33. Kapitel

5.4K 234 62
                                        




X E N O S







Arya war ganz in schwarz gekleidet. Mit den dunklen engen Hosen, dem anliegenden Top und einem Wollumhang, dessen Kapuze sie hochgezogen hatte, sah sie teuflisch gut aus.

»Kannst du uns ein Stück vor den Skihlas hin teleportieren?« Sie schulterte ihren Bogen und Köcher. »Immerhin haben wir immer noch ein wenig Zeit, bevor unsere Wache anfängt.«

Ich trat vor das Portal in der Waffenkammer, das Reah für uns geöffnet hielt. »Klar. Wieso?«

Sie lächelte geheimnisvoll. »Du wirst schon sehen.«

Ohne länger zu hadern, griff ich nach ihrer Hand und zog sie mit durch den leuchtenden Wirbelkreis. Keine Sekunde später standen wir mitten im Wald, durch dessen Blätterbaldachin der helle Mondschein fiel.

»Also, was hast du nun schon wieder vor?«

»Ach, ich weiss nicht...« Aufreizend fuhren ihre Hände unter meinen Umhang über meine Brust und sie schmiegte sich an mich. »Hast du eine Idee?«

»Oh, ich hätte da so einige.« Meine Hand umfing ihren Nacken und mein Mund schwebte bereits vor ihrem, als mein Wolf mich dazu drang, mich weiter nach unten zu wagen und in ihren Hals zu beissen. Meine Kiefermuskulatur zuckte. Beruhig dich Herrgott nochmal!

Einen kurzen Moment schmiegte sie sich noch enger an mich, befeuchtete ihre Lippen, wobei ihre süsse Zunge meinen Mund berührte und ich so kurz davorstand, sie einfach auf den Boden zu werfen, um meinem Wolf den Gefallen zu tun, sie primitiv zu besteigen und sie endlich als mein zu markieren.

Doch ich rechnete nicht damit, dass sie plötzlich flüsterte: »Vielleicht ein anderes Mal.« Rasch befreite sie sich aus meiner Umklammerung und rannte bereits los. »Wer schneller an der Wachstelle ist!« rief sie, als sie durch das dichte Unterholz stürmte.

Augenblicklich löste ich mich aus meiner Schockstarre und hetzte ihr hinterher. Ich hatte nie gewusst, wie trüb mein Leben vor Arya gewesen war – nie wirklich. Ich hatte dahingelebt, in einem Leben, dass nur aus Pflichten eines Königs bestand. Doch nun, mit Arya an meiner Seite, war kein einziger Tag wie der andere. Sie überraschte mich immer wieder, spielte mit mir, forderte mich heraus und brachte etwas in mein Leben, das ich vergessen hatte. Etwas, von dem ich dachte, nur Kinder könnten es haben. Spass.

Ihr Lachen hallte im Wald wider, als ich sie aufholte und neben ihr herlief – ein kleines Stückchen hinterher jedoch. Scheisse sie war echt schnell. »Versuchen kannst du's ja!«

Sie drehte ihr Kopf zu mir und grinste. »Werde ich.« Damit schwang sie sich mit unnatürlicher Geschwindigkeit auf eine Tanne und tänzelte über die Äste – sprang von einem Baum auf den anderen. Und das so schnell, dass ich sie fast aus den Augen verlor. Mein Wolf heulte auf. Lasst das Spiel beginnen.











Arya war als erste ans Ziel gekommen, zwar nur einige Sekunden vor mir, dennoch liess sie sich keine Gelegenheit entgehen, es mir unter die Nase zu reiben, und ich konnte nicht anders, als zu lächeln, während sie es tat. Sie war süss.

Wir befanden uns hinter einem umgelegten Baumstamm direkt an der Waldgrenze und spähten auf den Höhleneingang der Skihlafelswände, der von den schwarzen, schwebenden Dämonen bewacht wurde. Da alle Höllenkrieger in der Schlacht gegen Hades und Serdas gefallen waren, musste Echinda allem Anschein nach welche selbst erschaffen haben. Viele konnten es nicht sein, zumal es Zeit kostete, Dämonen aus dem Nichts zu erschaffen, selbst für Götter – oder Schwarzblüter. Dennoch konnten sie mehrere Werwölfe in einem Krieg erledigen und uns wertvolle Zeit beim geplanten Einbruch in die Höhle kosten.

X E N O S | ✔️Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt