Heilend

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Taehyun hatte den schmerzverzehrten Blick von Soobin zum Glück nicht gesehen, sonst würde er sich noch mehr Sorgen machen.

"Was machen wir jetzt?", fragte er Soobin etwas verzweifelt.

Irgendwie hatte er sich an Woojin gewöhnt und er wollte ihn nicht alleine lassen, er war ein ziemlich loyaler Freund geworden, es ergab für ihm gar keinen Sinn, warum er sie verlassen hatte.

"Was ist los?", fragte Mizuki als die beiden total fassungslos wieder hineinkamen.

"Woojin, er hat uns scheinbar verlassen", erklärte Soobin raunend.

"Was?"

Auf das hinauf stand sie auf und ging zu Soobin, der auf einmal etwas wütend auf sie wirkte, sie legte eine Hand auf seine Schulter und flüsterte:

"Er muss einen triftigen Grund gehabt haben, ärgere dich nicht."

Nachdem Soobin einmal tief eingeatmet hatte beruhigte er sich etwas, in seinen Kopf dachte er nur die ganze Zeit daran, dass er sterben würde und dieser Woojin ist nicht da um sich um Katharina zu kümmern. Außerdem war er sich sicher gewesen, dass er auch den anderen immer helfen würde.

"Wie könnt ihr euch so sicher sein?", erkundigte Mizuki sich neugierig.

In diesen Moment viel Taehyun ein, dass sie das Essen draußen liegen haben lassen, er deutet auf die Tür und folgte Mizuki.

Sie sah den Haufen Essen sofort und murmelte leise:

"Oh"

Die Beiden brachten das Essen hinein und als Mizuki etwas von diesem sagen wir mal Astronauten Futter entdeckt hatte ging sie zu Huening Kai. Dieser endlich wieder etwas mehr bei Sinnen war und die Situation beobachtete.

Erleichtert darüber, dass es ihm etwas besser ging, kniete sich Mizuki vor ihn hin und reichte ihm die Mahlzeit.

"Du hast gehört das wir Woojin suchen müssen, das heißt du musst noch mehr essen damit du wieder imstande bist mitzukommen."

Vorsichtig nickte Huening Kai.

"Ich gehe zu Katharina", sagte Soobin und nahm eines der Mahlzeiten mit sich mit.

Huening Kai sah sich suchend um und fragte:

"Wo sind Yeonjun und Peter?"

Als er das fragte, vielen Taehyun die Brote aus der Hand, die er gerade hineintrug, in den Moment wurde ihm erst bewusst in was für einen Zustand sein Freund gewesen war.

Etwas hilfesuchend sah er Mizuki an, sollten sie ihm die Wahrheit sagen oder sollten sie ihn anlügen.

Aber da es für Taehyun nicht logisch gewesen wäre ihn anzulügen, setzte er sich neben ihn auf den Boden und erzählte ihm alles.

Nachdem er fertig erzählt hatte, liefen Huening Kai Tränen über die Augen und er fing zum Schluchzen an:

"Es tut mir so leid!", das ganze ging in ein herzzerreißendes Heulen über.

Taehyun nahm ihn in die Arme und streichelte über seinen Rücken:

"Alles gut."

"Ich habe Beomgyu umgebracht."

"Nein, das hast du nicht es war ein Unfall."

Obwohl es so traurig war, das Ganze zu beobachten, war Mizuki aber auch erleichtert das nun auch Huening Kai so weit war den Tod von Beomgyu zu verarbeiten.

Ihr war von Anfang an klar gewesen, dass er dabei Taehyun brauchen würde, sie hoffte das es mit ihm weiterhin bergauf ging, besorgt wanderte ihr Blick nu zur Tür in die Soobin vor einiger Zeit hinein gegangen war.

Als er den Raum betreten hatte, hatte Katharina nicht einmal mit der Wimper gezuckt, er hatte ihr die Astronauten Mahlzeit hingeworfen, weil er eigentlich auch etwas wütend auf sie war, weil sie sich so anstellte.

Dann hatte er sich aber ruhig vor das Bett gesetzt, nun saß er mit den Rücken zu ihr da und überlegte, was er sagen sollte, als er etwas Bewegung hinter sich hörte, er drehte sich um und sah in ihre eingefallenen Augen.

Sie war so dünn, dass er ihre Schädelknochen genau sehen konnte, der Anblick erschreckte ihn etwas und er drehte sich wieder weg von ihr.

"Katharina", flüsterte er leise und er musste sich zusammenreißen das er nicht zu vorwurfsvoll klang.

Sie konnte den Vorwurf in seiner Stimme genau hören, aber sie merkte auch das er sich mühe gab möglichst einfühlsam zu sein. Das war der Soobin den sie so sehr liebte.

Eigentlich wollte sie sich zu ihm hinbewegen, aber sie war zu schwach, wenn sie eine Handbewegung zur Flasche gemacht hatte, kam es ihr so vor, als würde sie einen Marathon laufen.

"Du musst wieder auf die Beine kommen", fuhr Soobin fort, er starrte weiter gegen die Wand.

"Wir müssen wirklich möglichst schnell weiter."

Eigentlich war es Katharina egal ob sie weiterkommen würden, sie wünschte sie wäre normal gestorben, wie es für sie bestimmt gewesen war, dann wären alle noch in ihrem Schlaf und würden, wenn es so weit ist aufgeweckt werden.

Alles hätte seine Ordnung gehabt, aber sie musste ja gegen alle Regeln spielen, es war alles ihre Schuld, das Paula tot war, das Beomgyu tot war, das Huening Kai in so einen schlechten Zustand war.

"Lasst mich einfach hier", murmelte sie.

Auf diese Aussage hinaus musste er fest schlucken und überlegen, was er nun sagen sollte.

"Woojin ist weg", das war das Einzige, was ihm gerade einfiel.

Ihr Herz schien kur stehen zu bleiben sie konnte nicht glauben, was sie gerade gehört hatte:

"Warum?", fragte sie ganz leise, es viel ihr selbst das Sprechen schwer.

"Das kann ich dir nicht sagen", antwortete er und drehte sich wieder zu ihr.

Es versetzte ihm einen Stich in der Brust, als er sah, dass sie, als sie gehört, hatte das er weg war endlich die Mahlzeit in die Hand nahm und sie aus dem Beutel saugte.

"Wir müssen ihn suchen", fügte er hinzu drehte sich aber wieder von ihr weg.

Das hatte sie motiviert wieder etwas zu essen da sie Woojin etwas schuldig war, sie hatte ihm in das Ganze mit hineingezogen und sie musste ihn unbedingt finden.

Als Soobin sich leicht verletzt von ihr wegdrehte ließ sie die Mahlzeit, ohne nachzudenken fallen. Rutschte etwas weiter vor und umarmte ihn von hinten, leise flüsterte sie:

"Danke."

In den Moment überkam sie ein Schwindel, sie hätte sich nicht so schnell bewegen sollen ihr Körper wollte das noch nicht mitmachen. Fest umklammerte sie ihn damit sie nicht auf die Seite fallen würde, er merkte das ihr scheinbar schwindlig war und er fasste mit seinen Händen nach hinten und stützte sie etwas.

"Mach nicht zu schnell, sobald du wieder etwas mehr kraft hast, machen wir uns auf den Weg."

Als er merkte das sie ihren Kopf auf seine Schulter gelegt hatte wanderten seine Hände zu ihren mit denen sie ihn umarmte.

Er liebte es ihre Berührungen zu spüren, aber dann erinnerte er sich wieder daran, dass er sie eigentlich aufgegeben hatte und löste die Umarmung vorsichtig.

Drehte sich zu ihr um und legte sie vorsichtig auf das Bett deckte sie zu und drückte ihr die Mahlzeit in die Hand.

"Iss jetzt noch was, und trinke genug."

Dann verließ er das Zimmer und konnte es nicht glauben, als er sah, wie Huening Kai mit Taehyun gemeinsam etwas aß und sie scheinbar darüber sprachen wohin Woojin gegangen sein könnte.

Alle sahen ihn erwartungsvoll an, er sagte ihnen mit einem leichten Lächeln:

"Sie isst wieder."

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