Erschrocken schrie ich auf, als ich Wasser in meinem Gesicht spürte. Ruckartig setzte ich mich auf und sah, dass die Leute aus dem ersten Jahr mich mit Wasser nass spritzten. Nur Abigail blieb verschont, schließlich bewunderten die sie. Als sie nicht aufhörten mich mit der Wasserpistole nass zu machen, stand ich auf und lief aus dem Raum. Zu meiner Überraschung, taten es meine Freunde auch. Völlig genervt versteckte ich mich hinter Ben, um mich irgendwie zu schützen. Mittlerweile wurde aus dem Wasser nämlich Mehl. Plötzlich ging das Licht an und unsere Betreuerin sah uns streng an. “Was ist denn hier eigentlich los?“, fragte sie und betrachtete die Sauerei im Wohnheim. Vorsichtig versuchte ich mir das Mehl von den Klamotten zu klopfen. Das erste Jahr würde das sowas von bereuen. Leider durften wir ihnen aber mitten in der Nacht helfen aufzuräumen. “Keiner von euch geht schlafen ehe nicht seine Seite Blitz sauber ist.“ Entsetzt sah ich die Betreuerin an. Alle von uns fingen an durcheinander zu reden, aber sie interessierte das nicht. “Ich will keinerlei Ausreden hören.“ Christian und Kat kamen mit Angeln in den Raum und warfen uns verwirrte Blicke zu. “Und ihr zwei tut bloß nicht so, als wärt ihr Angeln gewesen.“ Kat deutete auf den Fisch in ihrem Eimer. “Oh ähm...“, begann sie. Die Betreuerin blickte sie mit verschränkten Armen an.
“Dann ist das ein Verstoß gegen die Ausgangsregelung. Weg damit, schnappt euch einen Schrubber.“ Die Betreuerin marschierte aus dem Raum und ließ uns weiter machen. “Ein neuer Überfall?“, fragte Christian verwundert.
“Es wird noch mehr geben. Wir sind immer einen Schritt voraus.“, antwortete ein Junge aus dem ersten Jahr.
“Besonders was das Ballett angeht.“, fügte seine Freundin hinzu.
“Wir könnten euch doch jeden Tag schlagen.“, warf Ben ein.
“Droht ihr mit einem Ballettbattle?“ Genervt legte ich den Lappen weg. “Sowas gibt's gar nicht.“, sagte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. “Ein Hip Hop Krieg.“, warf Christian ein. Das konnte nicht sein ernst sein. “Der zweite Jahrgang gegen die Ballettstreber.“, half ihm Ben und grinste siegessicher.
“Samstag Nachmittag. Viertel vor eins am Café. Wir sind hier fertig, los kommt.“ Das erste Jahr verkrümelte sich nach oben, während wir zurückblieben. “Gut geölt sind die. Das muss ich ihnen lassen.“, gestand Ben und fing an wieder aufzuräumen. Nachdem wir fertig waren, ging ich müde in mein Zimmer und schaltete das Licht ein. Als Abigail sich rührte, entschuldigte ich mich. “Oh sorry. Wie kannst du denn das verschlafen haben?“, fragte ich und schloss die Tür. “Nacht.“, murmelte ich, machte das Licht aus und schlüpfte in mein Bett. Ich hatte genau vier Stunden bis der Unterricht losging. Nur vier Stunden.
“Gemeinsam sind wir stark.“,hörte ich Ben fröhlich durch den Raum rufen. “Verbindliches Hip Hop Training heute. Am Keil, mittags.“, ergänzte Sammy und sah alle an.
“Da ihr alle euch ja so gern bekriegt, machen wir heute Spartakus im Repertoire. Aber nicht du, Tara, du machst langsame Technikübungen an der Stange.“, wies Miss Raine an. Müde erhob ich mich und stellte mich mit einem Holzschwert und einem Schild in die Mitte. “Haltet die Schwerter schön kräftig. Sie sind die Verlängerung eurer Linie.“, wies Miss Raine uns an, während wir tanzten. Neben mir ertönte ein lautes Geräusch, weshalb ich zu Tara blickte, die die Stange aus der Halterung geworfen hatte. Miss Raine stoppte die Musik und sah Tara streng an. “Willst du damit protestieren?“, fragte sie entgeistert.
“Es.. Es tut mir sehr leid. Das war ein Versehen.“, begann Tara zu stammeln, selbst geschockt darüber, was passiert war. “Ich muss den Hausmeister holen. Ihr macht bitte weiter bis ich wiederkomme.“ Miss Raine verließ schnurstracks den Raum, jedoch nicht ohne die Musik wieder anzumachen.
In Tanzgeschichte nahmen wir Spartakus durch, was ich echt nicht ertragen konnte. Mich interessierte nicht, wer er war und was er gemacht hatte. Ich interessierte mich lediglich dafür, wie man ihn tanzte. “Spartakus wird in die Gladiatorenarena geschickt und dazu gezwungen seinen besten Freund zu töten. Und erst dann, entsetzt über seine Tat, wiegelt er seine Mitgefangenen zur Rebellion auf.“ Tara und Grace platzten mitten im Unterricht hinein und unterbrachen somit die Lehrerin. Entsetzt blickte ich Tara an, die Grace' Klamotten trug anstatt ihre eigenen Sachen. Tara entschuldigte sich sofort für das zu spät kommen. “Tara hatte Rückenschmerzen. Sie brauchte etwas Zeit, um sich zu dehnen.“, erzählte Grace. Abigail und ich tauschten kurz Blicke. “Während einer Stunde in Tanzgeschichte? Nehmt Platz.“ Beide Mädchen setzten sich zu uns, doch es dauerte nicht lange, da lief Tara im Raum umher. “Der zweite Akt beginnt mit den entflohenen Gefangenen, die nun ihre Freiheit feiern. Tara!“ Tara blieb stehen und sah unsere Lehrerin an. “Dr Wicks sagte,wenn die Schmerzen ganz schlimm werden, soll ich auf und ab gehen.“, erklärte Tara. “Na, ich finde dann solltest du einfach weiter marschieren in Dr Wicks Büro.“ Grace stand auf und nahm ihre Tasche. “Ich gehe mit. Damit sie auch sicher hinkommt.“, sagte sie zuckersüß und verließ mit Tara den Raum. Das ganze war doch lächerlich.
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Dance Academy
FanfictionIsabella Johnson lebt in Australien und wird an der renomierten National Academy of Dance angenommen, an der sich ihr Leben ändert. Sie lernt mit ihren Mitschülern nicht nur Ballett, sondern auch Hip-Hop-Dance und Modern Dance. Doch die Freunde müss...
