,,Die meisten Menschen sind nicht deine Freunde, nur weil sie hinter dir stehen, sie sind nur zu ängstlich sich dir in den Weg zu stellen."
~Leandro
Schmerz. Alles was ich fühlen konnte war dieser unfassbare Schmerz in meinem Oberschenkel. Es war genau das selbe Bein in welches Matteos Kugel seinen Weg gefunden hatte. In meinem Kopf drehte sich alles und ich merkte gar nicht richtig wie ich zu Boden fiel, alles schien sich zu wiederholen, der Schmerz, die Angst, die Verzweiflung, egal was ich tat, wie laut ich schrie wie ruhig ich kämpfte am Ende ertönte dieses grausame Geräusch eines Schusses und ich fiel.
Tränen flossen über meine Wangen und ich versuchte einfach nicht an der Panik zu ersticken. Eine eiserne Hand packte mich am Oberarm und Leandro schleifte mich in die Richtung der dunklen Hütte, welche wie mein schlimmster Alptraum über mir ragte. Der Schmerz explodierte in meinem Bein und ich spürte das heiße Blut, welches meine Kleidung tränkte.
Leandro schmiss mich grob über seine Schulter und ich bereute meinen naiven Plan des Weg Rennens. Ich hatte ihn unterschätzt, ich hatte erwartet er würde mir eher nach rennen als zu schießen, doch ich lag offensichtlich falsch.
Wir traten durch die Tür und ich konnte nicht mehr als Schluchzen, feuchte schimmelige Luft empfing uns in der dreckigen Waldhütte. Wütend drückte Leandro mich auf den Boden an die Wand und holte aus, sodass seine Handfläche hart auf meinen Wangenknochen traf. Die Wucht des Schlages ließ mich umfallen, doch Leandro packte mich an meinem Gesicht sodass ich in seine wutverzerrte Fratze schauen musste.
Jegliches Blut war meinem Gesicht entwichen und Schweiß Perlen lagen auf meiner Stirn, der Schlag gemischt mit dem Blutverlusst und den Schmerzen brachte mich kurz vor die Ohnmacht. ,,Du verdienst es nicht mehr zu leben." Seine Stimme klang endgültig und trotz das ich momentan mit sehr vielen Schwachstellen gleichzeitig zu kämpfen hatte, ballte sich die Wut in meinem Bauch.
Kurz sah ich mich selbst vor einem Jahr, wie ich trotzig Matteo so gegenüber gestanden war. Kabelbinder fesselten meine Hände an einen Metallhacken über mir und ich wollte mich nicht fragen welche Psychos diesen schon für ihre Opfer benutzt hatten.
Leandro verschwand kurz aus meinem Sichtfeld, bevor er mit Verbandszeug wieder kam. Aggressiv presste er mir eine Tablette in den Mund, in der Hoffnung das es Schmerzmittel waren schluckte ich sie widerstandslos. Schmerzerfüllt konnte ich nicht das aufschreien verhindern als er begann grob einen Druckverband um mein Bein zu wickeln.
Mein Körper glühte während ich gleichzeitig frierte und immer wieder überfielen mich Schüttelfrostige Anfälle. Jede Stelle meines Körpers schmerzte als Leandro zu seinem Auto ging und ich versuchte krampfhaft mich abzulenken.
Wie lange brauchte Cleo noch?
Ich war vor drei Tagen geflohen, jetzt war es vielleicht 19 Uhr oder 20 Uhr ich hatte keine Ahnung.
Cleo würde erst in zwei Tagen mich retten können und ich versuchte mir Mut zuzusprechen mit dem Gedanken das zwei Tage bedeuteten mehr als die Hälfte überstanden zu haben, dennoch war das momentan nicht sonderlich motivierend. Ich wusste nicht einmal ob ich die nächste Stunde überleben würde, wie sollte ich einen aggressiven Leandro zwei Tage unterhalten?
Verzweiflung und Schmerz ließ mich an allem Zweifeln, warum hatte ich mich nicht mit dem Zufrieden gegeben was Leandro mir bot?
War ich wirklich dumm so wie Sofia es mir vorhergesagt hatte?
Tief in meinem inneren wusste ich das diese Gedanken Müll waren, gleichzeitig war die Verlockung eines warmen Bettes und Gesundheit groß- sehr groß.
Leandro kam viel zu schnell wieder in die Hütte und ging vor mir in die Knie, sodass wir auf einer Augenhöhe waren. Fieberhaft überlegte ich mir eine Strategie, Manipulation? Wahrheit? Hass? Lügen? Was hatte er am Auto gemacht? Hatte er jemanden angerufen? Matteo?
Angst schnürte mir die Kehle zu, bei dem Gedanken Matteo jetzt überstehen zu müssen. Meistens hielt Leandro sich im Hintergrund sobald Matteo oder Nero mich drangsalierten oder er ließ mich mit ihnen allein.
Die Angst Leandro würde mich mit diesen Bastarden alleine lassen war größer als der Schmerz in meinem Oberschenkel und auch wenn ich nicht ganz da war versuchte ich zu ihm durchzudringen, wenn er wirklich Matteo angerufen hatte, hatte sich meine Zeit drastisch verkürzt.
,,Leandro?" meine Stimme hörte sich so Erbärmlich schwach an was mich noch wütender machte, höhnisch lächelte er mich als Antwort einfach nur arrogant an, weshalb ich fort fuhr ,,Warum tust du mir das an? Weshalb dieser Aufwand? Ich verstehe es nicht, es gibt bestimmt tausend liebevolle Frauen welche dir das geben was du brauchst und du ihnen was Sie brauchen."
Ich brabbelte irgendeine kitschige Frage über meine Lippen, da ich zu intelligenterem Denken nicht mehr fähig war, natürlich war mir schon längst bewusst das er ein scheiß Egozentriker und Arschloch war, weshalb er das hier tat.
,,Falsch, Sie werden mir niemals geben was ich brauche, alles was ich brauche ist eine Frau welche kämpferisch ist und gleichzeitig Schutz braucht. Eine Frau die loyal ist und für Prinzipien steht. Eine Frau welche so intelligent und gerissen ist das sie mir stand hält." er sprach seine Worte mit einer endgültigen Entschlossenheit aus, welche mir eine Gänsehaut machte. Er war verrückt.
,,Eine Frau welche niemals aufgibt und immer einen weiteren bescheuerten Grund findet mich herauszufordern. Eine Frau welche unzerbrechlich ist." Nach seinen Worten herrschte eine bedrückte Stille und ich war absolut überfordert damit wie ich auf dieses verdrehte gruselige Liebesgeständnis reagieren sollte.
,,So siehst du mich?" meine Stimme war ein Hauchen und ich war ehrlich überrascht, Leandros Gesichterwechsel waren absolut anstrengend und verwirrend doch auf eine merkwürdige verbindsame Weise spürte ich das diese Worte zu dem wahren Gesicht gehörten welches die tiefsten Wünsche in ihm offenbarten.
Kalt lachte er ,,Glaubst du der Grund dafür das ich dich noch nie richtig berührt oder mit dir geschlafen habe liegt daran das ich ein ehrenwerter Mensch bin?" ein irres glitzern trat in seine Augen ,,Nein." hauchte er und strich mir eine Strähne hinters Ohr ,,Ich liebe deine Prinzipien und Treue zu deinen kleinen lieben Werten, weshalb es mir nichts bringen würde sie gewaltsam zu brechen. Also ja, ich sehe dich in jeder Sekunde seit ich dich richtig kenne auf diese Weise."
Sprachlos hatte ich keine weiteren Fragen mehr und konnte einfach nur die heißen Tränen mein Gesicht hinunterlaufen spüren. Er war ein Monster, ein Psycho, ein Mörder, ein Kidnapper.. und ich war allein mit ihm in dieser dreckigen Waldhütte, irgendwo am Arsch der Welt ohne zu wissen ob überhaupt jemals jemand mir wirklich helfen würde, während auf dem Weg hier her noch schlimmere oder brutalere Arschlöcher waren.
Panik gab mir das Gefühl nicht atmen zu können, alles um mich herum begann sich zu drehen und ich versuchte panisch endlich wieder Luft zu bekommen.
Kalte Hände mit Ringen an den Fingern rüttelten an mir doch alles was ich versuchte war Luft zu bekommen, nicht in der Lage irgendetwas zu sehen oder zu spüren außer den unabändigen Schmerz in meinem Bein und diese wahnsinnige Panik.
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Cosa Nostra 2
Actie,,Ich werde dich nicht entführen. Du wirst mich suchen. Und du wirst mich finden. Weil ich das will." L ,,Wer dich brechen will, soll daran zerbrechen." A Dies ist die Fortsetzung von Cosa Nostra. Es macht Sinn zuerst den ersten Band zu lesen. Viel...
