Nichts überstürzen...

188 18 21
                                    

Ich wachte vor Samu auf, was ja kein Wunder war, denn nach einem kurzen Blick, den ich auf mein Handy Display geworfen hatte, als er früh am Morgen ins Bett gekommen war, stellte ich fest, dass es schon fünf Uhr durch gewesen ist. Also hatte er noch nicht lange geschlafen.

Wahrscheinlich hatten sich Jukka und Mikko nicht loseisen können!

Samu hatte ja erwähnt, dass die beiden grundsätzlich die letzten waren, die eine Party verliessen.

-Jukka, wieder musste ich daran denken, wie er sich benommen hatte gestern Abend. Ganz unschuldig war ich wohl auch nicht gewesen. Ich hätte ihn deutlicher zurückweisen sollen. Vielleicht hatte ich ihn dadurch auch ermutigt. Aber Samu hatte es erst interessiert, als ich vom Bad wieder gekommen war.-

Ich versuchte möglichst leise aufzustehen. Vorsichtig robbte ich an die Bettkante. Geschafft!

Als ich vom Duschen wieder ins Schlafzimmer kam, regte sich Samu gerade. Sein blonder Strubbelkopf drehte sich mir zu.

Verschlafen fragte er mich nach der Uhrzeit.

"Es ist erst 8:00 Uhr! Schlaf ruhig weiter. Ich mache derweil schon das Frühstück."

Bevor er noch irgendwas erwidern konnte, ging ich ins Wohnzimmer. Wahrscheinlich herrschte hier ein solches Chaos, welches ich vorher etwas beseitigen wollte.

Als ich das Wohnzimmer betrat, fiel mein Blick auf das Sofa!

Es schlief dort jemand...ich erkannte Jukka!

"Oh, nein!", entfuhr es mir.

Offensichtlich war es mir so laut entwichen, das Jukka davon aufwachte.

Unsicher sah er mich an! Er zupfte die Bettdecke zurecht und setzte sich aufrecht hin. Dann räusperte er sich und sagte auf deutsch: "Es tut mir leid!"

Sein Blick war nach unten gerichtet. Es schien ihm wirklich leid zu tun. Sein Gesicht nahm eine leichte rötliche Schamesfärbung an!

So, wie er jetzt da saß, tat er mir fast leid und für meinen Part hatte ich ihm verziehen.

"Ist okay!", sagte ich kurz und knapp.

Dann begab ich mich zur Küche.

Abgelenkt vom Vorbereiten des Frühstücks, bemerkte ich nicht, das jemand hinter mir stand, bis ich den warmen Atem in meinem Nacken spürte. Ich vermutete Samu hinter mir und drehte mich freudig um.

"Jukka? Warum bist du mir gefolgt?

Was soll das?"fragte ich ihn erschrocken. Mir fiel ein Glas aus der Hand, das klirrend auf dem Boden zersprang. Fauchend rannte Kisu  aus der Küche. Fast zeitgleich hörte ich Samu fluchend zur Küche laufen, so schnell es sein verletzter Fuß zuließ. " Nicht schon wieder!" Er konnte gerade noch ausweichen, als die Katze ihm vor die Füsse lief und sich ins Schlafzimmer flüchtete.

Während ich bemüht war, die gröbsten Scherben schon mal vom Boden aufzusammeln, hatte sich Jukka auch zu mir gebückt und wollte mir helfen.

Ich schob ihn ein wenig beiseite, weil ich nicht wollte, dass Samu uns so nah zusammen sah.

Dabei geriet mir eine kleine Scherbe in einen Finger und Jukka half mir hoch, in dem er mich am Arm und an der Hüfte abstützte.

Gerade in diesem Moment stürzte Samu in die Küche.

Entsetzt sah er uns an! Sein Blick sprach Bände!

Anstatt eins und eins zusammen zuzählen und die Situation zu deuten, wie sie gewesen war- nämlich harmlos- steigerte er sich in grundlose Eifersucht.

Eine Liebe auf Umwegen/ Life is a rollercoaster (F.S.K ab 18j)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt