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68 - Wie mein schlimmster Albtraum

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Mir lächelt Daniela Katzenberger vom Fernsehbildschirm entgegen, als ich meinem Frust endgültig das Feld überlasse und Vincents Nummer wähle. Es ist unser letzter Abend in der Hansestadt. Wir wollten ihn zu zweit im Hotel verbringen, aber von meinem Freund fehlt jede Spur.

Während ich darauf warte, dass er abhebt, trommle ich auf meinen zugeklappten Laptop. Das Klack-Klack-Klack meiner Fingernägel in Verbindung mit dem leisen Rufton kommt mir fast vor, wie mein selbst kreierter Beat. Die Kunst in allen Ehren, aber das würde mich auf Dauer definitiv nicht so bei Laune halten wie Vincent.

Der geht ein paar Sekunden später zwar ran, aber sein Gezeter ist nicht an mich gerichtet.

„Dicka, chill doch mal, ich hab's verstanden. Ja! Ja, wir scrappen alles. Du wirst es im Nachhinein bereuen, Dicka, ich prophezeie dir das jetzt schon!“

„Vincenzo?“, versuche ich seine Aufmerksamkeit auf diesen Anruf zu lenken, den er ja gerade angenommen hat.

„Ja!“, erwidert er gereizt. „Was ist?“

Sein Tonfall geht mir gehörig gegen den Strich. Ich warte seit Stunden darauf, dass er sich endlich hierher bequemt.

„Ach, weißt du was?“, sage ich. „Du kannst mich mal kreuzweise.“ Ich lege auf. Mein Handy klingelt, kaum dass ich es beiseite gepfeffert habe. Herrn Stein hat wohl das schlechte Gewissen ereilt.

Gerade noch rechtzeitig.

„Ich höre?“

„Sorry, ich hab hier Stress im Studio.“

„Und deswegen schnauzt du mich an, voll logisch“, gebe ich sarkastisch zurück.

Vincent atmet betont ruhig aus.

„So, nur keine Scheu: Was ist jetzt dein Problem?“, fragt er mich und die Lustlosigkeit, die dabei aus seiner Stimme spricht, gibt mir zu denken. Er muss verdammt angefressen sein. Unter normalen Umständen klingt er fröhlicher, wenn ich ihn anrufe und er eine kurze Pause während seiner einlegen kann. Vielleicht war ich zu hart zu ihm.

„Ich vermisse dich“, sage ich sanft, und das ist anscheinend die richtige Taktik.

Er seufzt.

„Glaub mir, ich wäre gerade auch lieber bei dir.“

Ich lehne mich gegen das Kopfteil des Bettes und streiche mir mit dem Druckknopf am hinteren Ende meines Kugelschreibers durchs Haar. Weil er so lange nicht aufgetaucht ist, habe ich selbst noch an ein paar anstehenden Artikeln geschraubt.

„Warum kommst du dann nicht einfach her?“, frage ich ihn verführerisch. „Ich bin im Hotel. Einsam und allein.“ Ein Schmunzeln legt sich auf meine Lippen, als ich ihn ausatmen höre.

„Chacha, ich kann hier gerade noch nicht weg. Bitte quäl mich nicht auf die Art.“

„Auf welche Art?“

„Du weißt ganz genau, was ich meine.“

Oh ja, das weiß ich. Ich habe ihn exakt dort, wo ich ihn haben will. Der Zipper der grauen Sweatjacke, die ich trage, findet seinen Weg zwischen meinen Daumen und meinen Zeigefinger. Ich halte das Mikro meines Handys in die Nähe der Stelle und ziehe den Reißverschluss runter.

„Rate, was das war“, fordere ich ihn heraus.

„Oh, komm schon, lass doch den Quatsch“, murmelt er, aber sein Widerstand ist beinah gebrochen und ich gebe garantiert nicht auf.

„Komm her, Vincent“, rede ich beschwörend auf ihn ein. „Ich brauche dich hier, ich bin ...“ Mit einem leisen Seufzer öffne ich den Knopf meiner Jeans, sodass er es am anderen Ende der Leitung hören kann. „Ich bin so allein.“

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