7. Vater beruhigt mich

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"Danke..." murmelte ich müde und war im nächsten Moment schon eingeschlafen...

Ich wachte langsam wieder auf und blickte in die besorgten Augen meines Vaters. "Wie geht es dir?", fragte er. Ich wollte mich aufsetzen, doch ich hatte mein Schienbein vergessen. Ich keuchte auf und fiel wieder zurück. Er sah mich besorgt an und sagte: "Warte". Als ob ich hier weg könnte?! Er verließ mein Zimmer und kam dan mit einem Glas wieder. Dort drin war das Gleiche wie gestern. Meine Augen funkelten kurz auf und er schmunzelte. "Trink das bitte aus!", sagte er und reichte es mir. Nicht mehr so zögernd wie gestern, nahm ich es und trank es wieder in einem Zug aus. Danach fühlte ich mich wieder etwas besser und konnte mich aufsetzen.
Erst jetzt spürte ich, dass in meinem Gesicht um meine Nase rum, noch getrocknetes Blut von meinem Sturz klebte...
Mein Vater verschwand kurz und kam dann mit einer Schlüssel mit Wasser und einem Lappen und einem Handtuch wieder. Er setzte sich zu mir, machte den Lappen nass und sah mich dann an. Als er seine Hand hob, zuckte ich zusammen und sofort sah er mich besorgt an. "Darf ich?", fragte er. Ich nickte sachte und er lächelte mir aufmunternd zu. Dann säuberte er mein Gesicht ganz vorsichtig mit warmen Wasser und trocknete es wieder ab...
"Wie geht es dir?", fragte er, nachdem er das blutige Wasser weggeräumt hatte erneut. Ich antwortete ihm nicht, sondern sah weg. Ich wollte nicht darüber reden. "Okay... Liv, du kannst jederzeit mit mir reden! Verstehst du?", fragte er. Ich nickte minimal und eine Träne bahnte sich den Weg über meine Wange. "Liv...", flüsterte mein Vater. Ich wischte mir die Träne schnell weg, doch es kamen immer mehr nach.
"Komm her, Süße!", flüsterte er und zog mich vorsichtig zu sich ran. Er nahm mich behutsam in seine Arme und flüsterte während er mir über den Rücken strich: "Liv! Du bist nicht allein! Du kannst mit mir über alles reden!" Ich konnte nicht mehr und begann stark zu weinen inklusive des Schluchzens. Er zog mich enger in seine Arme und streichelte mir beruhigend über den Rücken. Ich vergrub mein verweintes Gesicht in seiner Halsbeuge und krallte mich panisch in seinem Rücken fest. "Sch... Liv... Sch... Es wird alles gut!", redete er leise weiter beruhigend auf mich ein...
Es klappte! Ich konnte wieder normal atmen und mein Puls, sowie Herzschlag, hatten sich schnell wieder generiert. Das alles heute hatte schon fünf Stunden gedauert und so war es kein Wunder, dass ich ziemlich müde war. "Schlaf ruhig, Liv! Ich bin da!", flüsterte er, als ob er meine Gedanken lesen könnte. Eigentlich wollte ich nicht, aber die Müdigkeit zwang mich. Also schlief ich in Vaters Armen an ihn gekuschelt ein. Und ich muss zugeben, dass es ein gar nicht mal so schlechtes Gefühl war...

Ich wachte auf und musste mich erstmal orientieren. Ich lag in meinem Bett... Okay... Verstanden! Auch wenn ich mir gewünscht hätte in seinen Armen aufzuwachen, aber das wird wohl nie passieren. Ich seufzte und setzte mich vorsichtig auf. Unter einigen Schmerzen stand ich auf und kämmte mir die Haare. Danach stützte ich mich ans Geländer und humpelte mit Schmerzen runter. Unten angekommen ging ich vorsichtig weiter. Ich hörte schon die ganze Zeit, wie sich mein Vater mit irgendjemandem unterhielt. Wahrscheilich telefonierte er wieder. Ich begab mich keuchend zur Küche. Müde lehnte ich mich gegen den Rahmen, schloss die Augen vor Schwindel und atmete ein paar Mal tief durch...
"... Caius, Marcus! Ich muss Schluss machen... Ja, wie abgesprochen! Tschüss!" Dann legte er auf. Ich spürte einen Windzug und plötzlich berührte mich seine eiskalte Hand an meinem Oberarm. Ich zuckte zusammen und er nahm sofort seine Hand weg. "Entschuldige Liv!", murmelte er. Ich atmete schwer, da die Schmerzen wieder kamen und schlimmer wurden. Ich wollte eigentlich in die Küche reingehen, aber mir tat plötzlich wieder alles weh. Der Schwindel wurde immer schlimmer und dann gaben, oder gab, mein Bein nach, auf dem ich humpelte.
Ich schrie vor Schmerzen auf und wartete auf den harten Aufprall...
Doch er kam nicht. Stattdessen hielten mich zwei starke Arme und hoben mich hoch. Als ich kraftlos meine Augen öffnete, sah ich in die Augen meines besorgten Vaters. Ich musste leider, oder zum Glück?, feststellen, dass ich fast alles von ihm hatte. Er schmunzelte, als könnte er meine Gedanken lesen. Komisch...
Als er sich in Bewegung setzte, bekam ich Angst um schlang meine Arme panisch um ihn. "Liv, es ist alles in Ordnung!", versicherte er mir immer und immer wieder.
Behutsam setzte er mich auf einen der Barhocker und sich selbst daneben. Er ließ jedoch eine Hand auf meinem Rücken liegen, um mich zu stützen. Dafür war ich ihm echt dankbar. Als ich auf den gedeckten Tisch schaute stockte mir der Atem. Vor mir stand ein Tablett mir geschmierten Brötchen mit Nutella und Marmelade. Außerdem ein Teller, ein Glas mit Kakao und... Ein Becher mit der blutähnlichen Substanz. Ohne zu zögern griff ich nach dieser und nahm ein paar kräftige Schlucke. Es schmeckte himmlisch und stärkte mich sofort. Mein Vater schmunzelte darüber nur. Ich aß zwei ganze Brötchen mit Nutella und Marmelade und trank den Kakao aus. Zum Schluss genoss ich noch den Blutigen Trank. Er war der Hammer!
Es klingelte an der Tür...

Back to Volterra {1} Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt