Er schaute sie verwirrt an und blieb stehen. Mit dieser Frage hatte er wohl beim besten Willen nicht gerechnet.
"Ich habe dich wiehern gehört und wollte dir nur helfen. Wenn wir nicht zusammen halten, haben wir hier keine Chance.", sagte er emotionslos, dann machte er eine kurze Pause, drehte den Kopf weg und fügte gereizt hinzu:
"Wenn dir das als Streuner etwas neues ist, kann ich auch nichts dafür."
Nyria schnaubte empört.
Dabei hatte er eigentlich recht. Es war neu für sie sich gegenseitig zu helfen und vielleicht machte ihr das auch irgendwie Angst.
"Tut mir leid.", sagte sie dann betroffen.
"Kein Problem.", erwiderte er freundlich und setzte sich wieder in Bewegung. Nyria lief neben ihm her und versuchte dabei so wenig zu hinken wie sie konnte. Sie wollte ihm gegenüber nicht schwach wirken.
"Du weißt, dass ich eine Streunerin bin. Also sagst du mir auch woher du kommst?"
Der Hengst blickte sie amüsiert an.
"Meine Eltern sind Bauern. Ich lebe mit ihnen westlich des Schlosses auf einem kleinen Hof."
Ein Bauer? Das hatte Nyria nicht erwartet. Er hatte viel mehr von einem Händler oder sogar einem Adligen. Sein Fell war, bis auf die Stellen an denen das Blut seiner Wunden angetrockneten war, sauber und glänzend. Aber was Nyria am meisten überraschte, war die tief schwarze Farbe seines Fells, die so gar nicht zu einem Bauern passte. Er hatte nur einen fesselhohes Abzeichen am rechten Hinterbein, genauso wie Nyria.
"Jaja ich weiß, nicht wirklich eine normale Fellfarbe für einen Bauern.", sagte der Rappe belustigt, als er ihre musternden Blicke bemerkte.
Nyria schaute ihn an und lächelte.
"Nein wirklich nicht."
"Ein mal hat mich ein kleines Bauernkind doch wirklich mit 'Sir' angesprochen, wie einen Adligen.", er lachte, "das war wikich lutig gewesen. Aber natürlich habe ich den Kleinen sfort über seinen Fehler aufgeklärt. Der hat aber große Augen gemacht, als ich ihm gesagt habe, dass ich ein Bauer bin."
Nyria lachte mit ihm. Er war wirklich freundlich.
Doch dann verstummte sein Lachen und er schaute sie bedrückt an.
"Ich weiß, dass es mich eigentlich nichts angeht... Aber wie hast du es als Streunerin in die Ausbildung geschafft?"
Nyria senkte den Kopf. Sie hatte keine Antwort darauf. Sie hatte nie darüber nachgedacht, was sie anderen darüber sagen könnte, da sie davon ausgegangen war, dass sowieso niemand mit ihr reden wollte. Aber die Wahrheit konnte sie ihm auf jeden Fall nicht sagen.
"Ich hatte... überzeugende Argumente, denke ich...", antwortete sie nachdenklich.
"Ah... na gut. Tut mir leid, dass ich gefragt habe. Es ist nur so... unerwartet?", sagte er und lächelte Nyria unsicher an.
"Du brauchst dich dafür nicht zu entschuldigen. Die Frage ist ja berechtigt.", antwortete sie freundlich.
Die Unsicherheit verschwand und sein Lächeln wurde wieder fröhlich.
Nyria bewunderte ihn dafür. Sie waren in einem scheinbar toten Wald voller mutierter Monsterwölfe und er lächelte.
"Wie heißt du überhaupt?", fragte Nyria.
"Oh, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt. Tut mir leid.", sagte er ehrlich überrascht und fuhr dann freundlich wie immer fort:
"Mein Name ist Naur."
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Nyria - Kriegerin der Garde
AdventureHunger. Gewalt. Hass. Mit all diesen Dingen und noch mehr hat Nyria schon seit ihrer Geburt zu kämpfen. Die junge Stute lebt als Streunerin in der Untersten der sechs Stände, die es im Königreich Catea gibt. Doch dieses Leben wird immer schwerer und...
