresse der Wohnung ist im Auto gespeichert, Schlüssel liegen hier." sie zeigte mir die Schlüssel welche in der Mittelkonsole lagen.

Ich nickte und es herrschte wieder Stille, ich hatte keine Ahnung was ich jetzt machen sollte doch ich wusste das ich das mit Leandro nicht zulassen konnte. Das hatte dieses Arschloch nicht verdient.
Das hatte ich nicht verdient.

Ich fuhr viel zu schnell und hielt mit quietschenden Reifen an der Zapfsäule, mittlerweile war es schon halb dunkel und ich stieg zusammen mit Cleo aus. Sie zeigte mir welchen Tank das Auto benötigte und es herrschte eine Scheiß Stimmung.

Wortlos ging ich in dem alten Laden bezahlen, hinter der Theke stand ein junges Mädchen, als sie sah welches Auto ich fuhr wurden ihre Augen teller groß und ich sah Angst in ihnen.

Als ich raus kam sah ich schon den dunklen SUV welcher Cleo abholte, dennoch war sie noch nicht gegangen sondern hatte sich an den Range Rover gelehnt.

,,Na dann, vielen Dank für alles." sprach ich kalt und hasste es das ich mich mit der einzigen Person der ich noch nah war verstritten hatte, trotzdem konnte ich nicht einfach diese Entscheidung akzeptieren.

,,Aurora," seufzend musterte sie mich ,,lass uns morgen zusammen zu Abend essen und nochmal über alles reden." sie zog mich in eine kurze Umarmung bevor sie mir die Autoschlüssel in die Hand drückte und ich nur nickte. Sie stieg in das dunkle Auto und schaute mich noch ein letztes Mal an bevor sie weg fuhren.

Ich war frei und allein.

Cosa Nostra 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt