Kapitel 2

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Der Hengst, der sich über Nyria lustig gemacht hatte, schnaubte befriedigend, als er ihren niedergeschlagen Blick sah. Doch Nyria gab nicht auf. In ihrem Kopf ging sie bereits ihre Fluchtmöglichkeiten durch. Sie musste es schaffen, zu entkommen bevor sie den den Eingang zur Stadt erreichten. Dort würden die drei sie den Wachen übergeben und die Chancen auf eine Flucht würden sich damit erheblich verringern.

Sie hatte keine andere Wahl. Wenn sie verurteilt werden würde, könnte sie sich auch gleich jetzt in eine Schlucht stürzen. Denn Streuner bekamen keine gerechten Strafen. Ihnen war die Todesstrafe quasi sicher. Keiner wollte den Platzt im Gefängnis oder die Verpflegung dort an einen wie sie verschwenden.

Der Stand der Streuner war der unterste der 6 Stände. Seine Angehörigen wurden vom Rest der Gesellschaft gehasst und verspottet. Manche gingen sogar so weit zu sagen, dass Streuner Seelenlose Wesen seinen. Viele aber sahen sie aber nicht mal mehr als Teil der Gesellschaft, weshalb sie sie nicht in die letzte Schicht, sondern komplett daraus verbannten. Davon kam  wahrscheinlich auch der Name Streuner. Und daher, dass Streuner kein Zuhause hatten. Sie durften keinen Besitz haben und auch kein Geld verdienen. Sie waren in ihrer eigenen Existenz gefangen und durften dort entweder verhungern oder sich durchs stehlen über Wasser halten. Denn Streunern half niemand.   Alle anderen versuchten sich so fern wie möglich von ihnen zu halten. Manche aus den oberen Ständen wuschen sich sogar, nachdem sie ungewollt einen Streuner berührt hatten. Alles in allem waren sie schlicht und ergreifend der letzte Dreck für den Rest des Volkes.

"Los jetzt!" meldete sich nun auch der dritte Hengst zu Wort. Er war klein und wirkte neben dem braunen Hengst fast schon mickrig.
"Wir haben immerhin besseres zu tun als uns um einen verdreckten Streuner zu kümmern!" Also einfallsreich waren sie mit ihren Beleidigungen jedenfalls nicht, das stand fest. Dann setzten sich die drei Hengste in Bewegung und drängten Nyria voran. Sie konnte die schmerzhaften Abdrücke der Zähne an ihrem Hinterbein immernoch spüren, aber wenigstens zitterte sie nicht mehr so heftig.

Nyria - Kriegerin der Garde Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt