21. Doch nicht missbraucht?

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"DAS SAGST DU SO EINFACH?!" schrie ich wütend und spürte, wie das Feuer in mir loderte. Keine Sekunde später, standen die Gardinen in Flammen...

Na toll!? Erschrocken sah ich zu diesem schwarzen Stoff. Panik kam in mir hoch. Das dürfte jetzt nicht wahr sein oder?! Panisch, schluchzend und mit einem Gefühlschaos wie noch nie zuvor, rannte ich an den drei Männern vorbei hinaus. Ich wollte ihre Gesichter und ihre Ausdrücke nicht sehen. Könnte ich auch nicht, da ich nur verschwommen sah. Wegen der Tränen. Ich rannte einfach drauf los. Egal wohin, Hauptsache erstmal weg! Ich ignorierte die etlichen Rufe und rannte nach draußen. Der Weg war kompliziert, doch schließlich stand ich in einem wunderschönen Garten, der im silbernen Schein des singenden Mondes stand. Er war geschmückt mit Blumen in allen vorhandenen und neuen Farben, die die Gefühle der Nacht wiederspiegelten. Ich erkannte durch die salzige Flüssigkeit in meinen Augen einen alten, großen Baum. Ich rannte auf ihn zu, auch wenn er eher etwas abseits des Ganzen lag. Dort angekommen sank ich kraftlos auf die Knie und schluchzte mir die Seele aus dem Hals. Es tat so weh!

Er hatte mich benutzt?! Warum? Wollte er mich wieder loswerden? Wollte er mich versklaven und zu einem seiner Arbeiter oder besser gesagt Diener machen? Wollte er mir zeigen, dass ich wehrlos was? Was um alles in der Welt wollte er damit erreichen? Was sollte das?

Ich zuckte zusammen, als sich etwas neben mir bewegte. Ich sah nach rechts und erkannte, wie Caius sich neben mir niederließ. Eigentlich wollte ich gehen, denn ich hatte keine Lust, mir in meinem jetzigen Zustand eine Predigt anzuhören. Ich wollte gerade gehen, als er sich mein Handgelenk schnappte. "Bitte bleib!" bat er mich ehrlich. Ich ließ mich von ihm sanft zurück auf den Boden ziehen. Doch nicht vollkommen. Denn er zog mich auf seinen Schoß und legte zärtlich seine Arme beschützerisch um mich. Ich wehrte mich erst und wollte dass nicht, denn auch Caius sprach auf mich ein: "Liv beruhigte dich! Ich bin bei dir! Aro wartete drinnen und Marcus hält ihn von dir weg. Also sind wir allein. Kein Grund zum Aufregen! Komm sieh mich an!" Ich musste ihn widerwillig ansehen, direkt in seine blutroten Augen, denn er hielt mein Kinn fest in seiner linken Hand. "Sieh mich genau an und beruhige dich!" sagte er streng. Ich kam seiner Aufforderung nach und sah ihm in die Augen. Unbewusst hörte ich auf mich zu wehren und rum zu zappeln. Schwer atmend sah ich ihn an. Ich war am Ende meiner Kräfte. "Geht's wieder?" fragte er sanft. Ich nickte leicht. "Siehst du? Die Ruhe bewahren. Das müssen wir unbedingt üben, aber erst später. Jetzt sagst du mir, wie es dir geht. Ehrlich! Ohne Ausreden oder Lügen!" sagte er und legte mir seine Hand vom Kinn auf die Wange. Ich überlegte kurz ihn an zu lügen. Doch das wäre unklug. Caius konnte mich beruhigen, mich auf andere Gedanken bringen, mich zum Lachen bringen, mich trösten und und und.... Also wäre es auch unhöflich, da er mir wirklich oft geholfen hatte. "Die Wahrheit...", murmelte ich und schloss die Augen. "Ja die Wahrheit. Ich behalte es auch für mich, insofern es deiner Gesundheit nicht schadet. "Mein Kopf pocht unangenehm und meine Fingerknöchel tuen einfach nur weh!" flüsterte ich so leise, in der Hoffnung, dass er es nicht gehört hatte. Doch Fehlanzeige! Er verstand es laut und deutlich. "Danke, dass du mir die Wahrheit sagst! Also hat das Mittel von Marcus gewirkt?" fragte er zufrieden nach. "Welches Mittel?" erkundigte ich mich irritiert. "Du bist ja sauer auf Aro, weil er dich festgehalten hat. Ich habe dich ja auch festgehalten, aber irgendwie glaubst du...?" fragte er. "... Dass er mein Vertrauen nur missbraucht hat!" beendete ich seinen Satz.
"Genau! Aber so war das nur indirekt. Er wollte dir helfen, wusste aber, dass du zu dem Medikament niemals ja sagen würdest. Da dein damaliger Zustand aber so war, dass du es vielleicht nicht geschafft hättest, mussten wir handeln. Das Medikament, welches Marcus dir gegeben hatte, hat in deinem Fall zu deiner besonders schnellen und effektiven Heilung des Schienbeines geführt. Es hat dafür gesorgt, dass dein Knochen wieder verheilt und sich alles wieder regeneriert!" erklärte Caius alles auf einmal.

Ich sah ihn mit großen Augen an. "Deswegen ist mein Fuß wieder verheilt!?" fragte ich ungläubig. Er nickte. "Marcus muss sich das nur noch einmal anschaue und nimmt dann die Schiene ab. Außerdem hat die Heilung der Fingerknöchel bei dir eingesetzt. Deswegen brennen diese so unangenehm", erklärte er mir. "Ah Okay...", murmelte ich erschöpft und lehnte mich gegen seine Hand, die immer noch auf meiner Wange ruhte. "Du siehst müde aus!" flüsterte er. "Es ist mitten in der Nacht. Marcus schaut sich dein Bein an und dann schläfst du weiter!" sagte er besorgt leise. Caius hob mich in seinen Armen hoch und ich klammerte mich etwas ängstlich an ihn. "Alles wird gut Liv! Wir sind da!" flüsterte er, woraufhin ich mich noch enger an ihn klammerte und mein Gesicht in seine Halsbeuge kuschelte. Müde schloss ich meine Augen, während Caius begann zu laufen und uns wieder ins Gebäude brachte...

"Du hast es wirklich geschafft?" fragte die Stimme meines Vaters. Ich spürte, wie Caius nickte. "Ihr Fuß tut nicht mehr weh!" erklärte er. "Also hat es gewirkt. Leg sie am besten wieder auf das Bett", sagte Marcus. Caius ging einige Schritte, bevor er mich auf ein Bett legen wollte. Doch ich klammerte mich noch fester an ihn und begann im Halbschlaf wieder zu weinen. "Hey Süße!? Nicht weinen! Ich bin da! Ich bleibe bei dir, Okay?" fragte Caius Stimme. Er legte sich tatsächlich neben mich und zog mich zu sich ran. Das führte dazu, dass ich mich an ihn kuschelte und seinen einzigartigen Duft einatmete. Meine Tränen versiegten und ich atmete wieder einigermaßen normal. "Genau! Alles ist gut!" flüsterte er mir ins Ohr und streichelte meinen Rücken...

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