Die Versöhnung mit ihrem Vater wurde dann nach einer weiteren Woche Wirklichkeit. Dies war schon mehrere Woche her und nun stand der Tag der Erfüllung eines der wichtigsten Wünsche direkt vor ihrer Tür.
Dann war es soweit und ihr Geburtstag war gekommen. Als sie aufwachte, dachte sie erst, dass sie sich nun anders fühlen müsste. Nur lernte sie schnell, dass es eigentlich nur ein weiterer Tag in ihrem kurzen Leben war. Dennoch war sie nun achtzehn und damit erwachsen.
Jeder ihrer Geburtstag begann gleich. Meist wachte sie noch vor ihrer Familie auf und wartete dann darauf, dass der Rest ihrer Familie in ihr Zimmer kam, um sie offiziel zu wecken. Auch dieses Jahr startete ihr Tag genau so. Also blieb sie liegen und versuchte noch etwas zu dösen. Es war nämlich noch ziemlich früh und sie würde wohl erst in ungefähr einer viertel Stunde aufwachen.
Ihr Gefühl bestätigte sich. Genau auf die Minute öffnete sich ihre Tür und der Kopf ihres Vaters erschien. Schnell schloss sie ihre Augen etwas.
"Das ist gut. Sie schläft noch. Mia! Dora! Beeilt euch mal!"
Ganz leise schlichen die drei nach und nach in ihr Zimmer. Als letzte kam Dora, die eine Torte mitbrachte. Durch die halbgeschlossenen Augen konnte sie achtzehn leuchtende Kerzen zählen.
Leise begannen sie zu ein Geburtstagslied zu singen. Dora setzte sich neben sie auf ihr Bett und streichelte ihr über den Rücken.
"Aufwachen, Spätzchen." flüsterte sie ihr ins Ohr.
Langsam tat sie so, als würde sie erst jetzt aufwachen. Sie setzte sich auf und ließ sich von Dora die Torte auf den Schoß stellen. Dann holte sie tief Luft und pustete die Kerzen aus.
Sie konnte sich nichts wünschen, da sie sich schon viel zu viel in der nächsten Zeit wünschen würde. Dennoch tat sie es und wünschte sich etwas. Sie wünschte sich die Erfüllung ihrer Wünsche.
"Hier ist mein Geschenk. Ich hoffe dir gefällt es." sie hielt ihr ein kleines verpacktes Päckchen hin.
Vorsichtig packte sie es aus und fand eine wunderschöne Kette im Päckchen liegen. Noch nie hatte sie etwas so Schönes in der Hand gehalten. Ganz vorsichtig legte sie die Kette um den Hals und sofort schmiegte sie sich perfekt an ihre Haut an.
"Alles Gute zum achtzehnten Geburtstag, Kleines." ihr Vater nahm sie in den Arm und drückte ihr ein größeres Geschenk in die Hand.
"Was ist das?"
"Dein Geburtstagsgeschenk. Für deine Reise und die, die vielleicht noch folgen werden."
Als sie den Deckel öffnete, kam ein Buch mit Ledereinband zum Vorschein. Auf dem Einband stand 'Mein Tagebuch'.
"Ich weiß, dass du nicht der Mensch für Tagebücher bist, aber vielleicht würdest du gerne zumindest deine Reise festhalten, für die schlechten Monate, die dir noch bleiben." auch er schloss das Mädchen in seine Arme und machte dann Platz für ihre Schwester.
Diese schenkte ihr ein Paar Ohrringe, welche perfekt zu der Kette passten. Da fiel Elaine ihrer Schwester in die Arme und danach umarmte sie auch noch die anderen Beiden ein weiteres Mal.
Ihr Frühstück wurde ihr wie jedes Jahr im Bett serviert und dieses Mal hockte sich ihre Familie dazu. So aßen sie das erste Mal zusammen in ihrem Bett das Frühstück. Es war ein besonderer Start in einen besonderen Tag.
Nach dem Frühstück fuhren die Engel-Töchter zur Schule. So wurde aus dem speziellen Beginn ein ziemlich normaler, langweiliger Verlauf von einem Vormittag. Nun wie sollte sie es auch schon erwarten, es war immerhin nur einer von 365 Tagen im Jahr.
Warum also sollte der achtzehnte Geburtstag irgendeines Mädchens etwas Besonderes sein?
Dies veränderte sich dann aber in der zweiten Pause. Die erste Pause hatte sie mit ihrem besten Freund verbracht und nichts war geschehen. Zu Beginn der Zweiten wurde sie dann von Raphael und Emma abgefangen. Emma hielt einen Muffin in der Hand. "Alles Gute zu deinem Geburtstag. Du bist jetzt achtzehn!"
Emma drückte sie einmal fest und löste sich einmal fest. Dann wurde sie von Raphael in die Arme geschlossen und auch von ihm bekam sie Geburtstagsglückwünsche.
"Wann und wie feierst du denn?" wurde sie von Emma überfallen.
"Eigentlich hatte ich vor gar nicht zu feiern oder vielleicht doch lieber ein paar Freunde, um den Abend mit ihnen zu verbringen. Also eigentlich werdet ihr wohl bald schon genaueres hören." wiegelte sie ab, doch die Augen ihres Gegenübers weiteten sich.
"Natürlich feierst du. Elaine, das ist dein großer Tag. Den musst du einfach feiern." Raphael packte sie an den Schultern und schüttelte sie durch.
Mit einem Blick zur Seite stellte sie fest, dass Emma tatkräftig ihren Freund mit Nicken unterstützte.
"Genau, wir helfen dir auch dabei und planen alles. Du musst keinen Finger rühren, versprochen!"
Am Ende der Pause wurde sie schließlich von den Beiden dazu gebracht zuzusagen. Scheinbar würde sie heute Abend eine Party bei Emma schmeißen, ihre Geburtstagsfeier. Es war sehr lange her, dass sie ihren Geburtstag wirklich groß gefeiert hatte. Die letzten Jahre hatte sie immer nur im engsten Kreis der Familie und Lion verbracht und eigentlich hatte sie auch vorgehabt, dass es dieses Jahr ganauso werden würde. Obwohl eigentlich stimmte das nicht, sie hatte vor auch Raphael, Niklas und Emma zu sich einzuladen. Dies wäre die beste Möglichkeit gewesen ihre neuen Freunde und Lion etwas näher zusammen zu bringen. Denn wenn sie ehrlich war, hatte sie längst bemerkt, dass sie sich, so mehr Zeit sie mit Raphael und seinen Freunden verbrachte, immer weiter von Lion entfernte. Doch dies wollte sie gar nicht. Deswegen hatte sie gehofft ihre neuen und ihren besten Freund zusammen zubringen. Am besten wäre es, wenn sie alle Freunde werden könnten, nur wusste sie, wie wenig Lion von Raphael hielt. Somit machte sie sich nicht allzu große Hoffnungen.
Dennoch war sie irgendwie ziemlich gespannt auf ihre Feier. Vielleicht würde dieser Tag doch noch etwas besonderes werden. Zumindest war dies der Plan von ihren Freunden und nach dem, was sie mitbekam schien dies wohl auch so zu werden.
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How I would like to say Goodbye
General Fiction1 Jahr 356 Tage 8544 Stunden 512640 Minuten 30758400 Sekunden So viel Zeit blieb ihr höchstens noch. 30758400 Sekunden für genau 99 Wünsche, dass sollte doch eigentlich nicht allzu schwer sein. Sie brauchte nur Hilfe, doch wer half einem sterbende...
