,,Das größte Risiko im Leben ist keines." ~Leandro
,,Gut, fangen wir einfach an. Ich schlage dir für den Anfang ein einfaches Spiel vor. Du musst unglaubliche Schmerzen haben in deinem Bein, denn Bald werden die wenigen Schmerzmittel nicht mehr wirken." während Xaden sprach schaute ich kurz zur Seite zu Leandro welcher ihn ausdruckslos machen ließ, was noch mehr Hass in mir wachsen ließ.
Xaden zog meine Aufmerksamkeit zurück auf sich, indem er mir seinen Lauf leicht in die Wunde drückte. Schmerzvolle Trännen gemischt mit Schreien erklangen in der düsteren Hütte, verschluckt vom dunklen Wald, in welchem höchstens eine Eule jemals von meiner Qual erfahren würde.
,,Ich stelle Fragen. Du antwortest. Im Gegenzug bekommst du Schmerzmittel, sobald du eine Frage nicht mehr beantwortest ist unser Deal ungültig. Hast du das verstanden?" ,,Ja." ,,Gut." genüsslich zog er einen weiteren Stuhl aus einer weiteren dunklen Ecke und setzte sich vor mich.
,,Wärst du lieber ein Vogel mit gebrochenen Flügeln oder gebrochenem Kopf?" interessiert musterte er mich, während ich, mir der Tiefgründigkeit seiner Frage bewusst, antwortete. ,,Ein Vogel mit gebrochenen Flügeln." amüsiert schmunzelte Xaden als wäre das hier eine angenehme Fragestunde wie beim ersten Date.
Dennoch nahm er eine viertel Schmerztablette wie vereinbart aus der Verpackung und schob sie mir in den Mund wobei seine Finger sich Zeit ließen über meine blutigen Lippen zu streicheln was Leandro wie einen tollwütigen Hund aufknurren ließ.
,,Du glaubst also du könntest deinen Flügel heilen?" ,,Vielleicht." auffordernd blickte ich ihn an und er gab mir die Nächste viertel Tablette.
,,Interessant, bis jetzt hat fast jeder dem ich diese Frage gestellt habe mir diese Antwort gegeben, mit dem Hintergedanken schlauer zu sein," seine Stimme wurde gefährlich ruhig während er weiter sprach ,,sich mehr zu nehmen als die Optionen bieten, denn in keiner ist vorgesehen das der Vogel wieder fliegt und dennoch wundert sich jeder weshalb er schlussendlich beim Versuch zu fliegen fällt. Wie fühlt sich dieser Fall an Aurora? Der Moment in dem man realisiert wozu einen seine Arroganz gebracht hat?"
,,Es fühlt sich an wie der schönste Moment in deinem Leben. Denn auch wenn der Vogel die Klippe runter fällt, so fliegt er für ein paar Atemzüge und alles danach war es das wert, denn du liegst falsch wenn du sagst das Arroganz jemanden fliegen lassen kann, denn das kann nur Hoffnung und Mut." mein Atem war schwer während ich sprach dennoch war jedes Wort aus meinem Mund ein paar Sekunden mehr gewonnen.
Zufrieden nickte Xaden und gab mir eine halbe Tablette für meine zwei Antworten. Es war ein psychospiel so einfach trughaft das am Schluss deine Nerven so blank lagen das du zu nichts mehr in der Lage warst. Ich würde dieses Spiel spielen. Über einen Tag. Und ich würde gewinnen.
Ich werde gewinnen. Das war der Satz welcher sich immer wieder in meinem Kopf formte und mir Kraft gab.
Tag 4
00:00 Uhr
Mein Kopf brummte von den Fragen mit welchen Xaden mich seit gefühlten Sunden taxierte, eine bescheuerter als die andere, während er immer wieder versuchte mir Informationen zwischen den Zeilen zu entlocken, weshalb ich zweimal fast seinen "Deal" gebrochen hätte.
Eine unglaubliche Müdigkeit hatte meinem Körper ergriffen und es kostete mich all meine Selbstbeherrschung nicht von diesem Stuhl zu fallen, während Xaden noch genauso frisch aus sah wie vor ein paar Stunden.
Gerade fragte mich Xaden nach meiner Familie als endlich Leandro ihm bedeutete mit ihm und Matteo raus zu gehen. Das Fenster ohne Glässer schien mich hinter mir beinahe zu verspotten, während der Vollmond das einzige hässliche Licht abgab. Draußen wurden die Männer Stimmen lauter und auch wenn ich nur einzelne russische Wörter hörte, konnte ich die Aggression in diesen hören.
Mit den Stimmen im Hinterkopf schaute ich mich in der Hütte um und sah in der hintersten Ecke das aufblitzen der hellen Tasche in welcher sich das Medizin Zeug befand. Ohne länger Zeit zu verschwenden, humpelte ich mühevoll zu der Tasche, während ich die ganze Zeit darauf achtete anhand der Stimmen das wieder kommen dieser Monster zu hören, wenn ich schon sterben musste dann wäre es jetzt auch egal wenn sie mich erwischten.
Mit schwitzigen zittrigen Händen zog ich meine Jogginghose so weit runter das ich den durchbluteten Druckverband von Leandro lösen konnte. Mir wurde übel als ich die Einschussstelle sah aus welcher dickflüssiges dunkles Blut rann, welches warm mein Bein hinunter lief. Ich nahm zwei der Kompressen und drückte sie auf die Wunde bevor ich begann denn Verband zu wickeln.
Es brauchte eine gefühlte Ewigkeit bis ich meine Wunde soweit versorgt hatte wie es ging, schnell nahm ich noch Schmerzmittel und stopfte mir mehrere Verbände und Kompressen in den BH auch wenn ich nicht wusste warum, da ich wahrscheinlich beim nächsten Mal wenn mich niemand beobachtete Tod sein würde.
Gerade als ich mich mit rasendem Herz zurück auf den Stuhl setzte erklang ein lauter Schuss.
Mein Herz blieb für mehrere Sekunden stehen bevor es mit rasender Geschwindigkeit weiter galoppierte. Instinktiv sprang ich auf und hätte beinahe vor Schmerz aufgeschrien bevor ich zu dem großen Fenster humpelte. Ich musste hier weg.
Meine Überlebenstinkte leiteten mich während mein Verstand nicht verstand was passiert war. Wer hatte geschossen? Wer war erschossen? Warum? Cleo konnte noch nicht da sein, oder?
Mit letzter Kraft schaffte ich es nur noch mich über den Fensterrand zu hieven bevor ich kraftlos auf dem moosbedeckte Waldboden unter dem Fenster liegen blieb. Eine unheimliche Stille hatte sich über den Wald gelegt, bis Schritte sich mir näherten. Leandro rannte aus dem Unterholz plötzlich auf mich zu. Seine sonst makelloses kontrolliertes Gesicht war zu einer Fratze aus Hass und Angst verzogen und aus irgendeinem Grund spürte ich das dieser Hass ausnahmsweise nicht mir galt.
Erschrocken keuchte ich auf als er mich ohne zu zögern über die Schulter warf und in den Wald rannte. Seine Schulter stach in meinen Bauch und mir wurde so unglaublich schlecht das sich alles um mich herum drehte.
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Cosa Nostra 2
Acción,,Ich werde dich nicht entführen. Du wirst mich suchen. Und du wirst mich finden. Weil ich das will." L ,,Wer dich brechen will, soll daran zerbrechen." A Dies ist die Fortsetzung von Cosa Nostra. Es macht Sinn zuerst den ersten Band zu lesen. Viel...
