Sie saß im Kunstunterricht, als es passiert ist.
Gerade zeichnete sie ein 3D Bild mit einem Bleistift, was der Arbeitsauftrag war. Liam saß neben ihr und erzählte ihr von dem aufkommenden Football Spiel, was demnächst stattfindet. Da öffnete sich die Tür und der Schuldirektor erschien im Türrahmen.
Man sah wie er mit dem Lehrer wenige Sätze auswechselte und dann den Blick durch das Klassenzimmer gleiten ließ.
„Celestia Whitfield." warf er in den Raum und brachte Celestia zum Stocken.
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Einige Minuten später lief sie dem Direktor stumm hinterher. Sie gingen den Weg fast bis zum Haupteingang der Schule. Jedoch bog er kurz davor links ab, wo sich das Sekretariat befand. Celestia umklammerte die Riemen ihres Rucksacks fester. Ihr Herz schlug wild. Sie hatte panische Angst. Ins Direktorium wird man nur gerufen, wenn man Ärger bekommt.
Der Schuldirektor sprach mit der Sekretärin einige Worte und Celestia blieb gezwungen einige Meter weiter stehen, weil sie nicht wusste wohin mit ihr. Sie traute sich den Blick in den Raum nebenan gleiten zu lassen. Der Raum wurde nur durch Fenster und einer Tür abgegrenzt. Und da die meisten Schalousinen zum Sekretariat oben waren, war es leicht hindurch zu blicken. Man erkannte das Büro des Direktors auf der Stelle. Sie riss kurz die Augen auf, als sie eine weitere Person in dem kleinen Büro bemerkte. Aric.
Er saß auf einem der Stühle vor dem Schreibtisch und hebt in diesem Moment auch den Blick. Ihre Blicke treffen sich. Sie trug an diesem Tag wieder einen Rock und diesmal einen dunkel roten Rollkragen Pullover. Aric schweift kurz mit seinen Gedanken ab, als er sie hinter dem Direktor sieht. Ob sie weiß, wie sehr er die Farbe rot an ihr mag? Nichtsdestotrotz ist es ziemlich warm und der Grund weshalb sie einen Rollkragenpullover trug war ihm mehr als klar. Sie versteckt den Knutschfleck am Hals, den er ihr vor wenigen Tagen in der Besenkammer der Schule verpasst hat. Die Besenkammer. Der offensichtliche Grund für diesen Besuch beim Direktor und dennoch, eine Erinnerung an die er gerne zurückblickt. Er hat ihr einen kleinen Vorgeschmack gezeigt, wie es sein wird wenn sie beide es weiter wagen mehr zu machen, als sich nur zu küssen. Aric muss beinahe zu jeden Tag daran zurück denken, wie sie sich auf seinem Finger bewegt hat. Und wie sie seinen Namen gestöhnt hat. Er unterbricht jedoch seine abgeschweiftem Gedanken als Direktor Peterson mit Celestia hinter ihm hereintritt.
Celestia nimmt auf dem einzig freuen Sitz neben Aric platz, als der Direktor sie auffordert sich hinzusetzen. „Mr. Larson für mich ist ein Besuch von Ihnen keine Überraschung mehr. Das müssten Sie ja bereits wissen. Doch mich wundert es, dass Sie, Ms. Whitfield, so schnell schon in Ärger verwickelt sind." Sagt der Direktor. Celestia bekommt sofort ein schlechtes Gewissen. Sie konnte sich mittlerweile selber zusammen reimen, weshalb sie ins Direktorat hergeschleppt wurde. „Pete, der Hausmeister hat mir berichtet, wie er Sie beide in der Besenkammer aufgefunden hat. Und ich verstehe ja, dass sie jung sind und noch gewisse Erfahrungen machen möchten." er gestikulierte mit den Händen in der Luft. „Aber Grundgütiger, Mr. Larson, das war nicht ihr erstes mal, dass sie in dieser Besenkammer erwischt wurden. Ich habe es Ihnen schon mal gesagt. Die Schule ist kein Ort für so etwas."
Er redete für ein paar Minuten weiter. Aric kannte diese Leier bereits. Er weiß nicht genau zum wievielten male er jetzt wegen dieser Geschichte zum Direktor gerufen wurde, aber es war deutlich, dass sich ein Muster ergeben hat. Es war natürlich unschön von ihm erinnert zu werden, dass er mit weiteren Mädchen bereits öfter erwischt wurde. Vor Celestia.
Er sah zu ihr rüber. Ihre Augen waren groß und ihre Lippen zusammengepresst.
Es ärgerte ihn sie so zu sehen. Sie hatte wahrscheinlich in ihrem ganzen Leben noch nie Ärger bekommen. Vorstellen konnte er es sich zumindest nicht.
Er fragte sich, ob dieses mal wieder seine Mom angerufen wird, weil dieser Glatzköpfige Elefant Peterson schon zwei mal in der Vergangenheit seine Mom informieren lassen hat, um sie wissen zu lassen was Aric begangen hat. Sie war natürlich außer sich. Er hatte Hausarest bekommen, was ihm damals herzlich wenig ausmachte. Dieses mal könnte er sich vorstellen, dass Hausarest nicht alleine Strafe genug wäre.
Was würde Tante Kate dazu sagen? Was würde sie ihren Freunden erzählen, weshalb sie zum Direktorium musste. Celestia wollte am liebsten weinen. Sie hat noch nie im Leben gegen Regeln verstoßen und es kam ihr hier vor wie im Verhör. Und so wie der Direktor es darstellt, so hörte es sich an wie ein schweres Verbrechen, das schlimme Konsequenzen mit sich bringt. Sie war sich bewusst, dass es eventuell Konsequenzen geben würde, doch dieser Gedanke rückte in die Ferne sobald Aric sie immer einlullte. Sie wusste nicht mal, ob es das Wort einlullen gab. Doch es beschrieb die Sachlage perfekt. Wenn Aric mit ihr umgeht wie er es immer tat, dann fühlte sie sich benebelt und unfähig klar zu denken. Sie wollte nicht so abhängig werden. Sie wollte nicht sofort für ihn fallen. Und dennoch kann sie ihre Gefühle schlecht unterdrücken.
Aric war so anders, als andere Jungs, das merkte sie als sie das erste mal mit ihm sprach. Es interessiert ihn nicht, was andere über ihn sagen und was sie über ihm denken. Er wirkt so unantastbar, mit seinem ganzen Verhalten. Als hätte er eine Mauer um sich herum gebaut und würde niemanden durchlassen. Sie dachte daran wie andere Jungs waren. Sie dachte an Liam oder Killian. Jeder war selbstverständlich auf seine Art und Weise anders. Trotzdem waren sie irgendwie alle gleich. Sie führten sich nicht wie der Alpha der Gruppe auf. Sie waren Jungs, die zeigten dass sie Interesse an Mädchen haben.
Aric schien ihr wie ein Alpha. Er zeigte kein Interesse an anderen Mädchen. Sondern nur an Celestia. Vielleicht hatte sich Celestia deshalb so schnell in ihn verliebt. Weil sie ihn bisher nicht mit anderen Mädchen gesehen hat.
„An unsere North Charleston wird so etwas nicht einfach ignoriert. Wir dulden dieses Verhalten nicht. Diese Schule ist nicht für solch private und intime Angelegenheiten vorgesehen. Sie beide möchte ich zwei Wochen lang beim Nachsitzen sehen. Im Klassenraum 6a. Nach der Schule. 2 Stunden."
Aric blieb die Spucke weg. Zwei ganze Wochen. Er zwang sich positiv zu denken. Das war immerhin besser als das kontaktieren seiner Mom. Er fühlte sich verpflichtet den Arm zu heben. Der Direktor nickte ihm zu.
„Finden sie nicht, dass wir die Chance bekommen sollten das zu erklären? Ich meine, ich weiß ja nicht was Ihnen Pete erzählt hat-„
„Sie wollen mir doch nicht weis machen, dass sie in dieser Besenkammer nur eine kleine Unterhaltung geführt haben!" unterbrach ihn Mr. Peterson. Er blickte beide Celestia und Aric abwechselnd an. Dann schüttelte er den Kopf und schnaubte.
„Aric, ich kenne sie mittlerweile schon sehr gut. Auch, wenn Sie beiden nur geredet haben, dann ist die Besenkammer der falsche Ort gewesenen diese Unterhaltung zu führen." Er zeigt mit seinem Finger zwischen Aric und Celestia hin und her.
Dann lehnt er sich in seinem Sessel zurück und legt sein Kinn auf seine Faust. „Alle beide. Nachsitzen. Und jetzt raus." stellte er klar und machte keinen Platz mehr für Einwände.
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NAmeS GAMe
Teen FictionCelestia Ein ungewöhnlicher Name für ein ungewöhnliches Mädchen. So sah es Aric zumindest, als er Celestia kennenlernte. Celestia ist neu in der Stadt und somit die Neue auf der Schule, in der sie viele Freunde kennenlernt und somit auch den unberec...
