Der Schmerz in ihrer Wunde pulsierte bei jedem Herzschlag. Wie in Trance konzentrierte Nyria sich auf das nachtschwarze Fell Naurs, der direkt vor ihr durch den Wald preschte. Immer den Lichtpunkten folgend.
Sie war sich sicher, dass er hätte schneller galoppieren können. Aber er er blieb bei ihr. Und so konnte Nyria die starken Muskeln sehen, die unter seinem Fell spielten. Wie ein Blitz trafen die Erinnerungen an den Tag mit Ilano auf sie ein. Sie hatte kurz nach ihren ersten Treffen auch seine Muskeln unter dem sauberen schwarzen Fell gesehen, wie sie ihn über den Boden getragen hatten... Ein stechender Schmerz in ihrem Herz ließ sie die Erinnerung bei Seite schieben.
Ha! Wie er gucken würde, wenn sie von dieser Prüfung zurück kam! Sie würde ihm zeigen zu was so ein 'dreckiger' Streuner im Stande war.
Doch das röchelnde Keuchen, das immer näher kam, ließ ihre Vorfreude schnell wieder zu Angst werden. Ihre Hufe schlugen dank ihres verletzten Beines in einem seltsam unregelmäßigen Rhythmus auf den Boden auf. Der Galopp von Naur dagegen war gleichmäßig und elegant.
Plötzlich spürte Nyria einen Lufthuch an einem ihrer Hinterbeine. Panisch blickte sie zurück uns konnte einen Wolf sehen, der direkt hinter ihr rannte und versuchte ihren Huf zwischen seinen Zähnen zu fassen zu bekommen. Nyria schrie leicht auf und versuchte hektisch auszuweichen, als er wieder zum Sprung ansetzte. Da blieb Naur urplötzlich stehen und holte mit den Hinterläufen aus. Er verpasste der Bestie einen harten Kinnhaken und fiel sofort wieder zurück in den Galopp, bevor die anderen Wölfe ihn erreichen konnten.
Schnell hatte er Nyria wieder eingeholt. In vollem Lauf nickte er ihr aufmunternd und dennoch ernst zu. Die Stute atmete tief durch und versuchte krampfhaft ihr Tempo zu halten. Lange würde sie es nicht mehr schaffen. Und dabei kamen diese Monster schon wieder näher.
Grelles Licht blendete sie. Und dann tauchte aus der Dunkelheit urplötzlich eine Wand aus hell gleißendem Licht auf. Nyria hielt direkt darauf zu, genauso wie Naur. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Helligkeit, sodass sie erkennen konnte was dahinter lag.
Es war das Ende des Waldes.
Das Ende dieses Horrors.
Jetzt mussten sie nur noch diese Wölfe abschütteln, dann hatten sie es geschafft.
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Nyria - Kriegerin der Garde
AventuraHunger. Gewalt. Hass. Mit all diesen Dingen und noch mehr hat Nyria schon seit ihrer Geburt zu kämpfen. Die junge Stute lebt als Streunerin in der Untersten der sechs Stände, die es im Königreich Catea gibt. Doch dieses Leben wird immer schwerer und...
