I came, I saw, I left

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Eine Berührung an meiner Schulter lässt mich aus meinem Schlaf aufschrecken. Kurz bin ich irritiert und denke das ich noch träume. Doch dann fällt es mir wieder ein. Ich sitze in einem Bus in ein Camp für kreative Mädchen. Die Berührung kam von diesem Begleiter, der nicht mehr neben mir sitzt, sondern wieder mit dem Mikrofon im Gang steht. 

"Alle einmal bitte zuhören. Wir kommen in zehn Minuten an."

Wie im Kindergarten folgt darauf gejohle von den Jungs. 

"Ruhe! Die Mädchen, die sich für das kreative Mädchencamp angemeldet haben gehen in das pinke Zelt. Der Rest begibt sich bitte in das grüne Zelt. Und damit gleich nicht komplettes Chaos ausbricht steigen zuerst die hinteren Reihen aus und dann immer weiter nach vorne. Ihr nehmt dann eure Taschen und macht euch sofort auf dem Weg zu eurem Zelt." 

Neugierig starre ich aus der Frontscheibe. Wie wird wohl mein erstes Camp sein? Als wir dann unter einer Unterführung durchfahren kann ich schon die beiden beschriebenen Zelte sehen. Das grüne ist im Indianerstil gehalten, während das pinke Zelt aussieht wie ein Märchenschloss für kleine Kinder. Auf den Ecken vom Pavillon artigen Zelt wehen pinke Glitzerfahnen und zwischen ihnen ist eine kindische Wimpelgirlande gespannt. Wenn der Rest auch nur annähernd wird wie dieses Zelt, werden diese zwei Wochen schrecklich. Mein Unglaube und Schrecken scheint mir aufs Gesicht geschrieben zu sein, denn sofort fangen die Sprüche hinter mir wieder an.

"Na ist die kleine Prinzessin enttäuscht? Am besten rufst du gleich deine Mami an und lässt dich abholen."

"Jetzt fang ja nicht an zu heulen. Ihr Mädchen steht doch auf so etwas."

Am liebsten hätte ich den beiden eine verpasst, doch dies wäre definitiv nicht gut angekommen. Da ich dennoch auf Kriegsfuß bin, lasse ich kurzentschlossen meinen Sitz nach hinten kippen. Dadurch, dass die beiden fast bei mir auf dem Sitz hingen, drückt sich die Sitzlehne recht unangenehm und schmerzhaft in ihre Magengruben. Keuchend fallen die beiden zurück auf ihre Sitze. Der komische Begleiter neben mir lächelt nur wissend. 

Trotz der Ansage versuchen alle gleichzeitig auszusteigen und ein riesiges Gedränge findet auf dem dafür viel zu schmalen Mittelgang statt. Was hätte ich auch in einem Bus voller Testosteron-Machos anders erwarten können. Egal wie alt sie sind, sie können nie warten und gesittet einen Reisebus verlassen. Was anderes als warten hätte ich allerdings auch nicht machen können, da ich am Fenster sitze und der Erwachsene neben mir keine Anstalten macht sich auch ins Gedränge zu werfen. Nach einigen Minuten habe ich es dennoch geschafft den Bus zu verlassen und meinen Koffer zu finden. Während der Großteil der Insassen auf dem Weg zum grünen Zelt macht, ziehe ich meinen Koffer hinter einer Gruppe Mädchen her, die anscheinend ein Bad in Parfum und Schminke genommen haben. Auch wenn ich vier Meter hinter ihnen gehe, rieche ihr penetrantes Parfum. 

Schlimmer als bei meiner Mutter zuhause kann es ja nicht werden.

Wolves- We will hunt you downGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt