Kapitel 70

369 20 3
                                        

,,Wer dich brechen will soll daran zerbrechen." ~Aurora



Die schwere Eisentür hinter welcher Leandro eingesperrt war sah stabil und undurchdringbar aus, dennoch wünschte ich mir es gäbe 10 mehr davon.

Cleo hielt ihren Fingerabdruck an den Screen auf der rechten Seite und die Tür öffnete sich langsam.

,,Ich muss das alleine machen." meine Stimme war abgebrochen und rau, dennoch verstand Cleo meine Worte und nickte nur, bevor sie mich alleine in den dunklen Raum lies.

Summend gingen die Neonröhren an und die schwere Tür schloss sich hinter mir. Leandros Gesicht war an einem Auge blau und sein Haar nicht so perfekt wie sonst und dennoch sah er für meinen Geschmack noch viel zu unversehrt aus.

Cleo hatte ihn an einen Eisenstuhl in der Mitte des Raums gekettet. Diese eiskalten Augen scannten jeden Zentimmeter von mir, während er mich mit einer Spur des lächelns musterte.

Es herrschte eine Stille, den jetzt wo ich hier war war mir jedes Wort entglitten das ich mir fein säuberlich zurecht gelegt hatte.

Die erwartete Genugtuung und Freude darüber ihn angekettet zusehen blieb aus.

Ich hatte gedacht das wenn ich auf ihn einmal in meinem Leben herabschaue wie er es so oft getan hatte würde ich glücklich sein, sicher und stark doch es weckte nur ekel in meinem inneren zu so etwas wie Leandro zu mutieren.

Fröstelnd verschränkte ich meine Arme und erlaubte es diesem Arschloch zuerst das Wort zu ergreifen, überhaupt jemals meine Anwesenheit erneut zu bekommen, meine Aufmerksamkeit, wofür ich ihn hasste.

,,Was ist passiert?" seine Stimme war dunkel und trotz das er hier angekttet auf dem Stuhl saß hatte ich das Gefühl er hätte immer noch Macht über mich.
Meinen Kopf.

Stumm antwortete ich ihm nicht, einerseits da ich es ihm nicht gönnte andererseits da ich nicht wusste worauf genau er hin wollte.

,,Früher hast du Alkohol verabscheut." kurz blitzte Überraschung in mir auf und es fiel mir schwer meine Maske der Unantastbarkeit aufrechtzuerhalten als er mir wieder Bewies wie viel Wissen über mich er sich genommen hatte, das er selbst kleinste Anzeichen richtig deuten konnte.

,,Tu nicht so als würdest du mich kennen." antworte ich kalt. Leandro lachte freudlos auf ,,Natürlich kenne ich dich Aurora, ich bin der einzige auf dieser Welt der das tut."

,,Dafür hast du ja gesorgt." sprach ich bitter und dachte an das Bild meiner Stiefeltern.
,,Wieso hast du mir nicht den gleichen Tod wie meinen Stiefeltern vergönnt?"

,,Die Welt ist groß und grausam Aurora, es ist schwer die einzige Person die einem je etwas bedeutet hat daraus zu verbannen."

,,Sei leise." fauchte ich ihn wütend an ,,Ich bin nicht hier um mir deine Lügen und Manipulationsversuche anzuhören."

,,Warum bist du dann hier? Um mich mit einem lächerlichen Messer zu bedrohen?" arrogant musterte er mich herausfordernd.

,,Ich bin hier um dir zu sagen das ich dich niemals auch nur eine Sekunde geliebt habe oder gar gemocht. Das ich deinen Namen verabscheue und jede Berührung von dir auf meiner Haut mich zum kotzen gebracht hat." meine Worte waren hart und verletzend denn sie sollten ihn auch nur ansatzweise so stark verletzen wie er mich verletzt hatte.

,,Ich weiß." überrascht schaute ich durch einen Schleier von Tränen in sein Gesicht und verabscheute mich dafür auch nur ein einziges mal nochmal vor ihm Schwäche zu zeigen, nachdem ich solange stark gewesen war.

Es waren die ersten Worte gewesen die er ohne jegliche Arroganz oder Dominanz an mich gerichtet hatte und sie brachten mich völlig aus der Spur.

,,Fuck." verschnupft wischte ich mir die Tränen vom Gesicht.

,,Aurora" seine Augen zwangen mich ihnen stand zu halten. ,,Wir haben uns am bescheursten Zeitpunkt der Welt getroffen und dennoch hast du mich mit deinem Mut für immer gefangen genommen und egal wie das hier endet insgeheim wirst du immer wissen das du mir gehörst. Für immer." fest und endgültig klangen diese Worte aus seinem Mund und ließen mich frösteln.

,,Das ist so krank, so krank.." murmelte ich verzweifelt vor mir hin, bis ich mich zwang konzentriert auf mein Vorhaben zu bleiben und musterte ihn erneut.

,,Ich habe gestern einen Mann geküsst." ungeplannt platzte dieser Statz aus meinem Mund, einfach um ihm meine Unabhängigkeit zu beweisen zu zeigen das ich die Oberhand hatte.

Doch Leandro lächelte nur, weshalb ich es weiter versuchte. ,,Diese Lippen welche du noch nie geküsst hast als ich es wollte haben die Lippen eines fremden freiwilligen geküsst, wie fühlt sich das an?"

Bösartig trat ich näher und musterte ihn hämisch, doch ausser eines kurzen amüsierten blitzen in seinen Augen entlockte ich ihm keine Reaktion.

,,Willst du wissen was ich beschlossen habe als du mit meiner Waffe an deinem Kopf vor mir gekniet hast?"

,,Oh ich bin so gespannt." antwortete ich ihm ironisch, was einen kurzen Ausdruck von Verärgerung über sein Gesicht huschen ließ.

,,Das ich dir die Welt zu Füßen legen werde. Das du jede Freiheit bekommst solange du am Ende des Tages wieder bei mir bist."

Ich ließ die Worte einen Moment durch meinen Kopf gehen bevor ich langsam das Messer aus meiner Frisur holte und mich zu Leandro runter lehnte.

Meine Stimme war rau und leise ,,Das ist das Problem mit Freiheit, man kann sie nicht halb jemanden schenken. Entweder man hat sie oder nicht."

Laut ließ ich das Messer auf den Stein Boden fallen. Überrascht betrachtete Leandro drei Sekunden das Messer.

,,Du wirst sie nie wieder haben und ich für immer und deswegen kannst du mir nur Leid tun, den ab jetzt bist du mit deinen Taten allein. Allein und hoffnungslos."

Zitternd drehte ich mich zu der Tür um.

,,Ich werde dich finden Aurora und wenn ich es tue wirst du nie wieder diese Welt ohne mich sehen."

Ruhig drehte ich mich ein letztes mal um ,,Ich weiß und wenn es so weit ist werde ich bereit sein und mich dem stellen, ich werde nicht wehrlos oder unglücklich sein sondern mich, meine Werte und jeden der mir etwas bedeutet verteidigen, ein Privileg das du niemals erfahren wirst."

Und mit diesen Worten dreht ich mich um und auch wenn noch ein weiter Weg vor mir lag, hatte ich mich noch nie so stark und leicht gefühlt wie in diesem Moment als ich diese Villa hinter mich ließ.






                             ~The End~

Cosa Nostra 2Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt