Meine Finger sind wund und Blut tropft leise auf den Boden, aber immerhin konnte ich einen Stachel aus dem Was-auch-immer-ich-will-es-nicht-so-genau-wissen ziehen. Jetzt muss ich nur noch den Stachel in Kabelkopf kriegen und Haltezunge von der Verzahnung trennen. In Filmen sah das immer so einfach aus. Da hatte der Protagonist eine Schusswunde gehabt und ein Messer im Bein stecken, aber ich kriege es nicht einmal mit leicht blutigen Fingern hin.
Liegt vielleicht daran, dass in Filmen nichts real ist und in der Wirklichkeit meistens nicht so funktioniert.
"Scheiß Drecksteil." Wären meine Hände nicht zusammen gebunden, hätte ich jetzt sicherlich auf irgendetwas draufgeschlagen. Immer wieder rutscht mir der kleine Stachel aus den Fingern und ich muss danach tasten wodurch ich mir wieder in den Finger steche und mehr Blut über meine Finger läuft. Genervt wische ich meine Hände so gut wie es geht an meinem T-Shirt ab. Mit so ruhigen Händen wie es in so einer Situation geht, stochere ich an den Kabelbindern rum. Endlich treffe ich und kann die Kabelbinder auseinander ziehen. Erleichtert schüttele ich meine Handgelenke aus. Danach nehme ich mir die Augenbinde vom Kopf.
"Heilige Mutter Maria, da hatte wohl jemand ein Aggressionsproblem und hat mit dem armen Igel Flummi gespielt. Ach das ist ja gar kein Igel."
Etwas angeekelt rutsche ich etwas von dem doch-nicht-Igel weg. Soweit ich es erkennen kann- eigentlich will ich gar nicht wissen was das genau ist- handelt es sich um eine abgetrennt, blutige Hand in die ganz viele Metallstachel gesteckt wurden.
"Wer auch immer das war sollte mal zum Psychologen. Das kann doch nicht normal sein. Naja, zum Glück nicht mein Problem."
Neugierig blicke ich mich um. Viel gibt es allerdings nicht zu sehen. Die Wände sind aus Beton und bis auf die Hand und einem kleinen Lüftungsschacht gibt es hier nichts zu sehen. Fast hätte ich sie übersehen. An der Decke über mir hängt eine kleine Kamera, so eine rundum Kamera wie sie oft in Bahnen und Bussen hängt. Da ich zur Zeit eh nichts Besseres zu tun habe und nachdenken muss, starre ich einfach direkt in sie hinein.
Die Personen auf der anderen Seite finden das nicht so lustig.
"Die Kleine ist echt gruselig. Guck wo anders hin Mädel."
"Ha ha. Vielleicht guckt sie genau in deine Seele und sucht deine größten Ängste."
"Das ist nicht witzig Charly! Ihr beide gehört zum Psychologen! Du mit deinen Horror-Geschichten und sie mit ihrem Starren. Guck mal, die glotzt immer noch in die Kamera! Hat die überhaupt schon einmal geblinzelt? Ich geh mal kurz bei den anderen vorbei sehen. Ruf mich, wenn sie aufgehört hat."
"Hat der etwas wer Angst?"
Lachend lehnt er sich in sich in seinem Bürostuhl zurück und beobachtet wie der etwas größere schnell aus dem Beobachtungszimmer läuft. Kopfschüttelnd richtet er seinen Blick wieder auf den Bildschirm und beobachtet mich.
Wie bin ich überhaupt in diesen Raum gekommen? Die Wände wirken alle massiv. Bleibt also nur noch der Lüftungsschacht. Vielleicht ist er in Wirklichkeit viel größer als er aussieht. Kurzentschlossen reiße ich meinen Blick von der Kamera weg und mache mich am Lüftungsgitter zu schaffen. Wirklich groß sieht das Teil nicht aus, aber irgendwie muss ich ja hier rein gekommen sein.
Da kriegt das Sprichwort mit dem Kopf durch die Wand eine ganz neue Bedeutung.
Prüfend gehe ich ein paar Schritte zurück und wiege mich auf meinen nackten Füßen leicht vor und zurück. Wenn nicht jetzt, wann dann? Mit etwas Schwung laufe ich auf die immer kleiner wirkende Öffnung zu. Doch jetzt ist es schon zu spät, ich kann nicht mehr stoppen ohne mir etwas zu brechen. Als ob ich einen Köpper machen würde, hechte ich in den Schacht. Kurz denke ich, dass es doch klappt, aber dann bleibe ich stecken. Meine Beine hängen draußen in der Luft. Mit den Armen versuche ich mich nach vorne oder hinten zu schieben, aber ich bewege mich kein Stückchen. Verzweifelt zappele ich mit den Beinen und schlage mit den Armen um mich.
"Scheiße. Ich hätte den scheiß Salat nicht essen sollen. Grünes Essen ist wirklich nicht gesund."
Im Kommandoraum schlägt Scout sich mit der Hand vor die Stirn.
"Levin, komm mal kurz. Sie hat auch aufgehört in die Kamera zu starren."
Vorsichtig schiebt der andere seinen Kopf in das kleine Kabuff. Irritiert guckt er auf den Bildschirm, dann blinzelt er und guckt zu seinem Partner.
"Ich glaube, ich hole mal den Chef."
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Wolves- We will hunt you down
AdventureWas passiert, wenn man dem stillen Mädchen eine Waffe in die Hand drückt und ihr erklärt wie man eine Bombe baut? Richtig, sie geht zum nächsten Kiosk und holt sich so viele Süßigkeiten wie sie tragen kann. Und wenn sie nicht gerade am essen ist, so...
