Forschung

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"Daniel, ich hab Hunger?", murmelte das Mädchen, was hinter ihm am Krankenbett saß.

Als er sich umdrehte, konnte er kaum ihr Gesicht sehen, weil ihre glatten brünetten ziemlich langen Haare fast zur Gänze in ihr Gesicht hingen.

Ziemlich vorsichtig ging er auf sie zu, und fragte sie mit sanfter Stimme:

"Was möchtest du denn essen, ich habe zur Auswahl, Kraftbrot und Kraftbrot?"

Scheinbar wollte er sie etwas aufmuntern und mit ihr einen Spaß machen.

Das schaffte er auch etwas und sie hob ihren Kopf lächelte und er konnte ihre klaren kastanienbraunen Augen sehen.

Seit einigen Wochen war Ausnahmezustand in seiner Abteilung gewesen, Daniel Weiterer der mittlerweile 37 Jahre alt war, war der einzige Überlebende in dieser Abteilung.

Er war der beste Hirnforscher den es hier gab und deshalb hatten er das Glück gehabt immer wieder und wieder ein Gegengift zu bekommen, weil er sehr wichtig gewesen war.

Aber das Ganze spielte seit dem Alarmzustand keine Rolle mehr und er wäre schon einige Male von seinen eigenen Leuten umgebracht worden.

Seine letzte Patientin war auch noch hier, aus welchem Grund auch immer hatte sie im Laufe der Zeit zu ihm vertrauen gefasst und bevor dieser Alarm los gegangen war und alle verrückt gespielt hatten, hatte er wahrscheinlich Väterliche Gefühle für sie entwickelt.

Das Mädchen war gerade einmal 15 Jahre alt und musste schon viel mitmachen, man sah es ihr an und sie wirkte oft als wäre sie noch jünger als sie eigentlich war.

Mit einem Grinsen nahm sie das Brot entgegen, sie wusste das es nicht schmecken würde, aber er hatte nichts anderes mehr für sie.

Wenn sie in seiner Nähe war, wusste sie er würde sie beschützen, war es so etwa, wenn man einen Vater hatte. Sie hatte auch einen Vater gehabt, aber das war lange her, oder doch nicht? Wenn sie versuchte über etwas nachzudenken was sie, bevor sie Daniel kennengelernt hatte erlebt hatte, schmerzte ihr Kopf so sehr und sie wurde fast ohnmächtig.

Deswegen hatte sie aufgehört darüber nachzudenken, als noch nicht so viele Menschen mit Waffen auf sie geschossen hatten, hatte man sie immer wieder in Narkose gelegt und ihr Gehirn erforscht.

Während sie Daniels dunkelblonde Haare anstarrte, erinnerte sie sich daran, dass er einmal zu ihr gesagt habe das er das Gehirn des Menschen erforschte, aber so genau verstand sie das nicht.

Da drehte er sich um und sie konnte seine blauen Augen duch seine Brille schimmern sehen, er sagte immer wieder etwas und als er es erneut sagte, realisierte sie das er immer wieder ihren Namen gesagt hatte:

PAULA!

Ihren Namen vergas sie immer wieder und wieder, auch wenn er ihr immer wieder sagte das es ihrer war fühlte sie sich nicht, als gehöre er zu ihr.

War sie etwa dumm?

Wahrscheinlich war sie einfach nur ein dummes Kind?

Stimmen waren am Gang zu hören und Daniel hörte auf Paulas Namen zu sagen, legte seinen Finger auf den Mund und nahm ihre Hand.

Auf leisen Spitzen führte er sie hinter den großen weißen Kasten, hinter dem sie sich schon öfters versteckt hatte.

Von da konnte er die Türe sehen und hatte ihnen beiden schon öfters das Leben gerettet.

Aber er hoffte, dass die Menschen, zu denen die Stimmen gehörten, einfach weiter gehen würden und nicht hinein gehen.

"Was genau bedeutet Gehirnforschung?", fragte eine der Stimmen, bevor jemand die Tür öffnete.

Zwei Asiaten kamen zur Tür hinein, beide sahen nicht so aus, als hätten sie Absichten irgendjemanden weh zu tun.

"Ich fühle mich hier nicht wohl", stellte Peter fest.

In diesem Raum waren so viele komische Geräte, die er noch nie in seinen Leben gesehen hat, er wusste zwar nicht, wohin sie gehen sollten, aber hier wollte er auf keinen Fall sein.

Yeonjun hatte die Waffe genommen, was eindeutig eine der besten Entscheidungen gewesen war, die die beiden getroffen hatten. Weil Peter seit dem Tod seines Bruders immer wieder daran dachte sich selbst damit umzubringen.

Ziemlich sicher wusste das Yeonjun, sonst hätte er ihm nicht die Waffe abgenommen und gesagt er würde auf ihn aufpassen.

"Aber wir müssen etwas zum Essen finden", entgegnete ihn Yeonjun.

"Du hast recht", stimmte er ihm zu und er blickte sich um.

Wo könnte man hier etwas zu essen finden?

Sein Blick blieb an einen weißen großen Kasten hängen, vielleicht könnte da etwas drinnen sein.

Yeonjun hatte sich gerade einem Zimmer zugewandt, was auf der anderen Seite des Raumes war.

"Ich sehe dort einmal nach", teilte er Peter mit.

"Ok", murmelte Peter und ging auf den Kasten zu.

Als er davorstand, hörte er ein leises Quieken dahinter und ehe er es sich versah, war eine Abzug bereite Pistole auf ihn gerichtet.

Aber neben demjenigen der die Waffe auf ihn gerichtet hatte stand ein Mädchen, das ihn mit ihren großen braunen Augen anstarrte.

Sie sah so aus, als freue sie sich ihn zu sehen.

Daniel hatte seine Pistole auf den Mann mit den etwas längeren Haaren gerichtet, er wusste, dass er sich in Acht nehmen musste.

Neben ihm war Paula, nachdem sie den Mann angesehen hatte, quietschend etwas aufgestanden, als wolle sie zu dem Mann hin.

Yeonjun drehte sich in den Moment mit der Waffe in der Hand um und als er sah, wer dort hinter dem Kasten auf einmal hervorkam, rutschte ihm die Waffe vor Schreck aus der Hand.

Ungläubig starrte er das Mädchen an das Peter anstarrte, der Mann neben ihr wirkte verwirrt und senkte seine Pistole auch etwas, aber er schien immer noch auf der Hut zu sein.

Verwirrt über die Reaktion des Mannes, der seine Waffe fallen ließ, als er Paula gesehen hatte, wollte Daniel nicht sofort schießen, sondern erst herausbekommen, wie sie zu Paula standen.

Tränen liefen plötzlich über Paulas Gesicht, dieser Mann sie kannte ihn, sie wusste genau, wer er war.

Heulend viel sie ihm vor ihr um den Hals sie war so glücklich ihn hier zu sehen.

Endlich war da jemand den sie kannte, ihr Herz machte einen Sprung, sie schien ihn sehr zu mögen.

Peter kannte sich nicht aus als ihn das Mädchen plötzlich umarmte, sie weinte scheinbar vor Freude ihn zu sehen.

Glücksgefühle übermannten sie und sie sagte den Namen des Mannes, den sie scheinbar so vermisst hatte:

"Beomygu." 

WAHRSCHEINLICHWo Geschichten leben. Entdecke jetzt