Äh, we got a problem

560 30 1
                                        

Scout wusste nicht wo wir hinmüssen. Auch wenn er die ganze Zeit gesagt hat, dass er einen Plan hat, hat er nicht gemerkt, dass wir im Kreis gelaufen sind. Irgendwann reicht es mir dann und ich bleibe stehen.

"Sicher, dass du weißt wo wir hinmüssen? Wir laufen nämlich im Kreis."

"Natürlich weiß ich wo wir hinmüssen. Und hier waren- oh. Wir waren doch schon hier."

"Sag ich doch. Können wir jetzt bitte einfach unsere Karte nehmen und die Adresse suchen?"

Glücklicherweise will Scout auch endlich unsere Wohnung finden und beharrt nicht auf seiner Meinung. Mit Hilfe der Karte brauchen wir eine knappe halbe Stunde um den Wohnblock zu erreichen.

Lautlos stapfen wir die Treppe hoch in den vierten Stock und suchen nach der Wohnung mit der Nummer 383. Sobald ich sie entdeckt habe, sprinte ich los und suche nach dem Schlüssel. Scout kommt kurz nach mir bei der Tür an und fängt ebenfalls an zu suchen. Leider findet er den Schlüssel zuerst und sperrt die Tür auf. Dennoch versuche ich mich vor ihm durch die Tür zu drängeln. Doch gegen ihn habe ich nicht wirklich eine Chance. Im Flur lassen wir unsere Rucksäcke achtlos fallen und setzten unser Wettrennen auf das Zimmer fort. Alpha hat uns nämlich schon vorher informiert, dass es nur ein Bett gibt und einer auf dem Sofa schlafen muss. Und da keiner von uns auf dem Sofa schlafen will und wir uns im Voraus auf nichts einigen konnten, kämpfen wir jetzt halt um das Zimmer. Und das mit allen Mitteln.

Kurz bevor Scout die Zimmertür erreichen kann. Halte ich ihn am Bein fest und überhole ihn, als er stolpert. Kurz bevor ich die Klinke, und damit den Sieg, ergreifen kann, werde ich an der Hüfte gepackt.

"Lass mich los!"

Natürlich denkt er nicht einmal daran. Mit der Hand wenige Zentimeter von der Klinke entfernt, wirbelt Scout mich herum und schleudert mich den Gang zurück. Eine Chance auf den Sieg habe ich dadurch natürlich nichtmehr.

Gerade als ich mich wieder umgedreht habe, hat Scout schon die Klinke in der Hand. Sein siegessicherer und zufriedener Blick trifft auf meinen genervten.

"Das waren unfaire Mittel!"

"Das sagt ausgerechnet diejenige, die mir das Bein weggezogen hat! Jetzt sei nicht so eine schlechte Verliererin, das Sofa wird schon nicht allzu schlimm sein."

Schmollend nehme ich meinen Rucksack und gehe ins Wohnzimmer. Mitten in der Tür bleibe ich allerdings stehen. Niemals werde ich auf diesem Teil auch nur eine Nacht schlafen.

Das "Sofa" kann nichtmehr wirklich als dieses bezeichnet werden. Schon von hier kann ich sehen, dass es komplett durchgelegen ist und teilweise gucken die Sprungfedern schon aus dem Polster hervor.

Gerade als ich Scout das Problem mitteilen will, kommt er mit enttäuschtem Gesicht aus dem Zimmer.

"Das Bett steht nur noch auf drei Beinen und die Matratze ist kaputt."

"Shit. Das Sofa sieht auch nicht viel besser aus."

Etwas planlos sehen wir einander an.

"Was machen wir jetzt?"

"Ich habe keine Ahnung, Püschel."

Schweigend stehen wir im Flur und überlegen was wir jetzt machen sollen. Irgendwann hat Scout dann eine vorübergehende Idee.

"Hast du deine Schießunterlage dabei? Wir können unsere Jacken als Decke benutzen und vorerst darauf schlafen."

Da mir auch nichts Besseres einfällt machen wir es so. Vor dem Sofa breiten wir die Matte aus und legen uns hin. Durch den langen Tag und Scouts warmen Körper in meinem Rücken, schlafe ich schnell ein.

Wolves- We will hunt you downGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt