97. DIE BESORGTE LÖWENMUTTER
"Dürfte ich nun auch erfahren, worum es sich dabei handelt?", fragt Minerva neugierig. Ein Lächeln huscht über die Lippen von Hermine, ehe sie nickt und kurz aufsteht, um die Unterlagen zu holen. Sie geht zielstrebig auf den Schreibtisch von Severus zu und greift nach den dort liegenden Unterlagen. Kurz stockt sie, als sie den geöffneten Brief sieht, denkt sich dann aber nichts dabei und nimmt den Haufen an Papieren und Umschlägen einfach auf den Arm und läuft zum Sofa zurück, wo sie Minerva die gesamten Unterlagen auf den Tisch ablegt und sie herausfordernd ansieht. Diese ist von dem Tatendrang so überwältigt, dass sie zuerst nicht begreift, dass sie die Unterlagen selbst sichten soll. Doch als auch Severus keine Anstalten macht nach den Unterlagen zu greifen, macht es bei Minerva klick und sie greift nach den drei Mappen. Ganz obendrauf liegt der Stundenplan von Hermine. Doch so ganz stimmt es nicht, denn dort wurde mit Bleistift noch einiges ergänzt. Etwas, was Minerva noch neugieriger werden lässt. Also greift sie zuerst nach dem abgeänderten Stundenplan und staunt nicht schlecht. Sie sieht ihn sich genauer an und erkennt, dass dort mit Bleistift Alchemie und Zaubertränke, sowie Tränke eingetragen wurde. Verwundert blickt sie auf, doch die beiden anderen beachten sie nicht und so geht sie die Unterlagen weiter durch. Als sie die erste Mappe öffnet, fällt ihr ein Schreiben in die Hand, welches sie sofort wiedererkennt und erstaunt drüber liest. Es ist tatsächlich das, für was sie es gehalten hat. Ein Annahme-Schreiben, dass Hermine darüber informiert, dass ihre Bewerbung erfolgreich war und die Universität sich freuen würde, würde sie sich für diese entscheiden. Noch immer verwirrt, blickt sie vorwurfsvoll auf und liest die wenigen Zeilen vor:
"Sehr geehrte Miss Granger,
zu Beginn waren wir über Ihre Bewerbung verwundert, gehen sie doch noch nach Hogwarts und besuchen dort im kommenden Schuljahr erst die 4.Klasse, doch dann haben wir uns Ihre Unterlagen angesehen und müssen sagen, dass wir sehr erstaunt sind.Ihr Wissen ist auf dem Stand eines Studenten kurz vor der Abschlussprüfung und so haben Sie unser Interesse geweckt, was noch alles in Ihnen steckt. Daher würden wir uns freuen Sie im kommenden Schuljahr als Studentin an unserer Universität begrüßen zu dürfen.Ihren Unterlagen können wir entnehmen, dass Sie dennoch am Unterricht in Hogwarts teilnehmen werden, somit bitten wir bei Zusage um eine Terminvereinbarung, um den Stundenplan optimal zu legen. Wir schicken Ihnen bereits einen Vorschlag mit und hoffen sehr auf Ihre Zusage.Mit freundlichen GrüßenSchulleiter Tokin der Universität Edinburgh
Wann hattest du vor mich zu unterrichten, dass du dich an den unterschiedlichsten Universitäten eingeschrieben hast? Und wie ist nun deine Entscheidung ausgefallen?" Hermine zuckt kurz wegen dem schroffen Ton zusammen, ehe sie sich wieder berappelt und Minerva vorwurfsvoll ansieht. "Minerva, davon wollte ich dich unterrichten, wenn ich eine Antwort habe. Da aber alle drei positiv geantwortet haben, habe ich mir erst einen Rat bei Severus geholt. Ich wollte heute zu dir kommen, doch du kamst mir zuvor. Und wie die Entscheidung ausgefallen ist? Nun Severus hat mir die Pros und Contras aller drei Universitäten aufgegliedert und schlussendlich ist die Entscheidung auf Edinburgh gefallen. Wo wir jetzt auch endlich hier angekommen sind, Severus, was war das für ein Brief?", antwortet Hermine wahrheitsgemäß, ehe sie sich fragend zu Severus umdreht. Dieser atmet kurz tief durch, ehe er antwortet: "Ich habe dir doch erzählt, dass ich dort meinen Meister gemacht habe. Nun nachdem du dann gestern eingeschlafen bist, hat mich der Gedanke nicht losgelassen und so habe ich meinem ehemaligen Professor geschrieben. Ich habe so erfahren, dass er eigentlich in den Ruhestand gehen wollte, sich aber nach meinem Brief nochmal umentschieden hat, weil er dich kennenlernen und lehren möchte. Er glaubt mir nicht, was ich ihm im Brief geschrieben habe. Und da es Unterlagen zu der Uni ist, habe ich den Brief einfach dazu gelegt." Hermine sieht begeistert zu Severus, springt auf und umarmt ihn dankbar.
Minerva beobachtet dies gespannt und blickt dann zurück auf die Unterlagen, wobei sie nach dem Brief greift und diesen vorsichtig öffnet. Ihre Augen werden beim Lesen immer größer und ein ehrliches Lächeln legt sich auf ihre Züge. Danach blickt sie auf und sieht Severus anerkennend an. Sie weiß zwar nicht, was genau er an seinen ehemaligen Meister geschrieben hat, doch dieser ist neugierig und will Hermine kennenlernen. Doch dann wird Minerva wieder ernst, denn noch ist nicht geklärt, wieso die beiden Freitag und Samstag verwechselt haben. „Hermine es freut mich, dass du diese Möglichkeit ergreifst und doch bin ich verwundert, dass ihr beide scheinbar die Wochentage verwechselt habt. Möchtet ihr mir sagen warum oder muss ich es selbst herausfinden?" Hermine, die mittlerweile an Severus gekuschelt auf dem Sofa liegt, blickt zu Severus und zuckt mit den Schultern. Sie hat keine Ahnung, ob sie ihrer Hauslehrerin von der Begegnung mit Lucius erzählen sollte oder nicht. Severus scheint jedoch sofort zu verstehen und atmet einmal tief durch. Minerva beobachtet die beiden und ihre Interaktionen genau und erkennt wahrlich das tiefe Vertrauen beider, welches sie an den Tag legen. Doch ehe sie sich weiter darüber Gedanken machen kann, fängt Severus an zu sprechen und neugierig wie Minerva ist, hört sie gespannt zu: „Bitte frag nicht, warum wir diese beiden Tage vertauscht haben, denn ehrlich gesagt haben wir keine Ahnung. Vielleicht haben wir gedacht, dass heute bereits Samstag ist, wer weiß das schon so genau? Eben niemand und wenn selbst wir dir das nicht sagen können, werden wir es wohl nie erfahren. Mein Wecker war nicht gestellt und damit haben wir schon mal eine Lösung für dieses Problem, doch alles andere ist aus den Fingern gezogen und daher sollten wir es lassen. Außerdem war Hermine gestern Abend etwas durch den Wind, als sie zu mir gekommen ist. Kurz nachdem du ihr ihren Stundenplan gegeben hast, ist sie nicht, wie von dir erhofft in den Gemeinschaftsraum zurückgekehrt, sondern hat den Weg zu mir eingeschlagen. Doof nur, dass sie auf Lucius getroffen ist, der leider seine Nase wirklich überall reinstecken muss. Sie wollte zu mir und dann doch wieder nicht. Lucius kann manchmal wirklich bedrohlich sein, wobei er ihr niemals etwas machen würde. Selbst auf der Quidditch-Weltmeisterschaft hat er sie beschützt, statt sie auszuliefern, aber das ist eine andere Geschichtet und würde jetzt den Rahmen sprengen. Naja egal. Nachdem ich Lucius dann schließlich weggeschickt habe, haben wir über die Möglichkeiten gesprochen und danach ist sie einfach auf dem Sofa eingeschlafen. Auch ich habe mich recht schnell hingelegt und wirklich geschlafen, bis kurz vor deinem energischen Klopfen. Davon ist Hermine wach geworden." Severus endet und blickt Minerva fest in die Augen, als diese so langsam begreift, dass Hermine mal wieder bei ihrem Lehrer geschlafen hat und dass Lucius Malfoy auf dem Gelände gewesen ist. Mit dieser Nachricht muss sie sich aber zufrieden geben, ob sie will oder nicht, doch die viel wichtigere Frage ist, was sie nun genau machen und genau das fragt sie die beiden: „Okay Severus, ich glaube euch und dennoch ist es unmöglich, dass ihr beide verschlafen habt. Der Vormittag ist nun gelaufen und wenn wir weiter so viel reden, verpassen wir auch noch das Mittagessen, also kommen wir zu meiner Frage. Wie machen wir jetzt weiter? Lassen wir alle Stunden bei dir heute ausfallen Severus und schreiben Hermine krank? Ich glaube dies wäre die einfachste Lösung und würde nicht so viele Fragen aufwerfen. Oder sehe ich das falsch?" fragend blickt sie die beiden an. Hermine zuckt mit den Schultern und Severus sieht so aus, als würde er tief in seinen Gedanken versunken sein.
Minerva wartet geduldig auf eine Antwort, doch dann wird es ihr zu bunt und sie will gerade die beiden an die Frage erinnern, als Severus seine Stimme erhebt: „Ich denke so machen wir es, ich lasse Poppy kommen, damit sie sich Hermine ansieht und krank schreibt. Du brauchst jetzt nicht aufzumurren, es ist das beste oder willst du deinen „Freunden" erklären, wo du heute Morgen gewesen bist?" Als Hermine energisch den Kopf schüttelt, muss Severus grinsen, dann jedoch löst er sich von Hermine, die es sich an und auf ihm bequem gemacht hat und läuft rüber zum Kamin. Dort angekommen „ruft" er Poppy und bittet diese einmal kurz vorbei zu kommen.
Poppy ist verwundert, als um die Mittagszeit ihr Kamin anfängt zu flackern und kurz darauf die Stimme von Severus zu hören ist. Noch verwirrter ist sie, als sie lokalisiert aus welchem Raum der Hilferuf kommt und das ruft sie sofort auf den Plan. Severus ruft nur, wenn es ein absoluter Notfall ist und wenn es aus seinen Räumen kommt, kann dies meist nichts Gutes bedeuteten. Schnell schnappt sie sich ihre Notfalltasche und greift nach dem Flohpulver. In wenigen Sekunden steht sie bei Severus im Wohnzimmer und stockt. Es ist ein ungewöhnliches Bild, welches sich ihr bietet und so blickt sie verwundert zu Minerva, die sie freundlich anlächelt. Dann wandert ihr Blick zu Severus, der wieder auf dem Sofa sitzt und von Hermine als Kopfkissen missbraucht wird. Verwirrt zieht sie eine Augenbraue nach oben, so wie es eigentlich nur ein Severus Snape können sollte und sieht eben diesen auffordernd an. Doch er zuckt sich nicht, blickt stattdessen einmal zu Hermine, die nur nickt, bevor ein seufzen von ihm zu hören ist. Verwirrt blickt Poppy zu Minerva, die immer noch lächelt und das ungleiche Paar beobachtet. Sie seufzt, ohne eine konkrete Frage zu stellen, wird sie wohl nichts aus Severus herausbekommen. Somit stellt sie sich direkt von ihn und fragt: „Okay Severus, was ist los? Normalerweise rufst du nur, wenn es ein Notfall ist, doch ich bin mir nicht sicher, ob dieser hier wirklich vorliegt. Wenn du mich also bitte endlich aufklären würdest!" Auf Severus Züge legt sich ein schmunzeln und auch Poppy muss kurz grinsen. Wie oft hatten die beiden schon dieses Gespräch geführt und wie oft ist sie immer wieder darauf hereingefallen? Zu oft und das wissen beide, weswegen das Grinsen in beiden Gesichtern noch größer wird. Doch dann erbarmt sich Severus und fängt an zu sprechen: „Nun wie soll ich dir das jetzt sagen, ohne dass du mich für vollkommen bescheuert hälst? Ach stimmt ja, geht nicht mehr. Ich bin ja völlig bescheuert. Naja egal. Nach einem aufschlussreichen Gespräch gestern Abend, ist Hermine mal wieder auf meinem Sofa eingeschlafen. Ich habe mich dann auch recht schnell hingelegt, aber wenn ich genauer darüber nachdenke wird es schon kurz vor 1 gewesen sein. Heute Morgen bin ich aufgewacht und gerade als ich Hermine wecken wollte, hat es fürchterlich an der Tür geklopft. Es war Minerva, die sich Sorgen um ihr Löwenbaby gemacht hat und erst zweitrangig um mich. Schließlich haben wir beide vergessen, dass heute Freitag und nicht Samstag ist. Nun was soll ich sagen, wir brauchen deine Hilfe, denn wir müssen Hermine für heute Krankschreiben und mich für den Nachmittag wegen irgendetwas entschuldigen. Und wenn es Tränke sind, die du unbedingt wieder brauchst, auch wenn alle hier anwesenden wissen, dass dein Lager eigentlich voll ist." Severus endet und blickt die lachende Poppy vorwurfsvoll an. „Ihr habt nicht ernsthaft verschlafen.", japst diese und versucht wieder zu Atem zu kommen, was aber gar nicht so leicht ist. „Lass uns", zischt Severus nur, ehe sich wieder ein Grinsen auf seine Züge legt.
Hermine, die Severus Ausführung aufmerksam gelauscht hat, setzt sich bei dem Lachanfall von Poppy auf und sieht diese etwas unsicher an. Irgendwie kann sie die Situation gerade nicht wirklich einschätzen und fühlt sich fehl am Platz. Sie rutscht unruhig auf der Sitzfläche hin und her, bis sich Severus Hand schmerzhaft in ihren Oberschenkel gräbt. Sie quickt erschrocken auf und keucht, als sich der Schmerz weiter ausbreitet. Dies ist ein Grund für den Herren der Runde seine Hand wieder von ihrem Oberschenkel zu nehmen und sie frech anzugrinsen. Hermine reißt die Augen weiter auf, als sie versteht, was Severus ihr genau damit sagen will. Somit räuspert sie sich und wendet sich an Poppy: „Helfen sie uns?"
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Das war das 97.Kapitel. Ich hoffe euch hat es gefallen, über eine Review, egal ob mit Kritik oder einer Idee, würde ich mich freuen.
Was meint ihr, hilft Poppy den beiden oder muss Hermine am Nachmittag zurück in den Unterricht und sich den Fragen ihrer Freunde stellen?
goldenspruche
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Eine Bitte und deren Folgen
FanfictionHermine hat ein Problem und benötigt dringend Hilfe, wird sie diese erhalten? Was ist, wenn aus Freunden plötzlich Feinde werden und man sich mit den Schlagen gut versteht? Wenn Dumbledore dann noch eine verrückte Idee hat, im späteren Verlauf, welc...
